Torsten Fröhling im AZ-Interview: "Brauchen Verstärkung!"

In Teil 1 des Interviews spricht Torsten Fröhling über die sportliche Situation und verrät exklusiv in der AZ, wer in den neuen Mannschaftsrat gewählt wurde. Am Donnerstag nimmt er Stellung zum Führungs-Chaos bei 60.
| Matthias Eicher
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„Auf unserem Zettel stehen nach wie vor ein Stürmer, ein Rechtsverteidiger und ein Spielgestalter“, sagt 1860-Coach Torsten Fröhling über seine Spielerwünsche.
dpa „Auf unserem Zettel stehen nach wie vor ein Stürmer, ein Rechtsverteidiger und ein Spielgestalter“, sagt 1860-Coach Torsten Fröhling über seine Spielerwünsche.

AZ: Herr Fröhling, das Trainingslager im Tirol neigt sich dem Ende zu. Schade eigentlich, die Wohlfühloase wieder zu verlassen.

TORSTEN FRÖHLING: Es wäre manchmal schon sinnvoll, ein Trainingszentrum mit entsprechenden Bedingungen zu haben, um uns in Ruhe auf die Spiele vorzubereiten. Hier ist es ein sehr schönes, ruhiges und konzentriertes Arbeiten. Aber wir gehören genauso zu den Fans, müssen ansprechbar sein und uns dieser Verantwortung bewusst sein.

Klingt nach einer rundum gelungenen Zeit in Bad Häring – zumindest mit dem vorhandenen Personal.

Ich fand es sehr gelungen. Wir haben eine gute Mischung aus Belastung, Regeneration und Abwechslung zwischendurch hinbekommen. Wir sind aber noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Erst nach 500 Wiederholungen fangen Spielzüge, und Torschüsse an, sich zu automatisieren. Wir haben Fortschritte gemacht, aber es geht nichts von alleine. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.

Neuzugang Rodnei stand zum ersten Mal auf dem Platz. Ihr erster Eindruck?

Ein total sympathischer Typ. Der hat gleich alle in den Arm genommen, auch mich (lacht). Er hatte am Montag unheimlich viel Stress mit dem Flug aus Brasilien, diesen Dingen wie Medizincheck und der Reise hierher. Und war danach immer noch gut gelaunt. Das scheint also richtig zu passen. Auch bei der Mannschaft habe ich das Gefühl, dass er positiv aufgenommen wird. Jetzt müssen wir ihn behutsam aufbauen. Wenn wir am Morgen gleich einen Cooper-Test gemacht hätten, wäre er trotzdem tot umgefallen (lacht).

Lesen Sie hier: Rodnei, der neue Löwe:

Und aus sportlicher Sicht?

Er ist eine Kante, mit seiner Erfahrung genau der Spieler, den wir haben wollten. Er hat trotz seiner Größe und den Skiern da unten (seine großen Füße, Anm. d. Red.) eine gute Technik, ist zweikampfstark und hat einen guten Offensiv-Kopfball. Er ist nicht der Sprinter, aber er hat eine gute Grundschnelligkeit.

Er absolvierte das Mannschaftstraining aber nur in Teilen. Wann wird er fit sein?

Ihm fehlen natürlich die drei Wochen Vorbereitung, die wir hinter uns haben. Bei seinem Heimatverein (Clube Atlético Juventus in Mooca, einem Bezirk von Rodneis Geburtsort Sao Paolo, Anm. d. Red.) hat er mittrainiert, aber das kann man nicht vergleichen. Ich gehe davon aus, dass der Saisonauftakt gegen Heidenheim noch zu früh kommt.

Birgt seine Verpflichtung nicht auch Konfliktpotenzial, wenn er entweder Kapitän Christopher Schindler oder wohl eher den großen Nichtabstiegshelden Kai Bülow verdrängen sollte?

Kai Bülow hat das schön gesagt: Hier wird so viel spekuliert, trotzdem habe ich immer meine Spiele gemacht. Im Ernst: Die Jungs wissen selbst, dass wir gesunden Konkurrenzkampf brauchen. Zu groß besetzt sind wir ja nicht. Wir brauchen diese Verstärkungen.

Wie sieht’s mit weiteren Neuzugängen aus?

Die Mannschaft hat sich gefunden, das möchte ich beibehalten. Wir wollen noch variabler werden. Aber wir holen nicht einen, nur um irgendjemand zu holen. Es muss sportlich und charakterlich passen. Auf unserem Zettel stehen nach wie vor ein Stürmer, ein Rechtsverteidiger und ein Spielgestalter. Trotzdem steht für mich fest: Für das erste Spiel habe ich ein Grundgerüst gefunden. Auch wenn kurz vor Heidenheim eine Rakete kommt, spielt er nicht direkt von Anfang an.

Lesen Sie hier den Newsblog der AZ vom Trainingslager in Bad Häring

In der bestehenden Mannschaft scheint sich nach Schwierigkeiten im Vorjahr eine Hierarchie herausgebildet zu haben. Wie wichtig ist dabei Gary Kagelmacher, der im defensiven Mittelfeld spielen soll?

Ich bin ein kleiner Fan von Gary. Er ist für mich ein Vollprofi. Als es nicht lief, ging er nicht in eine Schutzhaltung und schob die Schuld anderen zu, sondern hat Eigeninitiative gezeigt und sich seinen Platz erkämpft – großen Respekt!

Er will nach eigener Aussage auch gerne Verantwortung übernehmen. Sind die Kapitänsfrage und der Mannschaftsrat schon geklärt?

Ja, das steht fest: Christopher Schindler bleibt Kapitän und Daniel Adlung sein Vize, die beiden habe ich bestimmt. Über den Mannschaftsrat haben wir in einer demokratischen Wahl entschieden: Gewählt wurden Kai, Gary und Dom, ganz klar – und beide Torhüter (Bülow, Kagelmacher, Stahl, Eicher und Ortega, Anm. d. Red.). Die beiden Keeper scheinen sich allgemein nicht viel zu nehmen.

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