"Wetten, dass..?" - Kommt das Ende jetzt ganz schnell?

Am Samstag steht Markus Lanz mit „Wetten, dass?“ vor seiner härtesten Prüfung – er muss das Quotentief der vom ZDF-Intendanten angezählten Show stoppen, sonst droht das Aus. Bringt eine Sängerin die Rettung?
| Volker Isfort
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Markus Lanz bei der "Wetten, dass.."-Ausgabe in Düsseldorf
ZDF/Sascha Baumann Markus Lanz bei der "Wetten, dass.."-Ausgabe in Düsseldorf

Mainz - Stolze 6,75 Millionen Zuschauer verfolgten am Samstag im ZDF den ersten Fall des Trios „München Mord“ um das rätselhafte Verschwinden eines Mannes. Dem ZDF brachte der Erfolg einen Marktanteil von 22,2 Prozent ein. Diese Quote wäre kommenden Samstag, wenn sich Markus Lanz mit „Wetten, dass?“ aus Offenburg im Schwarzwald in die Sommerpause verabschiedet, schon als Erfolg zu werten, auch wenn seine Show deutlich teurer ist als die neu aufgewertete Samstagskrimireihe im ZDF.

Zwischen 2 Millionen und 2,5 Millionen Euro kostet eine Ausgabe des ehemaligen Quotenschlagers, wie ZDF-Intendant Thomas Bellut unlängst dem „Handelsblatt“ sagte. Die Samstagskrimis liegen wohl eher im „Tatort“-Bereich von 1,4 Millionen Euro. Anna Loos gelang mit diesem Budget als Düsseldorfer LKA-Ermittlerin „Helen Dorn“ vor zwei Wochen gar der Sprung über die 8 Millionen Zuschauer.

Auch das dürfte intern das Bedauern im Sender über die zuletzt stark bröckelnden Quoten beim einstiegen Show-Schlachtschiff gedämpft haben. 5,8 Millionen Zuschauer, wie Lanz in seiner letzten Show, bekommt das ZDF offensichtlich am Samstagabend auch ohne die von viel Kritikerhäme begleiteten Show. Laut Umfragen sind inzwischen selbst die älteren, ehemals treuen „Wetten, dass?“-Zuschauer für eine Aufgabe der Show. „Focus“ will erfahren haben, dass auch Lanz selbst keine große Lust mehr verspüre, sich öffentlich abschlachten zu lassen.

Eigentlich war die Sprachregelung beim ZDF klar: Lanz geht schon mit dem kommenden Samstag in die wegen der anstehenden Fußball-WM vorgezogenen Show-Sommerpause, dann hat man wieder ein bisschen Zeit, die Sendung vielleicht doch noch in die Spur zu bekommen.

Lesen Sie hier: Sieben Gründe, warum

Doch das „Handelsblatt“-Interview mit ZDF-Intendant Thomas Bellut lässt auch eine andere Lesart zu. Noch vor wenigen Wochen hatte sich ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs hinter Lanz gestellt, die Rückendeckung des Intendanten ist nicht einmal halbherzig: Er wisse es wirklich nicht, antwortete Bellut auf die Frage, wie lange es „Wetten, dass?“ geben könnte. „In diesem Jahr werden wir sehen, wie stark die Marke noch ist.“

Vielleicht geht aber auch alles schneller: Wenn Lanz weiterhin so stark Zuschauer verliert wie zuletzt – wer soll ihn dann retten? „Ein weiterer Quotenschwund würde die Show weiter schwächen. Dann müssten wir verhindern, dass auch Markus Lanz demontiert wird“, sagte Bellut damals. Er selbst hatte „dauerhaft über acht Millionen Zuschauer“ bei der Lanz-Verpflichtung als Ziel vorgegeben.

Seit 33 Jahren läuft die von Frank Elstner erdachte Show nun schon im ZDF. Nie stand sie bislang auf der Kippe. Für den Samstag kündigt das ZDF jetzt Anastacia als Gast an, die ihren neuen Song „Stupid Little Things“ präsentieren wird. Die Zuschauer erwartet zudem ein Medley von Hape Kerkeling. Zu den Gästen gehören außerdem „Golden Globe“-Preisträgerin Cameron Diaz, Schauspielerin Veronica Ferres, Komikerin Annette Frier und Modedesigner Guido Maria Kretschmer.

 

 

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