Kritik

"TV total"-Comeback mit Sebastian Pufpaff: Lohnt sich das Einschalten?

Ohne Stefan Raab werde die Wiederauflage von "TV total" enttäuschend, las man im Vorfeld oft. Dabei hatte der neue Moderator Sebastian Pufpaff seinen Einstand bei ProSieben noch gar nicht gefeiert. Ist ihm, Produzent Raab und dem Privatsender das Comeback der Late-Night-Show am 10. November gelungen?
| Steffen Trunk
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Sebastian Pufpaff nach der Aufzeichnung der ersten "TV total"-Sendung
Sebastian Pufpaff nach der Aufzeichnung der ersten "TV total"-Sendung © dpa/Henning Kaiser

Kann ein ehemaliger "RTL Shop"-Moderator und politischer Kabarettist auch Late Night für ein junges Publikum, das Netflix liebt, aber kein News-Journal mit Zervakis und Opdenhövel gucken will?

"Wetten, dass..?" und "TV total": Wohlige Nostalgie-Welle rollt an

Die TV-Zuschauer werden derzeit von einer wohligen Nostalgie-Welle überrollt. Nach einer (bislang einmaligen) "Wetten, dass..?"-Ausgabe mit Show-Dino Thomas Gottschalk feierte auch "TV total" sein Comeback in den deutschen Wohnzimmern. Zwar ohne Stefan Raab als Host, dafür mit einem genauso überdrehten und optisch ungewohnt ungestriegelten Sebastian Pufpaff. 

"TV total" ist zurück – auch ohne Raab so gut wie früher

Sonst hat sich gar nicht so viel verändert. Identisches Intro, Plakat-Ansage durch Studio-Gast, die Heavytones, TV-Clips, eingespielte Lacher, Bodyshaming samt fehlendem intelligenten Humor. Aber doch ein ungewöhnlich guter Abklatsch von Altbekanntem. 

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Nach sechs Jahren Pause kehrte "TV total" am Mittwoch (10.11.) in der Primetime zurück. Mit fahrbarem Schreibtisch inklusive Nippelboard und flapsig anmoderierten TV-Clips, die erst durch die Pointe des Gag-Schreibers wirklich lustig werden. Der Zuschauer kriegt das, was er schon kennt und verdient hat. Das hat schon bei "Wetten, dass..?" funktioniert, als fast 14 Millionen einschalteten. 

Neuer Moderator: Sebastian Pufpaff kopiert Raabsche Lausbubenart

Pufpaff, der zuletzt bei 3sat noch als feinsinnig-scharfer Entertainer versendet wurde, muss ein Show-Gemisch schaffen, das die Fans von früher und die neuen Zuschauer gleichermaßen lieben. Das ist ihm auch deshalb gelungen, weil er die Raabsche Lausbubenart frech, und sicherlich vom Altmeister gewollt, kopierte. Pufpaffs eigener Stempel und die Einbringung seiner Persönlichkeit fehlen bislang. Noch stört es aber nicht.

"TV total"-Comeback: Noch stört Sebastian Pufpaff nicht

"TV total" war nie stark, als prominente Gäste Bücher, Filme, CDs oder Sendungen vorstellten, sondern dann, wenn Raab seine TV-Kollegen vorführen, sich als dreister Reporter aufspielen oder mit musikalischen (Spontan-)Einlagen brillieren konnte. 

Raab als Produzent und womöglich Knopf in Pufpaffs Ohr tut gut

Raab war mehr als nur "TV total". Er war ein genialer Grenzgänger, der Genres mischte, nachhaltige Show-Konzepte erfand und das Nicht-Sagbare, meist eindrucksvoll, unterhaltend ausschlachtete. Die Folge: Über Dompteur Raab hat man tags darauf auf dem Schulhof gesprochen. Das fehlt einem Sebastian Pufpaff gänzlich, der bis vor Kurzem noch mit der ProSieben-Zielgruppe gefremdelt hat. Nichtsdestotrotz ist er ein von Raab beförderter, ehrwürdiger Primetime-Moderator, der die am längsten ausgestrahlte Late-Night-Show im deutschen Fernsehen zukünftig präsentieren darf. Raab als Produzent und womöglich Knopf in Pufpaffs Ohr tut gut.

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