TSV 1860 schon in Wiesn-Stimmung: "Das bringt so eine Mannschaft zusammen"
Bei der Klassiker-Frage nach den strammsten Wadln herrschte Einigkeit im Löwen-Rudel. An Florian Niederlechner kommt keiner heran, er ist der inoffizielle und ungekrönte Trachtenkönig des TSV 1860. "Der Flo Niederlechner sieht schon super aus", findet Raphael Wach und auch Neu-und-Wieder-Sechzger Raphael Ottstimmt zu: "Der ist ein guter Kandidat."
Die Löwen, die Wiesn und das Outfit, das passt in der Regel sehr gut zusammen. Die Löwen, die Wiesn und der Erfolg, das ist freilich so eine Sache. In der vergangenen Drittliga-Saison wurden während des Oktoberfestes Trainer Patrick Glöckner und Sportchef Christian Werner gefeuert. Ähnliche Kapriolen sind diesmal nicht zu erwarten. Aber wie oft die Sechzger neben dem offiziellen Mannschaftsbesuch vom 1860-Coach Alper Kayabunar auf die Theresienwiese losgelassen werden, das hängt sehr wohl auch von Ertrag und Leistung ab.
Eberwein hofft auf Wiesn als Teambuilding-Event
"Wir werden auf jeden Fall alle einmal zusammen gehen, da freue ich mich schon drauf", sagte Michael Eberwein und schob nach: "Und was wir dann dürfen oder nicht, das hängt auch ein bisschen davon ab, wie es gerade läuft." Also wäre es sinnvoll, am Sonntag gegen Landsberg (15 Uhr) die gute Form weiter zu konservieren, und auch am Dienstag darauf im Toto-Pokal gegen Buchbach (19 Uhr) und am besten den ganzen September hindurch bis in den Oktober hinein. Dann wird sicher das eine oder andere Auge zugedrückt.
Eberwein, der in der letzten Dekade im Westen, Norden und Osten des Landes seine Profikarriere verlebte und sich daher lange in Wiesn-Verzicht über musste, sieht einen Volksfestausflug durchaus auch als teambildende Maßnahme. "Ich finde es immer wichtig", erläuterte der 30-Jährige, "dass man als Mannschaft auch außerhalb vom Fußball mal was zusammen macht, dass man sich besser kennenlernt. Das bringt so eine Mannschaft zusammen, da ist die Wiesn eine gute Gelegenheit."
Der Löwe ist zurück - zumindest auf der Lederhose
Von Vorteil wäre es da, wenn nicht nur Niederlechner sich im Outfit sehen lassen kann. Aber Mittelfeldspieler Wach hat da keine Bedenken. "Ich finde, das sieht bei allen ganz gut aus, würde ich sagen. Es gibt ein, zwei, bei denen man sieht, die waren noch nicht so oft in der Lederhose, aber die meisten machen einen guten Eindruck", urteilte er. Und, Herr Wach, wer hat noch Lederhosendefizite? "Das bleibt ein Geheimnis."
Und ist ja auch nicht so wichtig. Der 23-jährige Wach ist ohnehin total begeistert, dass er nun selbst zu den Auserwählten gehört, die ausgestattet werden. In der Vorsaison als Teil der U21 in der Bayernliga hatte er dieses Privileg nicht. "Ein sehr, sehr cooles Gefühl" sei es, in die Tracht zu schlüpfen, sagte Wach strahlend, "ich war letztes Jahr in der Zweiten, da waren wir schon immer neidisch auf die Erste. Jetzt freue ich mich, auch drin zu sein."

Zumal ein besonderes Accessoire die Wiesn-Kluft ziert, das auf den Trikots fehlt: der Löwe. "Die mit dem Löwen gefällt mir gut", sagte Eberwein prompt. Ott meinte, dass dies zeige, "dass der Löwe im Hintergrund da ist und wir, die Spieler, ihn im Herzen tragen und die Werte auch verkörpern." Darauf käme es für Wach nämlich vor allem an, ob man den Löwen nun sieht oder nicht: "Das Wichtigste ist, dass wir den Löwen im Herzen tragen."
Ismaik überlässt den Lederhosen-Löwen kostenfrei
Wie er jedoch auf die Lederhose und die Weste gelangte, kann Axel Munz, der Geschäftsführer bei Angermaier-Trachten, aufklären. Die 1860 Merchandising-GmbH von Hasan Ismaik hat der Traditionsfirma die Nutzung ohne Weiteres gestattet. "Wir zahlen keinerlei Lizenzgebühr und haben das Recht, die Lederhosen über all unsere Kanäle zu vertreiben", ließ Munz die AZ wissen. Zum Preis von 368,60 Euro im Angermaier-Shop kann jeder Fan, wie auch immer der oder diejenige zu Ismaik steht, das gute Stück erwerben – ohne schlechtes Gewissen.
Das hätte die Sechzger auch ungern beim Wiesn-Ausflug. Deshalb sagte Eberwein: "So weitermachen, wie wir die letzten Spiele auch gespielt haben. Nicht runter vom Gaspedal."
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