TSV 1860: Aufsteiger Efkan Bekiroglu eifert großen Spielmachern nach

Spielmacher Efkan Bekiroglu vom TSV 1860 fühlt sich in seiner neuen Rolle immer wohler. "Man muss ihm in den Arsch treten", sagt Bierofka. Gorenzel meint: "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht"
| Matthias Eicher
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Bei den Löwen-Fans beliebt: Timo Gebhart.
imago/Philippe Ruiz 2 Bei den Löwen-Fans beliebt: Timo Gebhart.
Prominente Löwen-Spielmacher (v.l.): Piotr Nowak, Icke Häßler, Timo Gehbart.
firo, Rauchensteiner/Augenklick, dpa, AZ-Montage 2 Prominente Löwen-Spielmacher (v.l.): Piotr Nowak, Icke Häßler, Timo Gehbart.

München - Ballannahme per Brust. Fein runtergenommen mit dem Füßchen. Haken geschlagen. Angetäuscht. Pass zu Markus Ziereis – und verballert. Diese Szene, entnommen aus der Nachspielzeit des letzten Heimspiels der Löwen gegen den SV Meppen (1:0) zeigte nicht nur, dass der Stürmer des TSV 1860 eine Hundertprozentige vergab. Sie steht exemplarisch für unzählige weitere Momente – die zeigen, dass in den Reihen der Blauen einer heranwächst. Ein Spielmacher.

Efkan Bekiroglu, deutsch-türkischer Balljongleur, kam im Sommer 2018 vom FC Augsburg II auf Giesings Höhen. Als Perspektivspieler. Künftiger Hoffnungsträger. Jetzt hat sich der Löwe schon zum Drittliga-Spielgestalter gemausert. "Bei Efkan merkt man eine klare Entwicklung. Im Herbst hat er noch viel mehr Bälle verloren, war weniger präsent. Mittlerweile spielt er einen sehr klaren Fußball", erklärt Geschäftsführer Günther Gorenzel der AZ über den 23-Jährigen: "Der Junge hat großes Potenzial, deswegen haben wir ihn geholt."

Efkan Bekiroglu: Saison zwischen Tribüne und Stammplatz

Belege dafür gab es gegen Meppen zuhauf: Hier ein Traumpass auf Sascha Mölders, dort ein Zuspiel in die Schnittstelle zweier Verteidiger. Mehrere präzise Spielverlagerungen und Diagonalbälle, die Chancen der Sechzger einleiteten. Gorenzel: "Er hat viel mehr Effektivität in seinem Spiel als vor einem halben Jahr." Der athletisch gebaute, 1,85 Meter große Mann mit Spitznamen "Efe", er ist effektiver geworden – auch, weil ihm sein Trainer einige Dinge eingebläut hat.

"Man muss ihm in den Arsch treten", sagt Trainer Daniel Bierofka grinsend über seinen Mittelfeld-Mann, der seit Saisonbeginn folgende Episoden hinter sich hat: kurze Jokereinsätze, Bank, Tribüne, phasenweise Stammspieler im offensiven Mittelfeld, wieder draußen. "Ich will versuchen, in Timo Gebharts Fußstapfen zu steigen", erklärte der Zehner anfangs. Nach dem Ex-Löwen schreit mittlerweile keiner mehr.

Bei den Löwen-Fans beliebt: Timo Gebhart.
Bei den Löwen-Fans beliebt: Timo Gebhart. © imago/Philippe Ruiz

Jetzt hat Bekiroglu, begünstigt durch Quirin Molls Kreuzbandriss, seine Position etwas defensiver gefunden – wenngleich unter Gebrüll seines Coaches. "In Würzburg hat er sich sehr schwer getan, auch weil er die Position auf der Sechs noch nicht so gewohnt ist", erklärt Bierofka über Sechzigs kürzliche 1:2-Pleite, bei der er Bekiroglu zur Pause aus taktischen Gründen ausgetauscht hatte: "Ich habe es ihm danach erklärt, er hat es verstanden."

TSV 1860: Gorenzel will Bekiroglu halten

Was Bekiroglu, dessen Reaktion gegen Meppen mit die beste Saisonleistung war, wie kaum ein anderer Spieler versteht: Spieleröffnung. Der Karlsfelder ist einer der Sechzger (geworden), die es nicht nur draufhaben, sondern es sich auch zutrauen, einen Gegenspieler per Körpertäuschung oder Dribbling aussteigen zu lassen. Von der Riege ganz großer Löwen-Zehner wie Thomas "Icke" Häßler oder Piotr Nowak ist er freilich noch Welten entfernt. Aber: Die Richtung stimmt. Drei Treffer in 24 Spielen (plus ein Assist) bieten reichlich Steigerungspotenzial. Hat er, sagt Gorenzel: "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht."

Prominente Löwen-Spielmacher (v.l.): Piotr Nowak, Icke Häßler, Timo Gehbart.
Prominente Löwen-Spielmacher (v.l.): Piotr Nowak, Icke Häßler, Timo Gehbart. © firo, Rauchensteiner/Augenklick, dpa, AZ-Montage

Stellt sich wie bei vielen begnadeten Akteuren auf dem Weg nach oben die Frage, ob Bekiroglu (Vertrag bis Juni 2020) gehalten werden kann, erst recht bei den Konsolidierungs-Löwen. "Sollte ein Angebot kommen, würden wir uns damit beschäftigen", sagt Gorenzel ehrlich, bevor er beschwichtigt: "Aber aus meiner Sicht ist er fix eingeplant. Es müsste schon ein unmoralisches Angebot kommen." Ob höherklassige Klubs dazu bereit sind?

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