Flughafen-S-Bahn: Tunnel-Gipfel bei Seehofer

Der Ministerpräsident will die Flughafen-S-Bahn im Osten doch im Tunnel verschwinden lassen – und den Widerstand der CSU gegen die zweite Stammstrecke brechen. Extra-Kosten: 400 Mio Euro
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Tod auf der S-Bahnstrecke
Petra Schramek Tod auf der S-Bahnstrecke

Der Ministerpräsident will die Flughafen-S-Bahn im Osten doch im Tunnel verschwinden lassen – und den Widerstand der CSU gegen die zweite Stammstrecke brechen. Extra-Kosten: 400 Mio Euro

MÜNCHEN Gelb-Rot will die Express-S-Bahn zum Flughafen bauen, der Ministerpräsident sie tiefer legen: Nachdem Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und OB Christian Ude (SPD) sich für eine neue Strecke durch den Münchner Osten ausgesprochen haben, wird jetzt Horst Seehofer (CSU) aktiv. Er bittet am Sonntag zum S-Bahn-Gipfel in die Staatskanzlei. Das Ziel: Die Trasse soll zwischen Daglfing und Johanneskirchen untertunnelt werden. Möglich machen könnte das Projekt, das weitere 400 Millionen Euro kostet, Gelder von Verkehrsminister Ramsauer (CSU).

An dem Treffen am Sonntag nehmen neben Seehofer der Chef der Münchner CSU Ottmar Bernhard, Fraktionschef Josef Schmid, Verkehrsexperte Georg Kronawitter und CSU-Landtagsabgeordnete aus Stadt und Umland teil. Denn Seehofer will nicht nur über den Ost-Tunnel reden – er will auch die Münchner CSU in Sachen zweite Stammstrecke auf Kurs zwingen.

Mit Christian Ude hat Seehofer bereits über die Untertunnelung im Osten und einen besseren Lärmschutz gesprochen. Bisher sah die Planung einen viergleisigen Ausbau, aber keinen weiteren Lärmschutz oder Unterführungen vor. Wirtschaftsminister Zeil hatte solche Maßnahmen als „Luxus“ bezeichnet. Das Problem: Schon jetzt sind die Bahnschranken zum Beispiel an der Daglfinger Straße mehr als 30 Minuten in der Stunde geschlossen. Die Stadt plant zudem östlich der Gleise 10000 neue Wohnungen.

CSU-Politiker wie Herbert Frankenhauser fordern hier einen Tunnel. „Eine Express-S-Bahn geht nur mit Tunnel“, gibt Ratsfraktionschef Josef Schmid die Richtung vor. „Lärmschutz ist für die Menschen an der Trasse kein Luxus, sondern sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“

In Teilen der CSU gab es zudem Widerstand gegen die zweite Stammstrecke. „Aber das Umland drängt auf die neue S-Bahn-Röhre, weil die Verantwortlichen einen großen Zuzug erwarten“, sagt Otmar Bernhard – und lenkt ein: „Wir haben uns als Münchner CSU nie gegen die Stammstrecke ausgesprochen, sondern haben nur bessere planerische Grundlagen gewollt.“

Die Gesamtkosten für zweite Stammstrecke, Express-S-Bahn und Tunnel in Daglfing würden sich auf mindestens 3,3Milliarden Euro summieren. In der CSU ist man sich deswegen im Klaren darüber, „dass wir dringend ein Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister brauchen“. Gut, dass der Peter Ramsauer heißt und auch in der CSU ist.

Seehofer will das Thema „Ein Tunnel für den Münchner Osten“ bereits am 9. Dezember im bayerischen Kabinett besprechen. Die erste öffentliche Erörterung ist zwar erst für April geplant, aber Seehofer macht Tempo: Er träumt von der untertunnelten Flughafen-Express-S-Bahn zu Olympia 2018. tha, wbo

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