Homophober Ausraster bei "Frauentausch": RTL2 sperrt ganze Folge

Fiese Beschimpfungen und homophobe Vorurteile: Mit dieser Wiederholungsfolge "Frauentausch" hat der Sender RTL2 viel Kritik von den Zuschauern kassiert. Die fragwürdige Episode der Reality-Doku ist mittlerweile gesperrt.
| Sven Geißelhardt
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Homophobe Szenen bei "Frauentausch": Zwischen Tauschmutter Sevgi (21, re.) und Ingas Lebensgefährtin Tina (29, li.) kommt es bereits am ersten Tag zum Streit
Homophobe Szenen bei "Frauentausch": Zwischen Tauschmutter Sevgi (21, re.) und Ingas Lebensgefährtin Tina (29, li.) kommt es bereits am ersten Tag zum Streit © RTL II

"Du Kacklesbe", "abstoßendes Stück Schei***" und "fi*** dich, du Lesbenfo***": Diese wüsten Beleidigungen hat eine lesbische Mutter in der Reality-Doku "Frauentausch" erlebt. Für die Ausstrahlung der Folge hat der Sender RTL2 massive Publikumsbeschwerden bekommen.

Lesbische Mutter wird in "Frauentausch"-Folge beschimpft

In dem Format tauschen Mütter für einen kurzen Zeitraum ihre Wohnungen, um in den jeweils anderen Familien zu leben. Dabei kommt es regelmäßig zu unschönen Szenen. Was in der Folge vom 17. Mai passierte, war vielen Zuschauern aber zu heftig. Eine junge Frau zog in einen Haushalt, in dem eine lesbische Mutter lebt. Dabei zeigte sie offen ihre homophoben Ansichten und wurde sogar aggressiv.

Schon zu Beginn der Sendung kam es bedenklichen Aussagen. "Ich finde es einfach eklig, wenn zwei Frauen oder zwei Männer Kinder großziehen", erklärte die Tauschmutter dem Kamerateam. Auch gegenüber der lesbischen Frau teilte sie aus: "Es geht einfach darum, dass man Kindern sowas nicht vorleben sollte. Ich werde von dir Abstand halten, weil ich mag Lesben nicht, ich hab was gegen Lesben. Das ist meine Einstellung, die werde ich auch beibehalten."

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RTL2 kassiert für homophobe "Frauentausch"-Episode Kritik

Obwohl die "Frauentausch"-Episode bereits 2012 gedreht und wiederholt ausgestrahlt wurde, sorgte sie am 17. Mai für Kritik durch zahlreiche Zuschauer. An diesem Tag  wurde nämlich auch der "Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie" 2021 (Idahobit) gefeiert. "Da stellt sich mir die Frage, ob es wirklich sein muss, dass das ausgestrahlt wird. Bin grade maximal wütend, dass so ein Bullshit läuft", schrieb ein Twitter-User.

Auch Promis wie Moderatorin und Rapperin Visa Vie zeigten sich geschockt von der Folge des Reality-Formats. "Gestern haben weltweit Menschen aus der LGBTQ-Community gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung gekämpft und bei uns läuft eine Sendung im Fernsehen, die all die abwertenden Stereotype kommentarlos reproduziert und damit Aversionen und Aggressionen gegenüber Homosexualität normalisiert und legitimiert, als hätten wir 1950", schrieb sie dazu in ihrer Instagram-Story.

RTL2 nimmt "Frauentausch" offline

Bloggerin Kerstin Kassner, die auf Instagram 350.000 Follower hat, zeigte sich ebenfalls betroffen von den homophoben Kommentaren, die auf RTL2 ausgestrahlt wurden: "Ich glaube, wir alle haben schon viele schlimme Momente in diesem Format miterlebt, aber diese Ausgabe ist an Intoleranz, Hass und Ignoranz kaum zu überbieten."

Anzeige für den Anbieter Instagram über den Consent-Anbieter verweigert

Der Sender hat mittlerweile auf die Kritik reagiert. Ein Sprecher erklärte gegenüber "Bild": "Dass den Äußerungen in der besagten Folge ohne Einordnung eine Fläche gegeben wurde, ist ein bedauerlicher Fehler und darf nicht passieren. Dafür bitten wir um Entschuldigung." Die "Frauentausch"-Folge wurde auf TVNOW offline genommen und soll auch nicht mehr ausgestrahlt werden. Auch weitere Episoden des Reality-Formats sind dem Sendersprecher zufolge derzeit nicht abrufbar und werden aktuell geprüft.

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