TSV 1860: Wie Sechzig seine Junglöwen veredeln will

Der TSV 1860 will sich künftig mehr um den Nachwuchs kümmern - doch die Konsolidierung schmerzt.
| Matthias Eicher, Severin Schuler
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Kevin Volland (27), 2007-2012: Der quirlige Stürmer kam 2007 im Alter von 14 Jahren zum TSV 1860. Nach vier Jahren wurde er von der TSG Hoffenheim verpflichtet, die ihn für weitere anderthalb Jahre an die Löwen verliehen. Mittlerweile geht der 27-Jährige für Bayer Leverkusen auf Torejagd und gehört zu den besten Stürmern der Bundesliga.
Rauchensteiner/augenklick 11 Kevin Volland (27), 2007-2012: Der quirlige Stürmer kam 2007 im Alter von 14 Jahren zum TSV 1860. Nach vier Jahren wurde er von der TSG Hoffenheim verpflichtet, die ihn für weitere anderthalb Jahre an die Löwen verliehen. Mittlerweile geht der 27-Jährige für Bayer Leverkusen auf Torejagd und gehört zu den besten Stürmern der Bundesliga.
Florian Neuhaus (22), 2007-2017: Im gleichen Jahr wie Kevin Volland trat auch Florian Neuhaus den Sechzgern bei. Nach zehn Jahren inklusive Zweitligaabstieg als negativer Höhepunkt wechselte Neuhaus im Sommer 2017 zu Borussia Mönchengladbach. Dort hat er sich im zentralen Mittelfeld als Stammspieler etabliert und gilt als zukünftiger Kandidat für die deutsche Nationalelf.
Rauchensteiner/augenklick 11 Florian Neuhaus (22), 2007-2017: Im gleichen Jahr wie Kevin Volland trat auch Florian Neuhaus den Sechzgern bei. Nach zehn Jahren inklusive Zweitligaabstieg als negativer Höhepunkt wechselte Neuhaus im Sommer 2017 zu Borussia Mönchengladbach. Dort hat er sich im zentralen Mittelfeld als Stammspieler etabliert und gilt als zukünftiger Kandidat für die deutsche Nationalelf.
Lars Bender (30), 2002-2009: Der gebürtige Rosenheimer durchlief gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Sven sämtliche Jugendteams des TSV, ehe beide 2006 ihr Profi-Debüt bei den Löwen feierten. Im Sommer 2009 wechselte Lars Bender zu Bayer Leverkusen. Seit vier Jahren ist er Mannschaftskapitän bei der Werkself.
sampics/Stefan Matzke 11 Lars Bender (30), 2002-2009: Der gebürtige Rosenheimer durchlief gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Sven sämtliche Jugendteams des TSV, ehe beide 2006 ihr Profi-Debüt bei den Löwen feierten. Im Sommer 2009 wechselte Lars Bender zu Bayer Leverkusen. Seit vier Jahren ist er Mannschaftskapitän bei der Werkself.
Sven Bender (30), 2002-2009: Sein Zwillingsbruder Sven Bender verließ ebenfalls 2009 die Löwen. Er schloss sich jedoch Borussia Dortmund an und wurde mit den Schwarz-Gelben zweimal deutscher Meister sowie einmal Pokalsieger. Der jüngere der beiden Bender-Brüder absolvierte 2013 sogar die vollen 90 Minuten im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern. Inzwischen sind die Zwillinge wieder vereint - Sven Bender wechselte 2017 ebenfalls zu Bayer Leverkusen.
Rauchensteiner/augenklick 11 Sven Bender (30), 2002-2009: Sein Zwillingsbruder Sven Bender verließ ebenfalls 2009 die Löwen. Er schloss sich jedoch Borussia Dortmund an und wurde mit den Schwarz-Gelben zweimal deutscher Meister sowie einmal Pokalsieger. Der jüngere der beiden Bender-Brüder absolvierte 2013 sogar die vollen 90 Minuten im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern. Inzwischen sind die Zwillinge wieder vereint - Sven Bender wechselte 2017 ebenfalls zu Bayer Leverkusen.
