Höhere Sponsoringerträge trotz Corona: Wie der TSV 1860 aus der Krise Kapital schlägt

Der finanzgeplagte TSV 1860 meistert die Corona-Krise in bemerkenswerter Weise. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Sponsoringerlöse sogar gesteigert werden – und dank der treuen Fans haben die Löwen sogar die fehlenden Ticketeinnahmen zum Großteil kompensiert.
| Bernhard Lackner
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Der Mann der Zahlen beim TSV 1860: Finanz-Boss Marc-Nicolai Pfeifer
Der Mann der Zahlen beim TSV 1860: Finanz-Boss Marc-Nicolai Pfeifer © IMAGO / MIS

München - Es war eine Herkulesaufgabe, derer sich Marc-Nicolai Pfeifer im vergangenen Sommer angenommen hat. Der Nachfolger von Michael Scharold als kaufmännischer Geschäftsführer sollte den finanziell ohnehin angeschlagenen TSV 1860 möglichst unbeschadet durch die Corona-Krise manövrieren und dabei den Spagat zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlichen Ambitionen meistern.

Nicht nur sportlich läuft es bei den Löwen seitdem – auch finanziell kommt der Giesinger Traditionsverein gemessen an den Umständen bemerkenswert gut durch die Krise. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit durfte Pfeifer das von den Gesellschaftern gemeinsam erarbeitete Basispaket präsentieren, wodurch die finanziellen Grundlagen für die kommende Spielzeit gelegt waren.

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TSV 1860 kann sich auf Fans und Partner verlassen

Auch die durch Scharold initiierte Dauerkarten-Aktion, mit der die wegfallenden Zuschauereinnahmen - in einer normalen Saison einer der wichtigsten Posten in der Löwen-Bilanz - aufgefangen werden sollten, erwies sich in Umsetzung und Ertrag als voller Erfolg. Insgesamt gingen rund 11.000 Tickets über die virtuelle Ladentheke, knapp 80 Prozent der Löwen-Fans verzichteten dabei auf ihren Rückerstattungsanspruch.

Doch auch auf seine Sponsoren konnten sich die Sechzger in der Krise verlassen. Unmittelbar vor dem Saisonstart wurde die Etaterhöhung durch Hauptsponsor "die Bayerische" und weiterer Partner bekanntgegeben, was den finanziellen Spielraum an der Grünwalder Straße massiv erhöhte. Schon im Sommer hatten die Löwen also zumindest teilweise Planungssicherheit – trotz aller Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie.

"die Bayerische"-Marketingleiter Joachim Zech zusammen mit den Löwen-Geschäftsführern Marc-Nicolai Pfeifer und Günther Gorenzel (v.l.) am Dienstag.
"die Bayerische"-Marketingleiter Joachim Zech zusammen mit den Löwen-Geschäftsführern Marc-Nicolai Pfeifer und Günther Gorenzel (v.l.) am Dienstag.

TSV 1860 klettert in der Sponsoren-Tabelle

"Insbesondere in solch schwierigen Zeiten ist Sponsoring extrem wichtig", sagte Pfeifer jüngst im "Löwen TV": "Wir haben es schönerweise mit der ganzen Löwen-Familie geschafft, uns im Wettbewerb mit den anderen 19 Mannschaften der Liga eine sehr ordentliche Ausgangssituation zu schaffen."

Tatsächlich lässt sich das auch faktisch belegen. "Was mich als Finanzer sehr stolz macht, ist dass wir trotz Corona sogar ein kleine Fortentwicklung verzeichnen konnten", teilt der schwäbische Zahlen-Jongleur mit und hatte eine kleine Erfolgsmeldung zu verkünden: "Die Sponsorenerlöse sind nicht nur verteidigt worden, hier haben wir uns sogar verbessert. Im Ligavergleich lagen wir hier im vergangenen Jahr auf Platz neun, jetzt liegen wir zur Winterpause sogar auf Platz acht. Da gibt es eine Entwicklung, das ist sehr positiv."

Hier sieht Pfeifer noch Kapital

Doch mit dem bisher Erreichten will sich Pfeifer nicht zufriedengeben – er hat bereits die mittel- bis langfristigen Planungen verstärkt in den Blick genommen. Offenbar hat der Schwabe im Grünwalder Stadion noch brachliegendes Kapital erkannt. Da auch in der Rückrunde nicht mit einer Rückkehr der Zuschauer zu rechnen ist, sollen Teilbereiche des Stadions Sponsoren zur Verfügung gestellt werden. Auch bei der Monetarisierung über die digitalen Kanäle sieht der 40-Jährige noch Potenzial.

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"Langfristig ist es wichtig, dass wir weiter strategisch an den Themen arbeiten", stellt Pfeifer klar. Man wolle nicht nur an "den kurzfristigen Euro" denken, sondern lieber an strategische Partnerschaften. In den kommenden Wochen will er daher mit den Sponsoren Gespräche über die langfristige Zukunft führen.

Die Löwen wollen schließlich weiter möglichst unbeschadet durch die Pandemie kommen. Wie lange die noch andauert, lässt sich kaum abschätzen. Pfeifers Herkulesaufgabe jedenfalls ist noch lange nicht vorbei.

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