TSV 1860: Wie der Löwen-Gegner einst Wildmoser abwimmelte

Erste Hauptrunde Toto-Pokal, SV Dornach gegen den TSV 1860: Der Trainer des Bezirksligisten ist ein Tief-Roter - und ging einst auf ein Angebot von Karl-Heinz Wildmoser nicht ein. Es folgte der Vater von Daniel Bierofka - die Geschichte dahinter. 
| Guido Verstegen
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Ein Roter und ein Blauer: Toni Plattner (li.) und Ex-Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser.
AZ/SV Dornach/firo/Augenklick Ein Roter und ein Blauer: Toni Plattner (li.) und Ex-Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser.

Erste Hauptrunde Toto-Pokal, SV Dornach gegen den TSV 1860: Der Trainer des Bezirksligisten ist ein Tief-Roter - und ging einst auf ein Angebot von Karl-Heinz Wildmoser nicht ein. Es folgte der Vater von Daniel Bierofka - die Geschichte dahinter.

Dornach - "Das ist der Oberhammer!", jubilierte Trainer Anton "Toni" Plattner, nachdem er bei der Toto-Pokal-Auslosung live auf Facebook kräftig die Daumen gedrückt und sich die Löwen ganz fest als Gegner gewünscht hatte. "Und dann kommt das so, es ist der Wahnsinn."

Markant: Hätte der 69-Jährige vor der vergangenen Saison – da spielten die Dornacher noch in der Kreisliga – den Vorstand nicht dazu überedet, nach längerer Pause mal wieder für den Kreispokal zu melden, dann hätte die Mannschaft nicht Kreispokalsieger werden und an diesem Mittwoch (18.30 Uhr, im AZ-Liveticker) in Heimstetten auf die Sechzger treffen können. (Lesen Sie hier: Wiedersehen in Heimstetten: Zwei Löwen könnten Augen machen)

Wildmoser wollte Plattner für 1860

Verrückt: Ausgerechnet jener Toni Plattner, der Rote durch und durch. Der einstige Außenstürmer, der zwischen 1967 und 1971 unter anderem mit Franz Beckenbauer beim FC Bayern spielte, damals die Trainer Tschik Cajkovski, Branko Zebec und Udo Lattek erlebte. "Ich war die Nummer 23 im Kader, hab‘ die Schuhe geputzt und die Koffer getragen – aber es war eine tolle Zeit. Ich hab’ wahnsinnig viel gelernt, auch für meine Arbeit als Trainer", erzählt Plattner vor dem Pokalspiel der AZ.


Gibt's bei Ebay: Autogrammkarte von Anton Plattner aus den 1960ern.

Dabei wäre er selbst fast bei den Sechzgern gelandet. "Ich war zum Probetraining da und hab’ dann nichts mehr gehört." Und in der Ära des verstorbenen Ex-1860-Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser (1992 bis 2004) war er sogar einmal als Trainer im Gespräch.

Keine Bewerbung an den TSV 1860

Doch Plattner weigerte sich beharrlich, die vom TSV 1860 erbetenen schriftliche Bewerbung abzugeben: "Was hätte ich da reinschreiben sollen? Ich wollte mit denen reden. Tja, dann haben sie eben Willi Bierofka geholt." Kurios: Dessen Sohn Daniel ist am Mittwoch bekanntlich Plattners Pendant auf der Gegenseite.


Dornachs Löwen-Fan Friedl Kowatsch. Foto: Herbert Wirtz 

Für die Blauen im Klub ist die Toto-Pokal-Partie natürlich das Größte überhaupt. "Diesmal werde ich mir mein 1860-Tattoo am Arm wohl überkleben", sagt Elfriede "Friedl" Kowatsch der AZ, die 20 Jahre Wirtin im Vereinslokal war. Und einige Anekdoten liefert. Etwa, dass sie solange ein rotes Auto fuhr, bis sie den Spott vieler Vereinsmitglieder nicht mehr ertragen konnte.

Heute fährt die Löwin einen blauen Seat - spektakulär: mit Löwen-Emblem auf der Motorhaube.


Friedl Kowatsch mit ihrem Lieblings-Löwen Benny Lauth. Foto: privat

Demnächst soll auch ein Autogramm ihres Lieblings-Sechzgers Benny Lauth auf der Autotür prangen, erzählt die 73-Jährige: "Es ist schon alles organisiert. Er weiß Bescheid..."

Lamentieren vor Löwen-Gastspiel

Also alles gut beim SV Dornach, sollte man meinen, doch der Klub hätte nur zu gerne im heimischen Sportpark gespielt ,- was allerdings aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist. Der zweite Vorsitzende Klaus Zornek atmet angesichts der vielen Arbeit tief durch. Nicht zuletzt wegen der ganzen Auflagen, die der kleine Verein zu wuppen hat. "Wenn ich das gewusst hätte", meint er und stöhnt: "Ich hoffe, dass wir am Ende nicht draufzahlen müssen."

Plattner konzentriert sich indes aufs Sportliche: Für den Trainer ist alles bis zu einem 0:5 ein super Ergebnis. Und er verspricht: "Wir wollen Fußball spielen - und wir können auch unser Tor machen."

TSV 1860 contra Bayern München: Historie der Sticheleien

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