TSV 1860 München bei der SpVgg Unterhaching: Fast Derbysieger

In Unterhaching sehen die Löwen wie der Gewinner aus, dann gleicht Schimmer in der Schlussminute aus. "Wir machen ein super Spiel, aber wie immer belohnen wir uns nicht", schimpft Keeper Hiller.
| Matthias Eicher
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Die Hachinger um Torschütze Stefan Schimmer (Mitte) jubeln über den späten Ausgleich, Löwen-Torwart Hiller ist sauer.
Rauchensteiner/Augenklick Die Hachinger um Torschütze Stefan Schimmer (Mitte) jubeln über den späten Ausgleich, Löwen-Torwart Hiller ist sauer.

München - Unzählige Schüsse krachten durch den Alpenbauer Sportpark. Böllerschützen in Tracht. Nebst Blasmusik sollten sie es einläuten, das erste S-Bahn-Derby seit elf Jahren. Haching gegen Sechzig. Die Rot-Blauen gegen die Blauen. (Hier gibt's die Partie im Liveticker zum Nachlesen)

Tausende Löwen pilgerten von Giesing nach Unterhaching. "Die Nummer eins der Stadt sind wir", sangen sie mit einer Stimmgewalt, der die Hausherren nichts entgegenzusetzen hatten. Auch auf dem Rasen sah es lange nach einem Sieg der Sechzger aus – doch in der Schlussminute schaffte Haching noch die Wende.

Das mit so viel Spannung herbeigesehnte Duell am neunten Spieltag der Dritten Liga des TSV 1860 bei der Spielvereinigung Unterhaching brachte fast Siegestaumel für Sechzig. Aber nur fast. Adriano Grimaldi (55.) erzielte die Führung für die weiß-blauen Fast-Derbysieger, Joker Stefan Schimmer schaffte den Ausgleich (90.).

Zuvor hielt 1860-Torhüter Marco Hiller einen Elfmeter von Josef Welzmüller (79.). Damit blieb in einem dramatischen Duell ein Sieger aus, Haching bleibt ebenso in der Spitzengruppe wie Sechzigs Makel in der Dritten Liga, die Spiele nicht über die Bühne zu bringen.

Eine Eins, eine Fünf: Noten für die unglücklichen Löwen

Haching-Coach Schromm: "Haben erst nach dem 0:1 Fußball gespielt"

"Das ist Wahnsinn. Wir machen ein super Spiel, aber wie immer belohnen wir uns nicht", schimpfte Hiller bei "telekomsport.de". Gefasster war sein Trainer Daniel Bierofka: "Für mich war wichtig, dass wir eine Reaktion zeigen im Vergleich zum Spiel gegen Wehen. Na klar tut es weh, wenn man den Sieg schon in den Händen hält. Aber auf dieser Leistung können wir aufbauen."

Hachings Trainer Claus Schromm hingegen meinte: "Der Löwe hat es in der ersten Halbzeit gut gemacht. Wir haben erst nach dem 0:1 Fußball gespielt." Bierofka bot überraschend seine beiden "Sturm-Ochsen" Adriano Grimaldi und Sascha Mölders auf, zudem durfte Efkan Bekiroglu sein Drittliga-Startelfdebüt feiern.

Haching-Coach Claus Schromm setzte auf ein 4-4-2-System mit Ex-Löwe Stephan Hain und Luca Marseiler in der Spitze. Das Motto des Spiels schien zunächst zu heißen: keine Stimmung, keine Chancen. Nachdem sich Sechzigs Fanblock (insgesamt über 6.000 Löwen im Stadion) zum Stimmungsboykott entschlossen hatte, passierte auf dem Rasen nicht viel. (Lesen Sie hier: Tribünenchaos in Haching! Löwen-Block völlig überfüllt)


Da ist die Löwen-Welt noch in Ordnung: Grimaldi feiert das 1:0. (Foto: Rauchensteiner/AK)

1860 in Haching: Mölders vergibt Chance zum 2:0 kläglich

Die Anspannung der beiden Teams war greifbar, keiner wollte den ersten Derby-Fehler begehen. Die erste dicke Chance für die giftgrünen Gäste gab es erst in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs: Mölders stand frei vor Keeper Lukas Königshofer, zielte aber am Pfosten vorbei.

Nach dem Seitenwechsel ging’s weiter mit weiß-blauen Torchancen vor der "eigenen" Kurve: Daniel Wein setzte einen Freistoß von der Strafraumgrenze flach haarscharf vorbei (48.). Dann folgte der Auftritt von Grimaldi: Nach einer Hereingabe von Quirin Moll sprintete er vor das Tor und staubte zum überwältigenden Jubel der Fans ab.

Der TSV blieb dran und verpasste mehrfach knapp das 2:0. Und Haching? Sascha Bigalke zog ab, Moll warf sich dazwischen und der Ball landete nur auf dem Tornetz (67.). Im Gegenzug vergab Mölders völlig blank kläglich (68.).

Die Stimmung kochte noch mehr über, als Mölders einen Strafstoß verursachte – und Hiller hielt! "Unser Video-Analyst hat mir angezeigt, wohin er schießt", meinte Hiller. Als Sechzig schon vom Derby-Dreier träumte, war Schimmer zur Stelle – und vertagte die Frage nach einem Sieger ins Rückspiel.

SpVgg Unterhaching gegen TSV 1860  1:1  (0:0) 

SpVgg Unterhaching: Königshofer - Welzmüller (84. Widemann), Endres, Greger, Winkler - Stahl, Bigalke - Marseiler (71. Hagn), Porath - Hufnagel (65. Schimmer), Hain
TSV 1860 München: Hiller - Paul, Weber, Lorenz, Steinhart - Willsch, Wein, Moll, Bekiroglu (82. Abruscia) - Grimaldi, Mölders (87. Karger)
Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)
Zuschauer: 14 200 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Grimaldi (55.), 1:1 Schimmer (90.)
Besonderes Vorkommnis: Hiller pariert Foulelfmeter (79.)
Gelbe Karten: Endres, Greger, Marseiler, Hufnagel / Grimaldi

______________
 

ZUM FREUEN: Ein Derby, rasant und stimmungsvoll.

ZUM ÄRGERN: Einlassärger im blauen Block.

MEIN HELD: Marco Hiller, Elfmeter- und Nachschuss-Töter.

JA, MEI: Bierofkas Kabinenpredigt scheint gewirkt zu haben.

 

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren