Politischer Aschermittwoch: Die besten Sprüche der Redner

Die Reden beim Politischen Aschermittwoch waren dieses Jahr oft ungewöhnlich ernst - die Corona-Pandemie war bestimmendes Thema. Den ein oder anderen Seitenhieb gab es aber auch. Hier eine kleine Auswahl.
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Markus Söder sprach vor einer virtuellen Passau-Kulisse.
Markus Söder sprach vor einer virtuellen Passau-Kulisse. © Peter Kneffel/dpa

Passau - Gut sieben Monate vor der Bundestagswahl haben sich die Parteien beim politischen Aschermittwoch vor allem die Corona-Politik der Bundesregierung vorgeknöpft. Schwere Verbalangriffe musste unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einstecken, der häufig als Kanzlerkandidat der Union ins Gespräch gebracht wird. Erstmals in der mehr als 100-jährigen Geschichte fand der politische Aschermittwoch nur online statt. 

Generell bestimmten die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Maßnahmen die Reden - die oft ungewöhnlich ernst blieben. Ein paar Seitenhiebe gab es aber auch. Die besten Zitate.

CDU-Chef Laschet grüßte mit Bier und Brezn

"Es gibt auch außerhalb Bayerns Leben."  (CDU-Chef Armin Laschet beim politischen Aschermittwoch der CSU zu einem Zitat auf einem Bierkrug: Extra Bavariam non est vita, et si est vita, non est ita - außerhalb Bayerns gibt es kein Leben. Und wenn es Leben gibt, dann kein solches.)

Armin Laschet lacht.
Armin Laschet lacht. © Caroline Seidel/dpa

"In der CSU kann man nur was werden, wenn man ein 'S' im Namen trägt. Strauß, Stoiber, Seehofer. In der CDU nur, wenn man ein 'A' hat - Angela, Annegret, Armin. Das hätte man dem Friedrich vorher sagen sollen." (CSU-Chef Markus Söder über die Namen der Parteichefs von CDU und CSU sowie den Hinweis, warum es Friedrich Merz nicht geschafft hat, CDU-Chef zu werden.)

"Merkelstimmen gibt es nur mit Merkelpolitik." (Söder zur Bedeutung der Kanzlerin Angela Merkel auf die aktuellen Umfragewerte der Union.)

Söder: "Die AfD gehört nach Mordor"

"Der Einfluss der Freien Wähler in Berlin ist genauso groß wie auf dem Mond." (Söder zur Bedeutung des bayerischen Koalitionspartners Freie Wähler bei den Corona-Entscheidungen.)

"Wenn Sie die 'Herr der Ringe'-Saga kennen, wo wäre dann die AfD? Sie würde sich nur in Mordor wohlfühlen. Da würde sie hingehören."  (Söder über die AfD. In der fiktiven Welt von Mittelerde von J. R. R. Tolkien ist Mordor das Reich und die Basis des bösen Zauberers Sauron.)

"Olaf Scholz hat eher die Begabung, Blutdruck zu senken als ihn steigen zu lassen." (Söder über die Fähigkeit von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz als "Stimmungskanone".)

"Ich umarme lieber Bäume als Toni Hofreiter"

"Frau Baerbock hat mal gesagt: Ja, sie traue sich das Kanzleramt zu. Und zwar sofort, ohne einen einzigen Tag Regierungserfahrung. Es kommt mir vor wie jemand, der sagt, nächste Woche beginne ich mit der Fahrschule und übernächste Woche werde ich Formel-1-Weltmeister." (Söder über Grünen-Chefin Annalena Baerbock.)

"Ich umarme lieber Bäume als Toni Hofreiter" (Söder über die Grünen und mögliche Koalitionen in Bayern oder im Bund)

"Wieso hat Großbritannien 15 Millionen Menschen geimpft und wir hühnern hier rum? Ich glaube, rumhühnern ist inzwischen der korrekte Fachbegriff dafür." (Grünen-Chef Robert Habeck beim Versuch, einen neuen "Fachbegriff" zur deutschen Impfpolitik zu prägen.)

"Söder sagt dem Navi, wo es langgeht"

"Dafür reicht es eben nicht aus, Bäume zu umarmen und gleichzeitig die Windkraft zu bekämpfen. Dafür reicht es nicht aus, das Kruzifix aufzuhängen und gleichzeitig die Schöpfung zu betonieren." (Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Roth zur Klimapolitik der bayerischen Staatsregierung.)

"Markus Söder ist vor allem laut und omnipräsent. Er redet während der ganzen Fahrt, er bestimmt das Radioprogramm. Er dreht die Heizung mal rauf, dann dreht er die Heizung mal runter. Ja, er sagt sogar dem Navi, wo es langgeht." (Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, über die Corona-Politik Söders.)

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht beim Politischen Aschermittwoch.
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht beim Politischen Aschermittwoch. © Tobias Hase/dpa

"Unser Bayern ist nicht nur Heimat für Markus und Horst, für Hubert und a bisserl Ilse. Unser Bayern ist bunt, ist offen. Unser Bayern ist vielfältig. Ist Heimat von und ist Heimat für Gülseren und Cemal, Benjamin und Tessa." (Die bayerische Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Roth zu ihrem Heimatbegriff.)

"Es ist richtig, dass wir was tun für die Friseure - auch wenn das unterschiedlich intensiv genutzt werden muss. Selbst in meinem Fall, muss man sagen, kann das mein Friseur besser als ich mit meinem Gerät." (Finanzminister Olaf Scholz zur Öffnung der Friseursalons und in Anspielung auf sein schütteres und kurz geschnittenes Haupthaar.)