Julian Weigl (24), 2010-2015: Weigl wechselte 2010 aus der Jugend des TSV Rosenheim in den Löwen-Nachwuchs. In der Saison 2013/14 debütierte er für die Profimannschaft des TSV und spielte sich schnell in der Startformation fest. 2015 schloss er sich dem BVB an und schaffte es dort auf Anhieb in die erste Elf. Zuletzt wurde der 24-Jährige immer wieder mit seinem ehemaligen Trainer Thomas Tuchel und Paris St. Germain in Verbindung gebracht.
sampics/Stefan Matzke 11 Julian Weigl (24), 2010-2015: Weigl wechselte 2010 aus der Jugend des TSV Rosenheim in den Löwen-Nachwuchs. In der Saison 2013/14 debütierte er für die Profimannschaft des TSV und spielte sich schnell in der Startformation fest. 2015 schloss er sich dem BVB an und schaffte es dort auf Anhieb in die erste Elf. Zuletzt wurde der 24-Jährige immer wieder mit seinem ehemaligen Trainer Thomas Tuchel und Paris St. Germain in Verbindung gebracht.
Marius Wolf (24), 2012-2016: Im Alter von 17 Jahren kam Wolf aus der Jugend des 1.FC Nürnberg zu den Sechzgern. Nach vier Jahren verließ der Flügelstürmer den TSV in Richtung des damaligen Bundesligisten Hannover 96. Über die Zwischenstation Eintracht Frankfurt landete Wolf 2018 ebenfalls bei Borussia Dortmund. Da er sich dort nicht durchsetzen konnte, verliehen die Borussen den 24-Jährigen im Sommer 2019 für ein Jahr an Hertha BSC Berlin.
sampics/Christina Pahnke 11 Marius Wolf (24), 2012-2016: Im Alter von 17 Jahren kam Wolf aus der Jugend des 1.FC Nürnberg zu den Sechzgern. Nach vier Jahren verließ der Flügelstürmer den TSV in Richtung des damaligen Bundesligisten Hannover 96. Über die Zwischenstation Eintracht Frankfurt landete Wolf 2018 ebenfalls bei Borussia Dortmund. Da er sich dort nicht durchsetzen konnte, verliehen die Borussen den 24-Jährigen im Sommer 2019 für ein Jahr an Hertha BSC Berlin.
Julian Baumgartlinger (31), 2001-2009: Der Österreicher wechselte schon mit 13 Jahren in die Jugend des TSV 1860, für die er 2007 auch seine ersten Profi-Einsätze absolvierte. 2009 kehrte er in sein Heimatland zu Austria Wien zurück. Zwei Jahre später verpflichtete Mainz 05 den Ex-Löwen, der 2016 zum Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen wechselte. Baumgartlinger kommt insgesamt auf 70 Einsätze für die österreichische Nationalmannschaft. (Stand: 03.10.2019)
sampics/Stefan Matzke 11 Julian Baumgartlinger (31), 2001-2009: Der Österreicher wechselte schon mit 13 Jahren in die Jugend des TSV 1860, für die er 2007 auch seine ersten Profi-Einsätze absolvierte. 2009 kehrte er in sein Heimatland zu Austria Wien zurück. Zwei Jahre später verpflichtete Mainz 05 den Ex-Löwen, der 2016 zum Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen wechselte. Baumgartlinger kommt insgesamt auf 70 Einsätze für die österreichische Nationalmannschaft. (Stand: 03.10.2019)
Christopher Schindler (29), 1999-2016: Er ist ein echtes Löwen-Eigengewächs! Bereits mit neun Jahren trug er erstmals das Sechzger-Trikot. Nach seinem Profidebüt 2010 wurde Schindler in der Saison 2014/15 zum Mannschaftskapitän der Löwen ernannt. Im Sommer 2016 wagte er den Schritt auf die Insel zu Huddersfield Town, wo er bis heute unter Vertrag steht und wie einst beim TSV die Kapitänsbinde trägt.
sampics/Stefan Matzke 11 Christopher Schindler (29), 1999-2016: Er ist ein echtes Löwen-Eigengewächs! Bereits mit neun Jahren trug er erstmals das Sechzger-Trikot. Nach seinem Profidebüt 2010 wurde Schindler in der Saison 2014/15 zum Mannschaftskapitän der Löwen ernannt. Im Sommer 2016 wagte er den Schritt auf die Insel zu Huddersfield Town, wo er bis heute unter Vertrag steht und wie einst beim TSV die Kapitänsbinde trägt.
