FIFA-Talk bei Jauch: "Blatter hat NICHT für Katar gestimmt"

Am Sonntagabend war der Korruptionsskandal der FIFA Thema bei Günther Jauch. Sepp Blatter schickte einen Sprecher, der bislang unbekannte Infos preisgab.
| mag/dpa
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Marcel Reif (Fußball-Kommentator)
dpa 4 Marcel Reif (Fußball-Kommentator)
Guido Tognoni (Ex-Fifa-Mitarbeiter)
dpa 4 Guido Tognoni (Ex-Fifa-Mitarbeiter)
Florian Bauer (FIFA-Experte und ARD-Reporter)
dpa 4 Florian Bauer (FIFA-Experte und ARD-Reporter)
Claudia Roth (Grünen-Politikerin und Bundestags-Vizepräsidentin)
dpa 4 Claudia Roth (Grünen-Politikerin und Bundestags-Vizepräsidentin)

Am Sonntagabend war der Korruptionsskandal der FIFA Thema bei Günther Jauch. Sepp Blatter schickte einen Sprecher, der bislang unbekannte Infos preisgab.

Berlin – "Der FIFA-Sumpf - wie schmutzig ist unser Fußball?" Unter diesem Motto begrüßte Moderator Günther Jauch am Sonntagabend seine Talk-Gäste.

Dass es sich bei dem Titel der Talkrunde nur noch um eine rhetorische Frage handeln kann, war allen Beteiligten klar. Dass sogar ein so heftiger Korruptionsskandal, wie vergangene Woche aufgedeckt, den alten und neuen FIFA-Präsidenten nicht den Job kostet, zeigt die Unerschütterlichkeit des Blatter-Systems. Fußball-Kommentator Marcel Reif dazu: "Es würden nicht alle Probleme gelöst wenn Blatter weg wäre. Aber mit ihm wird kein einziges gelöst."

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Außerdem bei Jauch zu Gast

  • Alexander Koch (Stellvertretender Leiter der FIFA-Unternehmenskommunikation)
  • Guido Tognoni (Ex-Fifa-Mitarbeiter)
  • Claudia Roth (Grünen-Politikerin und Bundestags-Vizepräsidentin)
  • Florian Bauer (FIFA-Experte und ARD-Reporter)

Lesen Sie hier: Blatter:

Wie schmutzig das System FIFA wirklich ist, welches Ausmaß Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft im Fußball-Weltverband haben - die Suche nach diesen Antworten hätte den Rahmen des ARD-Talks gesprengt. Es war vor allem ein Spießrutenlauf für den stellvertretenden FIFA-Kommunikationsdirektor Alexander Koch. Der hatte die undankbare Aufgabe den Fußball-Weltverband und seinen unerschütterlichen Patriarchen Joseph Blatter zu verteidigen.

4 gegen 1 - eine denkbar schwierige Ausgangssituation für Koch. Ob man der Jauch-Redaktion dafür einen Vorwurf machen kann, darüber lässt sich streiten angesichts der äußerst geringen Zahl an FIFA-Befürwortern und der verschwindend geringen Zahl derer, die sich dafür öffentlich rechtfertigen wollen. Und dennoch: Alexander Koch sorgte neben all den einstudierten PR-Floskeln mit einigen Aussagen für Überraschung.

Kochs Aussagen nach hat Joseph Blatter nämlich bei der umstrittenen WM-Vergabe an Katar 2022 nicht für das Emirat gestimmt. Bislang war das Abstimmungsverhalten des FIFA-Chefs nicht publik gewesen. Dem Vernehmen nach soll Blatter bei der skandalumwitterten Abstimmung im Dezember 2010 für den unterlegenen Bewerber USA gestimmt haben. Dies wurde von der FIFA oder Blatter bislang aber nicht bestätigt. Das damalige Abstimmungsverhalten der Mitglieder des Exekutivkomitees ist nicht öffentlich.

Lesen Sie hier:

Koch gab zudem Korruption innerhalb der FIFA zu. Auch Sein Boss wisse das, könne aber daran nichts ändern. "Bei Ländern, die im Korruptionsindex ganz oben stehen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Funktionäre auch korrupt sind. Aber dafür kann Herr Blatter nichts." Für die Vergabe der WM im Jahr 2026, die  erstmals vom FIFA-Kongress statt vom FIFA-Exekutivkomitee vorgenommen wird, versprach Koch Änderungen im Auswahlprozess.

Man wolle künftig Kriterien wie ökologische Verantwortung, Menschenrechte und den Korruptionsindex eines potenziellen Austragungslandes berücksichtigen. Am 11. Juni werde die FIFA diese Maßnahmen offiziell vorstellen. Die WM 2026 wird am 10. Mai 2017 beim Kongress in Kuala Lumpur vergeben. Bislang haben die USA, Kanada, Mexiko und Marokko ihr Interesse an der Ausrichtung bekundet.

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