"Ich weiß ja, in Bayern ist vieles größer"

"Ich weiß ja, in Bayern ist vieles größer, aber dass die Steinschleudern ein solches Ausmaß haben, das hätte sicherlich niemand gedacht." (SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz über Markus Söder, der einem Bericht zufolge das von Scholz "Bazooka" genannte Konjunkturprogramm als "Steinschleuder ohne Stein" kritisiert hatte.)

"Posen sind schön. Sie machen immer Spaß, und umso mehr wir uns in Videokonferenzen bewegen, umso mehr wird vielleicht der eine oder die andere verführt, es ganz auf die Pose ankommen zu lassen. Aber da ist, das muss man diesen Leuten sagen, noch so etwas wie eine Realität. Und in der muss man was schaffen (...). " (SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz über leere Ankündigungen.)

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach in VIlshofen
Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach in VIlshofen © Armin Weigel/dpa

"Und was wir eben auch nicht brauchen in Bayern, ist ehrlicherweise ein Raumfahrtprogramm 'Bavaria One', mit dem wir das Weltall erkunden, solange wir hier unten auf der Erde nicht mal die Schülerin und den Schüler digital mit ihren Schulen verbinden können." (Die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, über das Raumfahrprogramm "Bavaria One".)

"Wir brauchen keinen Minister, der 90.000 Wischmopps bestellt"

"Das, was wir nicht brauchen in Bayern, ist ein Wirtschaftsminister, der 90.000 Wischmopps bestellt, statt endlich den Unternehmerlohn einzuführen, den er schon längst letzten Sommer hätte einführen müssen." (Die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, über Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der im vergangenen Jahr 90.000 Wischmopps angeschafft hatte.)

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der SPD in Bayern, spricht beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei.
Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der SPD in Bayern, spricht beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei. © Armin Weigel/dpa

"Zu Hause zu lernen, das ist eine besondere Herausforderung, das ist eine Revolution." (Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) über das Distanzlernen während der Schulschließungen.)

"Wir dürfen Bayern nicht im Dauer-Lockdown zu Tode schützen." (Die Generalsekretärin der Freien Wähler Bayern, Susann Enders, in ihrer Rede beim politischen Aschermittwoch in Deggendorf.)

"Eine Fahrt ins Himmelreich. Mehr kann ich als Linker der CSU nicht anbieten"

"Lass uns doch mal gemeinsam den Weg durch die Hölle gehen (...) bis nach Jena, an den Bahnhof 'Paradies'. Und dort können wir umsteigen in die Straßenbahn - und die Straßenbahn fährt uns dann ins Himmelreich. Mehr kann ich als Linker der CSU nicht anbieten." (Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lädt Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zu einem Ausflug durchs Höllental an der Ländergrenze zu Bayern ein.)

"In der Pandemie sitzen wir alle in einem Boot, wird gern gesagt. Ja, das stimmt. Aber die einen rudern wie verrückt, andere klammern sich an die Reling und versuchen, nicht über Bord zu gehen, während es sich andere unter Deck ziemlich gut gehen lassen." (Die stellvertretende Linke-Chefin Janine Wissler zur Corona-Politik der Bundesregierung.)

"Genau dieser Ministerpräsident erklärt also anderen die Tradition des politischen Aschermittwochs und trinkt aber gleichzeitig Cola Light aus dem Bierkrug. Das kommt dabei raus, wenn ein evangelischer Franke Bayern erklären will und deshalb aus München: Prost, lieber Markus." (FDP-Chef Christian Lindner über Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.)

Sprach beim politischen Aschermittwoch der FPD: Bundesvorsitzender Christian Lindner.
Sprach beim politischen Aschermittwoch der FPD: Bundesvorsitzender Christian Lindner. © Matthias Balk / dpa

"Österreich - also ich meine Österreich - ist bei den Schnelltests, bei der Zulassung von Selbsttests besser als die Bundesrepublik Deutschland. Und spätestens was die Österreicher können, das sollten wir uns auch vornehmen. So viel fortschrittlicher als wir ist Österreich bei aller nachbarschaftlichen Freundschaft gewiss nicht. Das zumindest sollte unser Anspruch sein." (FDP-Chef Christian Lindner über die Fortschritte Österreichs bei Corona-Schnelltests und der Zulassung von Selbsttests.)

"Das Maximilianeum ist kein Königssitz, Herr Söder"

"Ich muss an der Stelle unbedingt klarstellen, dass das Maximilianeum kein Königssitz ist, Herr Söder, genauso wenig wie der Reichstag primär Touri-Hotspot ist. Da sitzen eigentlich gewählte Abgeordnete und die treffen Entscheidungen. Diesen Absolutismus der Sonnenkönige, den haben wir eigentlich bei der Französischen Revolution schon längst überwunden." (Die niederbayerische FDP-Bezirksvorsitzende Nicole Bauer zum Regierungsstil von Ministerpräsident Markus Söder während der Coronapandemie.)

"Bei jedem Thema hüpft Hubert Aiwanger wie ein Rumpelstilzchen wütend um das Lagerfeuer und wenn Kurfürst Markus sagt, "komm Hubert, setz dich", dann setzt sich Hubert Aiwanger brav an den Kabinettstisch." (Bayerns FDP-Chef Daniel Föst über Bayerns Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger und dessen Verhältnis zu Ministerpräsident Markus Söder.)

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