Moritz Leitner (26), 1998-2011: Der gebürtige Münchner trat ebenfalls sehr früh den Münchner Löwen bei. Nur ein halbes Jahr nach seinem Profidebüt für die Sechzger verließ Leitner den Verein nach insgesamt 13 Jahren in Richtung Dortmund. Bei der Borussia gelang ihm jedoch nie der erhoffte Durchbruch, sodass er über die Stationen VfB Stuttgart, Lazio Rom und FC Augsburg schließlich auch auf der Insel landete. Im vergangenen Jahr verhalf Leitner als Stammspieler im zentralen Mittelfeld dem damaligen Zweitligisten Norwich City zum Aufstieg in die Premier League, wo er in dieser Saison bereits sechsmal für den Klub zum Einsatz kam.
Rauchensteiner/augenklick 11 Moritz Leitner (26), 1998-2011: Der gebürtige Münchner trat ebenfalls sehr früh den Münchner Löwen bei. Nur ein halbes Jahr nach seinem Profidebüt für die Sechzger verließ Leitner den Verein nach insgesamt 13 Jahren in Richtung Dortmund. Bei der Borussia gelang ihm jedoch nie der erhoffte Durchbruch, sodass er über die Stationen VfB Stuttgart, Lazio Rom und FC Augsburg schließlich auch auf der Insel landete. Im vergangenen Jahr verhalf Leitner als Stammspieler im zentralen Mittelfeld dem damaligen Zweitligisten Norwich City zum Aufstieg in die Premier League, wo er in dieser Saison bereits sechsmal für den Klub zum Einsatz kam.
Stefan Aigner (32), 1992-2006; 2009-2012; 2016-2017: Der 32-Jährige begann seine Fußballkarriere als kleiner Bub beim TSV 1860. Bei den Löwen konnte er sich auf Anhieb allerdings nicht in die Profimannschaft spielen, sodass er den Verein nach 14 Jahren verließ. Nach drei Jahren bei Bielefeld und Burghausen kehrte er 2009 zu Sechzig zurück und entwickelte sich dort zu einem gestandenen Zweitliga-Kicker. 2012 lockte Eintracht Frankfurt und die Bundesliga. Weitere vier Jahre später schloss sich das Löwen-Gewächs erneut seinem Ausbildungsverein an. Nach dem Abstieg 2017 verließ Aigner den TSV und wechselte in die MLS. Momentan gehört Aigner dem Kader von Zweitligisten Wehen Wiesbaden an.
Rauchensteiner/augenklick 11 Stefan Aigner (32), 1992-2006; 2009-2012; 2016-2017: Der 32-Jährige begann seine Fußballkarriere als kleiner Bub beim TSV 1860. Bei den Löwen konnte er sich auf Anhieb allerdings nicht in die Profimannschaft spielen, sodass er den Verein nach 14 Jahren verließ. Nach drei Jahren bei Bielefeld und Burghausen kehrte er 2009 zu Sechzig zurück und entwickelte sich dort zu einem gestandenen Zweitliga-Kicker. 2012 lockte Eintracht Frankfurt und die Bundesliga. Weitere vier Jahre später schloss sich das Löwen-Gewächs erneut seinem Ausbildungsverein an. Nach dem Abstieg 2017 verließ Aigner den TSV und wechselte in die MLS. Momentan gehört Aigner dem Kader von Zweitligisten Wehen Wiesbaden an.
Bobby Wood (26), 2007-2015: Der US-Amerikaner kam 2011 als 18-Jähriger zu seinem ersten Profieinsatz für die Löwen. 2015 verließ er den Verein und durchlief die Stationen Union Berlin, Hannover 96 und Hamburger SV. Die Zukunft des 45-fachen Nationalspielers beim HSV scheint derzeit ungewiss.
Rauchensteiner/augenklick 11 Bobby Wood (26), 2007-2015: Der US-Amerikaner kam 2011 als 18-Jähriger zu seinem ersten Profieinsatz für die Löwen. 2015 verließ er den Verein und durchlief die Stationen Union Berlin, Hannover 96 und Hamburger SV. Die Zukunft des 45-fachen Nationalspielers beim HSV scheint derzeit ungewiss.

