Martin Hagen: "Haben unseren Markenkern schleifen lassen"

Die FDP muss sich nach Ansicht des Chefs der bayerischen Landtagsfraktion, Martin Hagen, wieder mehr mit der Zukunft als mit der Vergangenheit beschäftigen. "Wir haben unseren Markenkern etwas schleifen lassen.
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Martin Hagen, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, spricht bei der 21. Sitzung des bayerischen Landtags. Foto: Sina Schuldt
dpa Martin Hagen, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, spricht bei der 21. Sitzung des bayerischen Landtags. Foto: Sina Schuldt

München/Berlin - Die FDP muss sich nach Ansicht des Chefs der bayerischen Landtagsfraktion, Martin Hagen, wieder mehr mit der Zukunft als mit der Vergangenheit beschäftigen. "Wir haben unseren Markenkern etwas schleifen lassen. Zur Bundestagswahl umwarb die FDP noch erfolgreich die digitale Avantgarde. Zuletzt erschien sie mit manchen Äußerungen eher als Gralshüterin von Technologien des letzten Jahrtausends", schrieb Hagen in einem am Donnerstag veröffentlichten Gastbeitrag in der Tageszeitung "Welt". Mit Bestandsschutz für Braunkohle und Diesel gewinne eine Partei aber weder die Zukunft noch die Herzen der Start-up- und Hightechszene.

Nur durch eigene Veränderungen könne die FDP ähnlich wie die Grünen von der aktuellen Krise der Volksparteien profitieren: "Die FDP braucht keinen inhaltlichen Kurswechsel, aber eine kulturelle Öffnung." Die Chancen für die Freidemokraten stünden gut: Union und SPD stünden stilistisch neben dem Zeitgeist. Dagegen sei die FDP neben den Grünen die einzige Partei im Bundestag, die ihre besten Ergebnisse bei unter 30-Jährigen erziele. "Darauf lässt sich aufbauen. Die FDP sollte wieder stärker an Mut und Veränderungswillen appellieren statt an kleinbürgerliche Verlustängste."

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