TSV 1860: Football-Löwe Greilinger - Erst Lübeck, dann Super Bowl

Fabian Greilinger wurde früh mit dem Football-Virus infiziert, sein Vater spielte einst sogar in der Zweiten Bundesliga. Für das Duell der Superstars Brady gegen Mahomes am Sonntag hat er einen klaren Favoriten.
| Matthias Eicher
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Junglöwe Fabian Greilinger hat neben dem Fußball noch eine zweite sportliche Leidenschaft: American Football.
Junglöwe Fabian Greilinger hat neben dem Fußball noch eine zweite sportliche Leidenschaft: American Football. © imago images / Passion2Press

München - Tampa Bay Bucks gegen Kansas City Chiefs, Quarterback-Legende Tom Brady gegen Shootingstar Patrick Mahomes: Wenn in der Nacht auf Montag der 55. Superbowl steigt, wird ein Löwe vor seinem Fernseher mitfiebern: Fabian Greilinger.

"Ich bin schon als Junge Football-Fan geworden", sagt der Junglöwe der AZ. "Als kleiner Bub an Vaters Hand", heißt es in einem Löwen-Fansong, war Greilinger erstmals losmarschiert - zu den Kirchdorf Wildcats und nicht zu den Münchner Löwen. "Mein Vater hat dort gespielt, als Outback Linebacker in der 2. Bundesliga."

Football ist der zweitliebste Sport von Junglöwe Fabian Greilinger

Greilinger junior feuerte draußen an. Später spielte der Klub, öfter unter den Augen der Greilingers, sogar erstklassig. "Es war schon cool, wenn Frankfurt Universe oder die Braunschweig Lions bei uns in der Provinz waren", erzählt der 20-Jährige über seine zweitliebste Sportart vor der eigenen Haustür.

Wie einst der Papa läuft Sohnemann Fabian die Seitenlinie entlang. Nicht, um dem Gegner ein Ei abzujagen, sondern einen Ball Richtung Tor zu kicken. "Mein Vater hat immer gesagt: 'Werd bloß kein Footballspieler, da verdient man in Deutschland kein Geld." Daher habe der früh blau eingefärbte Filius bei 1860 angeheuert. Greilinger, der Football-Löwe.

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Fabian Greilinger über Superbowl: "Ich hoffe, dass die Chiefs gewinnen"

Im Normalfall hört Sechzigs Offensivspieler gern den Podcast "Football Bromance" mit den Ex-Football-Cracks Björn Werner und Patrick Esume, wenn er aus seiner niederbayerischen Heimat fast täglich über zwei Stunden zum 1860-Training pendelt. Diesmal verrät er der AZ am Telefon, neben seinem klaren Favoriten im NFL-Finale, dass er in den vergangenen Jahren auch mal klassisch "bei Spezln mit Burger und Spareribs" geschaut habe: "Ich bin Fan der Los Angeles Rams, aber ich hoffe, dass die Chiefs gewinnen. Die haben Eier", meint Greilinger.

Und: "Brady hat schon so viele Titel gesammelt, auch vorher mit den Patriots, die ja oft als der FC Bayern der NFL bezeichnet werden. Da muss nicht noch einer dazukommen." Mahomes sei ihm "deutlich sympathischer" als Brady. Großkopferte wie die Roten können echten Löwen freilich gestohlen bleiben.

Auch Salger und Lex sind Football-Fans

Der einzige Sechzger mit Football-Vorliebe sei Greilinger nicht. "Salgi war ganz traurig, als seine Packers im Halbfinale ausgeschieden sind." Mit den Gleichgesinnten Stephan Salger und auch Stefan Lex komme es öfter zu running gags mit Football-Bezug: Beim Torschusstraining werde "schon mal zelebriert", wenn ihn Sascha Mölders, Greilinger selbst oder andere Mitspieler "deutlich drüberjagen" über den Kasten: "Da scherzen wir: 'Was für ein field goal!'", so Greilinger lachend.

Und ein Löwe mit Quarterback-Qualitäten? "Marco Hiller", meint Kollege "Greile", denn: "Der hat als Torwart brutale Arme und kann deshalb gut abwerfen - und er hat ja kürzlich gezeigt, dass er einstecken kann." Eine Anspielung auf den üblen Tritt von Bayerns Joshua Zirkzee bei 2:0-Derby-Sieg in Hillers Gesicht.

Fabian Greilinger: "Ich bin auf dem Platz auch ein Kämpfer"

Genau dies begeistert den Fußballer Greilinger aber am amerikanischen Football-Kult. "Football ist eine Sportart mit vollem Körperkontakt. Du musst immer hundert Prozent geben, sonst wirst du platt gemacht und tust dir weh." Dies habe er sich für sein Wirken mit dem Löwen auf der Brust hinter die Ohren geschrieben: "Ich bin auf dem Platz auch ein Kämpfer, der sich körperlich voll reinhaut."

Nur knapp 70 Kilo Kampfgewicht bringt der 1,76 Meter große Mann auf die Waage - trotzdem war der Youngster etwa für Bundesligist Eintracht Frankfurt in der Ersten Runde des DFB-Pokals (1:2) oder den SV Türkgücü (2:2) ein unangenehmer Gegner. "Ein geiles Gefühl", meinte der Blondschopf über seine Tor-Premiere gegen den Münchner Drittliga-Rivalen.

Und sein ganz persönlicher Super Bowl? "So hoch wie möglich spielen, am liebsten mit Sechzig." Als Tabellen-Dritter wolle er keine Parolen raushauen, aber: "Natürlich sagt bei uns auch keiner: 'Nein, wir haben keine Bock auf den Aufstieg.'" Dafür muss, erst recht nach dem 0:1 gegen Zwickau, am Samstag bei Schlusslicht VfB Lübeck ein Dreier her. Greilinger über seine beiden Highlights am Wochenende: "Wir wollen auf jeden Fall Lübeck schlagen, dann sind wir wieder in der Spur und ich kann am Sonntag beruhigt den Chiefs die Daumen drücken."

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