Trotz Insolvenzverfahren: Löwen-Konkurrent Lautern holt auch Pourié

Trotz finanzieller Schieflage kauft der 1. FC Kaiserslautern auf dem Transfermarkt weiter munter ein: Nach Tim Rieder verpflichteten die Roten Teufel am Montag mit Marvin Pourié den nächsten Ex-Löwen, die geplante Insolvenz geht derweil ihren Lauf.
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In der abgelaufenen Saison feierte Marvin Pourié den Aufstieg mit Eintracht Braunschweig.
In der abgelaufenen Saison feierte Marvin Pourié den Aufstieg mit Eintracht Braunschweig. © imago images / foto2press

Kaiserslautern - Während der TSV 1860 über Wochen hinweg auf die Etaterhöhung warten musste, um auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, geht man beim 1. FC Kaiserslautern einen anderen Weg: Trotz der finanziellen Schieflage - die Pfälzer stehen mit 20 Millionen Euro in der Kreide - haben die Roten Teufel zuletzt fleißig eingekauft.

Schon vor eineinhalb Wochen machte der ehemalige Bundesligist die Verpflichtung von Tim Rieder offiziell. Der gebürtige Dachauer war in der vergangenen Saison vom FC Augsburg an die Löwen ausgeliehen und zählte zu den absoluten Leistungsträgern. Sechzig hätte den Defensiv-Allrounder gerne gehalten, eine feste Verpflichtung scheiterte jedoch am Geld. Am Ende bekam Lautern den Zuschlag.

Trotz Planinsolvenz: Lautern verpflichtet bekannte Namen

Am Dienstag gaben die Pfälzer die Verpflichtung des nächsten hochkarätigen Ex-Löwen bekannt. Marvin Pourié, mit 22 Treffern Drittliga-Torschützenkönig der Saison 2018/19, wechselt für ein Jahr auf Leihbasis vom Karlsruher SC nach Kaiserslautern. Im kommenden Sommer haben die Roten Teufel außerdem eine Kaufoption. In Nicolas Sessa (Erzgebirge Aue), Marius Kleinsorge (SV Meppen) und Alexander Winkler (SpVgg Unterhaching) konnten die Verantwortlichen außerdem weitere gestandene Spieler mit Zweit- und Drittligaerfahrung auf den Betzenberg lotsen.

Marvin Pourié lief in jungen Jahren für den TSV 1860 auf.
Marvin Pourié lief in jungen Jahren für den TSV 1860 auf. © imago/Revierfoto

Dass Lautern, in der abgelaufenen Saison Tabellensiebter, auf dem Transfermarkt in diesem Sommer derart aktiv sein kann, erscheint zunächst verwunderlich. Am Dienstag hat das Amtsgericht Kaiserslautern das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung des Klubs eröffnet. Das Gericht setzte für den 29. Oktober eine Gläubigerversammlung unter der Leitung des zuständigen Richters fest. Dann sollen die Gläubiger über den erarbeiteten Insolvenzplan des FCK entscheiden.

Die mit über 20 Millionen Euro verschuldeten Pfälzer hatten am 15. Juni den Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Im Laufe des vorläufigen Verfahrens habe der Verein den Insolvenzplan konzipiert, sagte Kaiserslauterns Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. "Der Insolvenzplan liegt den Mitgliedern des vorläufigen Gläubigerausschusses bereits in einer vorläufigen Version zur weiteren Abstimmung vor", sagte der 51-Jährige.

Millionen-Spritze für den 1. FC Kaiserslautern

Zudem wurde der Investorenprozess weit vorangetrieben. Die Roten Teufel hatten sich Ende Juli für eine regionale Investorengruppe entschieden, die den finanziell angeschlagenen Traditionsverein laut Medienberichten mit acht Millionen Euro unterstützen will. Der FCK machte zu der Summe bisher keine Angaben.

Der sportliche Betrieb wird ungeachtet des Insolvenzverfahrens fortgesetzt. Kaiserslautern empfängt am 13. September den Zweitligisten Jahn Regensburg zum Erstrundenspiel im DFB-Pokal und eröffnet am 18. September mit einem Heimspiel gegen Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden die Drittliga-Saison 2020/21.

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