München - Lars Bender. Sven Bender. Kevin Volland. Christopher Schindler. Aber auch Timo Gebhart und Nico Karger. Allesamt hängen sie in den Gängen des Nachwuchsleistungszentrums. Sie gelten als weiß-blaues Tafelsilber. Junge, begabte Fußballprofis, die Sechzigs preisgekrönte Talentschmiede hervorgebracht hat.

"Wenn man die Gänge entlanggeht, sieht man, wie viele Spieler, Spielergenerationen hier ausgebildet worden sind", sagt Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel über die zahlreichen "Junglöwen". So heißen sie, die Talente im Nachwuchsleistungszentrum, die früher oder später den Weg zu den Profis finden sollen – und nicht selten zu erstklassigen Fußballern gereift sind. Wie die Bender-Zwillinge, Volland oder auch Julian Weigl in der Bundesliga zeigen.

Gorenzel unterstreicht die Bedeutung der Jugendarbeit

Der sportliche KGaA-Boss Gorenzel: "Das hatte eine große Bedeutung in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart, und es soll auch so bleiben." Der Plan der Sechzger: Junglöwen-Veredelung vorantreiben. Womit wir bei Dennis Dressel, Fabian Greilinger, Noel Niemann und Niklas Lang wären: Das Quartett feilt derzeit daran, den Sprung in die erste Elf von Trainer Daniel Bierofka zu schaffen. Gorenzel: "Wir wollen Spieler als Fußballer, aber auch als Persönlichkeit ausbilden."

Ein Beispiel, das den Weg von Sechzigs mehrfach preisgekröntem Ausbildungszentrum zeigt – und laut Gorenzel die Wichtigkeit der aus Finanznöten mehrfach bedrohten U21 belegt: Dressels Aufstieg zum Profi. "Dennis hat den zweiten Bildungsweg genommen. Am Anfang hat es nicht ganz gereicht, dann haben wir ihm bewusst in der U21 mehr Verantwortung übertragen und ihn zum Kapitän ernannt. Er hat eine enorme Entwicklung genommen, das hat ihm gut getan." Alternativ, so Gorenzel, wäre der 20-jährige Spielmacher "womöglich irgendwo in der Regionalliga hängen geblieben".

Den umgekehrten Weg geht Niemann: Der 19-jährige Flügelflitzer schien frühreif zu sein und seine Entwicklung etwas abkürzen zu können. Der quirlige Dribbler durfte in jungen Jahren schon mit ins Trainingslager fliegen, bevor ihn eine der leidvollsten Sportverletzungen lahm legte: Kreuzbandriss.

Nun ist Niemann zwar wieder im Saft, doch seine Entwicklung wurde jäh gebremst. Gorenzel erklärt: "In der U21 kann Noel Spielpraxis sammeln und sich wieder für oben anbieten."

Können sich die Löwen ihr NLZ langfristig leisten?

Mit Manfred Paula, Sechzigs neuem NLZ-Leiter, tauscht sich Gorenzel wöchentlich aus, um an der "hohen Qualität der Ausbildung" und "Nachhaltigkeit" zu feilen. Dass Sechzigs Talentschmiede wegen zumeist zweitklassiger U-Mannschaften und gerade aufgrund der verschärften Konkurrenzsituation mit anderen Leistungszentren weiter vorangebracht werden muss, scheinen auch die beiden Gesellschafter begriffen zu haben: Gorenzel dankte kürzlich explizit dem e.V. für die verstärkte finanzielle Unterstützung. Auch Investor Hasan Ismaik und die KGaA wollen selbstredend weiter vom NLZ profitieren. Doch wie sollen sich die Konsolidierungs-Löwen längerfristig ihr NLZ leisten? "Es ist kein Geheimnis", erklärt Gorenzel: "Wir werden dieses Thema in einer Aufsichtsratssitzung besprechen." Ausgang ungewiss.

Übrigens: Paula wie Gorenzel sprechen sich in einem Wettkampf, "wo schon 15-jährige Burschen mit dem Berater am Tisch sitzen", gegen Abwerbungsversuche aus. "Jeder Spieler soll dort bleiben, wo er seine Wurzeln hat und nicht beim ersten Problem aufgeben", sagt Gorenzel und verweist darauf, dass jeder Akteur ein solches Durchsetzungsvermögen brauche.

Paula untermauerte das mit einer Statistik: "Sie besagt, dass es von 78 Profis, die zwischen NLZ gewechselt sind, kein einziger zum Profi geschafft hat." Lieber soll es der geradlinige Weg sein, am besten bei den Blauen – wie die Benders, Vollands und Schindlers an den Wänden im Junglöwen-Trakt.

Die bekanntesten Stars aus der Talentschmiede der Löwen sehen Sie in unserer Bildergalerie!

Lesen Sie hier: Umzug nach Unterhaching? Das sagen die Fans des TSV 1860

 

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