TSV 1860: Günther Gorenzel kritisiert Waldhof Mannheim erneut

Der Streit in der 3. Liga droht zu eskalieren: Günther Gorenzel hat erneut Mannheims Geschäftsführer Markus Kompp für dessen Aussagen kritisiert. Der Sport-Boss des TSV 1860 erhält Zuspruch aus der Liga.
| AZ/dpa
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München - Abbruch oder Geisterspiele? Die Corona-Krise spaltet die 3. Liga weiter in zwei Lager. Die Begründung von Waldhof Mannheim für einen Saison-Abbruch sorgt jetzt erneut für Aufregung. Der Tabellenzweite hatte sich wegen eines Todesfalls im direkten Umfeld eines Spielers gegen eine Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit ausgesprochen.

Wie "Bild" und "kicker" berichten, sprach Sechzigs Sport-Boss Günther Gorenzel der Familie des Waldhof-Spielers zwar sein aufrichtiges Beileid aus, dennoch kritisierte er Mannheims Geschäftsführer Markus Kompp erneut: "Dass Sie sich in Ihren Ausführungen, die causa Spielfortsetzung in der 3. Liga, nun über die Expertise der medizinischen Task Force der DFL stellen, und den tragischen Vorfall in Ihren Klub sportpolitisch positionieren, soll jeder aus moralischer Sicht selber bewerten", so Gorenzel in einer E-Mail.

Auch Rostock und Chemnitz kritisieren Mannheim

Der Sport-Geschäftsführer der Löwen, der von der erneuten Indiskretion der Mannheimer nicht überrascht gewesen sei, präferiere demnach eher Sachen intern zu klären. Gorenzel ist allerdings nicht der Einzige in der 3. Liga, der eine sportpolitische Motivation hinter dem Vorgang vermutet.

"So ein Vorgang hat ja auch eine ethische Komponente. Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich diesen Weg so nicht gewählt hätte", sagte Chemnitz-Präsidentin Romy Polster. Robert Marien, Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock, kommentierte: "Unser aufrichtiges Beileid an die Familie. Aber die Art und Weise, so etwas zu lancieren und die Ankündigung, es zu veröffentlichen, lässt sich streiten." Zudem soll Gorenzel Zuspruch von Ingolstadt und der SpVgg Unterhaching erhalten haben.

Vater von Mannheim-Profi an Coronavirus gestorben

An diesem Montag ist eine Videokonferenz der 20 Klubs zu weiteren Konsequenzen in der Corona-Krise angesetzt. Nach Informationen der "Rheinpfalz" (Samstag) ist der Vater eines Waldhof-Profis an Covid-19 gestorben. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine E-Mail von Waldhof-Geschäftsführer Kompp, in welcher dieser den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und andere Drittliga-Clubs über den Todesfall informiert hat.

"Nach Rücksprache mit dem Spieler kann ich bestätigen, dass es diese E-Mail gibt", sagte Kompp dem Blatt. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass es bei Geisterspielen zu weiteren Infektionen und möglicherweise zu Todesfällen kommen kann, sprechen sich die Waldhöfer für einen Abbruch der aktuellen Spielzeit aus.

Die Mannheimer stehen auf dem zweiten Tabellenplatz und könnten bei einem Abbruch in die 2. Liga aufsteigen.

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