TSV 1860 München: Ismaik versus Verein: Flächenbrandgefahr bei Sechzig

1860-Boss Robert Reisinger positioniert sich im Ringen um die Löwen – und will das Gespräch mit Hasan Ismaik suchen. Kommt der Investor bald nach München?
| Matthias Eicher
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Gegner in derselben KGaA: Investor Hasan Ismaik (l.) sowie 1860-Präsident Robert Reisinger (m.) und dessen Vize Hans Sitzberger, die den Verein als zweiten Gesellschafter vertreten.
Augenklick, AZ-Montage Gegner in derselben KGaA: Investor Hasan Ismaik (l.) sowie 1860-Präsident Robert Reisinger (m.) und dessen Vize Hans Sitzberger, die den Verein als zweiten Gesellschafter vertreten.

München - Hasan Ismaik raucht gerne Zigarre. So geschehen des Öfteren auf der Tribüne der Spiele seines Spielzeugs, des TSV 1860. Momentan haben, wie unschwer zu erkennen ist, das Spielzeug und sein Investor die Lust aufeinander verloren. Die neuste Episode im komplizierten Verhältnis zwischen dem Jordanier und seinem in die Viertklassigkeit getaumeltem Klub: Der externe Prüfbescheid des Antrags von Sechzigs Vereinsmitglied Ulla Hoppen, man müsse den Kooperationsvertrag mit Ismaik aufkündigen, ist negativ ausgefallen.

Geplatztes Date zwischen Reisinger und Ismaik

Die Mitgliederversammlung hatte den Antrag im Sommer angenommen, zur darin vorgesehenen Kündigung bis 24.1. wird es wohl nicht kommen. "Wir wissen auch nicht, wie es weitergeht. Die Situation ist verworren, eine große Unbekannte", erklärte ein Insider der AZ. Ein Statement der Vereinsbosse ist erst nach der Prüfung des Bescheids durch den Verwaltungsrat zu erwarten, doch es steht fest, dass es wohl nicht zu einer Brüskierung Ismaiks kommen wird.

Glaubt man dessen Erklärung, wird es auch nicht zu einem Anteilsverkauf an Webasto-Boss Gerhard Mey kommen. Und jetzt, Löwen? Angesichts der unklaren Lage wäre umso wichtiger, Daniel Bierofkas Appell ("Wär‘ nicht schlecht, sich zusammensetzen") Folge zu leisten. Doch das gestaltet sich bei Sechzig einmal mehr schwierig.

Lesen Sie auch: 1860-Ende noch in diesem Jahr: Der Fauser-Fahrplan

"Für August war ein Treffen mit Ismaiks Bruder Yahya angedacht. Das Treffen kam aber vonseiten Yahya Ismaiks nicht zustande. Seither war er meiner Kenntnis nach auch nicht mehr in München", erklärte Präsident Robert Reisinger der AZ über das geplatzte Date mit dem Investorenbruder.

Reisinger: "Das ist totaler Unsinn"

Bei einem Fanklub-Treffen der Region zwei der ARGE in Adelzhausen hatte er erklärt, dass eine Aussage von ihm in einem Internet-Blog diesbezüglich aus dem Zusammenhang gerissen worden war. Dort wurde suggeriert, dass Reisinger weiterhin keine Gesprächsbereitschaft sehe.

In der AZ bestreitet der Oberlöwe: "Das ist totaler Unsinn. Das habe ich so nicht gesagt." Ismaik und dessen Berater Mutaz Sabbagh waren bisher auf mehrfache AZ-Anfragen nicht zu einem Statement bereit. Reisinger hatte sich darüber hinaus zu einer Stellungnahme hinreißen lassen und am Dienstag erklärt, kein "Facebook-Präsident" sein zu wollen. Das postete er ausgerechnet auf Facebook.

In seiner Nachricht schrieb er an sämtliche "Blogs, Foren, Berichten und Kommentaren in sozialen Medien" gerichtet: "Wenn Euch die Löwen wirklich am Herzen liegen, sollten die Publikationen stets der Hafen der Vernunft im Meer des Unsinns sein und nicht an der Lunte zündeln – denn der ausbrechende Flächenbrand ist niemals kontrollierbar." 

Kein fixer Fauser-Nachfolger

Zudem deutete der Präsident in Adelzhausen an, dass demnächst eine Aufsichtsratssitzung stattfinden werde, zu der man Ismaik erwarte. Für Brandgefahr könnte dann auch die Geschäftsführerfrage nach dem wohl spätestens zum Jahresende bevorstehenden Abschied von Markus Fauser sorgen.

Nach AZ-Informationen ist Finanzdirektor Michael Scharold seitens des Vereins zwar Favorit auf den Posten, der frühere Projekt- und Finanz-Leiter des FC Schalke 04 (2010-17) ist aber längst nicht fixer Fauser-Nachfolger. Dafür müsste erst Ismaik zustimmen, der allerdings vielmehr an ein Comeback seines Statthalters Anthony Power, mittlerweile Co-Geschäftsführer der Merchandising-GmbH denken dürfte.

Das würde der Verein nach AZ-Informationen erneut durch die 50+1-Regel zu verhindern wissen. Klingt zwischen Sechzig und dem Mann mit der Zigarre eher nach Flächenbrand denn Friedenspfeife.

Lesen Sie hier: Hier absolvieren die Löwen ihr Winter-Trainingslager

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren