Stürmer gesucht bei 1860

Yuya Osako verlässt 1860 wohl wegen besserer Optionen. Benny Lauth wird weggeschickt – was Meisterlöwe Peter Grosser nicht versteht. Derzeit bleibt nur Bobby Wood.
| Filippo Cataldo
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Auf Bobby Wood setzt 1860-Sportchef Gerhard Poschner große Hoffnungen.
dpa Auf Bobby Wood setzt 1860-Sportchef Gerhard Poschner große Hoffnungen.

Yuya Osako verlässt 1860 wohl wegen besserer Optionen. Benny Lauth wird weggeschickt – was Meisterlöwe Peter Grosser nicht versteht. Derzeit bleibt nur Bobby Wood. Warum Sportchef Gerhard Poschner von ihm schwärmt.

München -  Nach der Feier war vor der Feier, die Löwen rückten am Sonntag ganz eng zusammen. Nach dem 2:0 beim letzten Saison-Heimspiel gegen Bochum und dem emotionalen Höhepunkt mit Benny Lauths Treffer in der Nachspielzeit, bewegte der Löwen-Tross sich gemeinsam in ein Restaurant.

Daniel Bierofka, neben Lauth und Necat Aygün einer der drei Ur-Löwen, der sich in der Allianz Arena verabschiedete, hatte eine Feier organisiert. Eingeladen war die ganze Mannschaft mit Familien, Trainer und Funktionsteam. Auch alte Weg- und Kampfgefährten wie Ex-Trainer Marco Kurz und Ex-Stürmer Antonio di Salvo kamen, rund 90 Menschen waren bei der Party, die bis nach Mitternacht ging.

Gerhard Poschner allerdings, der neue Sport-Geschäftsführer der Löwen, blieb der Feier fern. „ Mir ist es wichtig, auch Abstand zu wahren, die Mannschaft muss auch mal alleine feiern können“, sagte Poschner. Sein Kommen wäre vielleicht auch nicht die beste Idee gewesen, es kann gut sein, dass Poschner innerhalb der Mannschaft derzeit auch ein wenig als Buhmann wahrgenommen wird.

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Letzten Montag teilte der frühere Bundesliga-Star Lauth recht humorlos mit, dass dessen Vertrag nicht verlängert werden würde, zu Verhandlungen kam es schon nicht mehr. Eine Entscheidung, die viele Fans, aber auch viele Spieler und Meister-Löwe Peter Grosser nicht wirklich nachvollziehen können. „Es ist schade. Ich hätte Benny gerne weiter bei den Löwen gesehen. Er ist erst 32, das ist doch heute kein Alter mehr für einen Fußballer. Benny hat doch gegen Bochum gezeigt, dass er immer noch unheimlich schnell ist und eine gute Technik hat“, sagt Grosser, „so eine Identifikationsfigur brauchst du.“

Doch Poschners Entscheidung über Lauth dürfte nur ein Vorgeschmack für weitere Gespräche in den nächsten Wochen gewesen sein.

Die Löwen planen den Umbruch, den auch Grosser für „absolut richtig und nötig“ hält. „Ich halte sehr viel von Poschner. Der hat Ahnung vom Fußball“, sagt Grosser über den Mann, der bei 1860 die große fußballerische Revolution plant: „Wir wollen nächste Saison in einem offensiven 4-3-3 spielen. Mit drei Mittelfeldspielern, einem Quarterback und zwei Achtern auf den Halbpositionen. Und vorne mit drei richtigen, laufstarken und variablen Stürmern, die am besten in der Lage sind, auf allen drei Positionen spielen zu können.“

Doch die muss er erstmal finden. Momentan sieht die Situation ja so aus: Lauth weg, Yuya Osako, der zweite Torschütze des Bochum-Spiels wohl auch – der Japaner hat eine Ausstiegsklausel, und Poschner scheint sich nicht allzu große Hoffnungen auf seinen Verbleib zu machen. „Bei Yuya versuchen wir alles, aber wir haben es eben nicht selbst in der Hand. Sollte er ein entsprechendes Angebot bekommen, kann er uns verlassen. Das wäre schade, aber nicht zu ändern “, sagt er.

Und weil Stephan Hain sich auch vor seiner Verletzung in der Rückrunde nicht durchsetzen und überzeugen konnte bei den Löwen, bedeutet dies wohl: Von den vier nominellen Stürmern wird im Sommer nur noch einer in Giesing spielen: Bobby Wood. Der 21-Jährige bekam erst am Sonntag wieder den Vorzug vor Lauth in der Startelf. Obwohl der Hawaiianer trotz 43 Zweitligaspielen (drei Tore) den Durchbruch im Profi-Fußball noch nicht wirklich geschafft hat, hält Poschner sehr viel von ihm. „Ich glaube, er weiß gar nicht, wie stark er wirklich ist“, sagt er. „Bobby hat es selbst in der Hand. Er muss jeden Tag zeigen, was wirklich in ihm steckt und wie er seine Qualitäten voll auf den Platz bringen kann. Und er muss bereit sein, permanent an sich zu arbeiten.“

Wood, glaubt Poschner, könnte im neuen System aufblühen. „Bobby kann in unserem momentanen System seine Stärken nicht komplett ausspielen, weil er nur ganz vorne in der Spitze spielen kann. In einem System mit drei Stürmern könnte er aber alle drei Positionen spielen.“ Freilich nicht alleine, nicht gleichzeitig.

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