TSV 1860 gegen Uerdingen: Blauer Traum gegen Blauer Brief

Duell der Gegensätze: Während 1860 seine (kleine) Aufstiegschance wahren will, geht es für den Gegner KFC Uerdingen gleich doppelt ums Überleben. Sechzig-Boss Gorenzel: "Es ist noch vieles möglich."
| Matthias Eicher
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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Sascha Mölders (l.) und Stefan Lex.
Jubel, Trubel, Heiterkeit: Sascha Mölders (l.) und Stefan Lex. © R'steiner/AK, imago

München - Beide kämpfen sie an unterschiedlichen Tabellenende dafür oder dagegen, die Dritte Liga zu verlassen. Die Spieler der Sechzger haben - im krassen Gegensatz zu den vergangenen Jahren - rekordverdächtig früh Planungssicherheit, weiter den Löwen auf der Brust zu tragen.

Die Krefelder Kicker dagegen haben keinen Schimmer, ob sie nächste Saison noch für denselben Klub auflaufen.

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Duell der krassen Gegensätze

Das Duell des TSV 1860 am Samstag gegen den KFC Uerdingen, es ist ein Duell der krassen Gegensätze. Der Tabellen-Vierte (48 Punkte), nach wie vor mit (kleinen) Aufstiegs-Chancen ins Fußball-Unterhaus, muss zum Sechzehnten, der mit 33 Zählern nur zwei Pünktchen über dem Strich steht.

"Neun Punkte - das klingt natürlich nach viel. Es sind aber noch neun Spiele. Ich denke, es ist noch alles drin", meinte 1860-Torwart Marco Hiller über den Aufstiegstraum trotz satten Punkterückstands aufs Spitzentrio. Worte, denen sich Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel anschließt. "Es ist noch vieles möglich in der Liga, das betonen auch unsere Spieler. Von dem her wollen wir darauf unseren Fokus richten", meinte der Österreicher. Sechzig hat den Glauben - und die Hoffnung - noch nicht aufgegeben. Die blauen Träume leben.

Uerdingen kämpft gegen Abstieg und ums wirtschaftliche Überleben

In Uerdingen könnte die Lage nach den jüngsten Geschehnissen unsicherer kaum sein: Neben dem drohenden Abstieg kämpft der Krefelder Klub auch um das wirtschaftliche Überleben.

"Uerdingen hat mit der ungewissen Zukunft der Spieler sicher Themen, die sie zum Nachdenken bringen, aber die können wir nicht beeinflussen. Ich kann nur sagen, dass mein Kollege Stefan Krämer dort einen super Job macht, die Mannschaft durch so eine ungewisse Zeit zu führen", sagte Trainer Michael Köllner über die KFC-Krise, die freilich auch der 1860-Coach vernommen hat: Einige Akteure, darunter der von 1860 im Winter umworbene Dave Gnaase, haben nach der verkündeten Insolvenz von einem Sonderkündigungsrecht ihrer Verträge Gebrauch gemacht. Wie der "Kicker" am Donnerstag berichtete, sollen nun Anfang April mindestens drei Spieler ohne Vorwarnung ihre Kündigungen zu Saisonende erhalten haben.

Der KFC verteilt Blaue Briefe

Und das direkt vor dem Duell mit den Löwen? Zuletzt hatte der wiedererstarkte Ex-Löwe Adriano Grimaldi den Uerdingern mit vier Treffern in den letzten vier Spielen acht Punkte beschert. "Sie haben Konstanz reinbekommen, der Erfolg ist zurückgekehrt", meinte Köllner über die Trendwende, nachdem der Verein immerhin die sofortige Einstellung des Ligabetriebs abwenden konnte.

Ob nun die Blauen Briefe der Krefelder die blauen Träume der Löwen beeinflussen? "Fakt ist: Sie werden sicher alles geben, das haben sie in den letzten Wochen auch getan", meinte Köllner: "Sie werden die drei Punkte genauso wollen wie wir."

Das Pokal-Aus gegen Türkgücü (0:1) und die vorherigen "Hardcore-Spiele" in der Liga gegen Dynamo Dresden (1:0) und den FC Ingolstadt im Toto-Pokal (7:6 nach Elfmeterschießen) hat 1860 laut Sechzigs Trainer gut weggesteckt. "Das Aus im Pokal ist ärgerlich, keine Frage. Natürlich stinkt einem die Niederlage", sagte der 51-Jährige, der aber auch durchblicken ließ, nicht unglücklich über das Ausscheiden zu sein. Schließlich bleiben den Löwen so - bis zu drei - weitere Pokalspiele erspart: "Wir haben es über die Liga selbst in der Hand."

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Was Sechzigs Personal angeht, bleiben vor dem Abflug Richtung Osnabrück-Münster aber einige Fragezeichen. "Wir haben prinzipiell nur einen Ausfall, das ist Stephan Salger mit seiner fünften Gelben Karte", sagte Köllner. Doch Marius Willsch ist ebenso angeschlagen wie das Trio Dennis Erdmann, Semi Belkahia und Daniel Wein. "Wir werden sehen, wer im Kader stehen wird", gibt sich Köllner kryptisch.

Und es wird sich zeigen, wie gehemmt oder losgelöst die beiden Kontrahenten ob ihrer mehr oder weniger gewissen Zukunft agieren.

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