Wildmoser über Hoeneß: „Er will der König sein“

Karl-Heinz Wildmoser senior schimpft auf dem Krankenbett über Bayernpräsident Uli Hoeneß – der habe kein Herz für die Kleinen und wolle nur den Nachbarverein kaputt machen.
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Karl-Heinz Wildmoser senior
Martha Schlüter Karl-Heinz Wildmoser senior

MÜNCHEN - Karl-Heinz Wildmoser senior schimpft auf dem Krankenbett über Bayernpräsident Uli Hoeneß – der habe kein Herz für die Kleinen und wolle nur den Nachbarverein kaputt machen.

Am Donnerstagabend wurde Karl-Heinz Wildmoser senior mit dem Rettungswagen ins Rechts der Isar gebracht, am Sonntag zeigt sich der 71-Jährige munter und voller Tatendrang. Zur AZ sagt der Wirt von Hinterbrühl und Donisl: „Mir geht’s gut. Jetzt lass’ ich mich durchchecken, wenn ich scho da bin.“ Der Ex-Präsident des TSV 1860 hängt mit dem Herz noch am Verein, denn über Bayern-Präsident Uli Hoeneß und den Catering-Prozess schimpft er sogar auf dem Krankenbett.

„Da haben die Bayern meine Nachfolger sauber über den Tisch gezogen“, grantelt er über den Catering-Prozess. Über 500 000 Euro müssen die Blauen zahlen, Wildmoser sagt über die geschäftstüchigen Roten: „Wenn’s um Einnahmen geht, werden die ganz komisch.“

Keine Spur von Schwäche und Schläfrigkeit beim Ex-Präsidenten. Er hatte Spritzen beim Zahnarzt nicht vertragen, seine Frau ließ ihn ins Krankenhaus bringen. Der Wiesnwirt (Hühner- und Entenbraterei) hat Herzprobleme und nimmt „eher zvui wia zu wenige Medikamente“. Auch der Rücken hat es in sich: „Vor eineinhalb Jahren bin ich aufs Kreuz gefallen, seither habe ich Schmerzen.“

Doch Wildmoser ist ein Arbeitstier, Pausen gönnt er sich keine, mit dem TSV 1860 hätte er sogar gefeiert: „Ich hatte eine Einladung von Beeck und Stoffers für das 150-Jahr-Fest am 24. Juli, ich hatte zugesagt – jetzt kann ich leider nicht.“

Als Wildmoser von 1992 bis 2004 Präsident war, stiegen die Löwen 1994 in die 1. Bundesliga auf, den FCB-Präsident Uli Hoeneß sieht er mehr als kritisch: „Ich beobachte ihn schon lange. Er will den Nachbarverein kaputtmachen, damit er der Alleinige ist. Er will in München der König sein.“

Das Engagement, das Hoeneß für Schwache zeigt, kauft ihm Wildmoser nicht ab: „Er verkauft sich als der große Saubermann und redet von St.Pauli – als hätte er ein Herz für die Kleinen.“ Doch das bezweifelt Wildmoser sehr.

Im Krankenhaus rechts der Isar ist der 71-Jährige ein pflegeleichter Patient. Er hat sich vegetarische Kost gewünscht. „Das Essen ist gut“, lobt er. Seine Frau besucht ihn, sein Spezl Svend Friderici telefoniert mit ihm. Wildmoser will wieder arbeiten, bald ist ja auch die Wiesn. Wildmoser: „Ich mach’ einfach weiter.“ Katharina Rieger

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