Interview

Stefan Lex: "Wir wollen Münchner Stadtmeister werden"

Löwen-Stürmer Lex ist für seine Schlagfertigkeit bekannt. In der AZ spricht er über den Trainer, der baden ging, Schafkopf-Runden, sächselnde Mitspieler und den Traum vom nächsten Giesinger Aufstiegsfest.
| Matthias Eicher
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Steht bei den Löwen noch bis 2022 unter Vertrag: Angreifer Stefan Lex.
Steht bei den Löwen noch bis 2022 unter Vertrag: Angreifer Stefan Lex. © imago images/Lackovic

München - AZ-Interview mit Stefan Lex (30): Der Erdinger wurde in der Jugend des TSV Buchbach ausgebildet und wechselte im Winter 2013 zur SpVgg Greuther Fürth. Für den FC Ingolstadt absolvierte er unter anderem 34 Bundesligaspiele. Seit Sommer 2018 stürmt Lex für den Drittligisten TSV 1860.

AZ: Herr Lex, Sie verwandeln Steilvorlagen bekanntlich nicht nur vor dem Tor. Sie sind als einer der schlagfertigsten Löwen bekannt, was wir hiermit testen wollen: Wir stellen Ihnen schnelle Fragen, Sie kontern. Einverstanden?
STEFAN LEX: Freilich, kann losgehen.

Wenn Sie ans Wildwasser-Rafting der Löwen im Trainingslager von Windischgarsten denken...
....dann würde ich sagen, dass das eine sehr witzige Aktion war. Wir haben uns gegenseitig von den Booten runtergekämpft. Auch der Trainer musste baden gehen.

Wenn Sie ein Fazit der Vorbereitung ziehen müssten...
...würde ich meinen, dass wir mehr geschwitzt haben als gedacht. Vom Aufwand her war das schon brutal. Jetzt sind wir sehr gut vorbereitet. Um uns endgültig einzuschätzen, ist es zu früh - das Transferfenster ist ja noch bis 5. Oktober offen.

Wenn Sie sich die acht Junglöwen genauer anschauen...
...müssen sicher alle noch viel lernen, aber es zeigt sich kein großes Leistungsgefälle. Als ich aus der B-Jugend kam, hätte ich in keiner Profimannschaft trainieren können - sicher auch nicht wollen. Schon erstaunlich, was für ein bulliger Typ der Johann Ngounou Djayo ist. Aber seinen Namen, den kann man nur schwer aussprechen. Von daher war er beim ersten Training gleich der "Hansi".

"Wir haben uns gegenseitig von den Booten runtergekämpft", sagt Lex über den Rafting-Trip.
"Wir haben uns gegenseitig von den Booten runtergekämpft", sagt Lex über den Rafting-Trip. © sampics/Augenklick

Stefan Lex: "Schon bitter, dass wir den Aufstieg verpasst haben"

Neuzugang Erik Tallig, den Sascha Mölders wegen seines sächsischen Dialekts veräppelt...
...hat bei uns sprachlich einen schweren Stand. Wir sitzen in der Kabine nebeneinander, da schaut er mich schon mal mit großen Augen an, wenn ich schnell rede.

Tallig hat von seinem Ziel erzählt, zweistellig treffen zu wollen...
...was ich für eine sehr ambitionierte Aussage halte, ihm aber durchaus zutraue. Er ist ein torgefährlicher Spieler, eine gute Verpflichtung für uns. Wir hätten alle etwas davon, wenn er das schafft. Er hat sich seine Latte ganz schön hochgelegt, da war sicher etwas jugendlicher Leichtsinn dabei.

Die Ausbeute von Stefan Lex in der vergangenen Saison mit sieben Toren und elf Assists in 29 Spielen ist...
...zu gering ausgefallen. Ich hätte mehr Tore machen müssen, weil die Chancen da waren. Gegen die Bayern, gegen Lautern - wir hätten deutlich mehr Punkte holen können. Schon bitter, dass wir den Aufstieg verpasst haben, denn die Chance hatten wir. Aber insgesamt war es okay. Auch von mir, eine deutliche Steigerung zur ersten Saison. Vielleicht Schulnote 2,5. Ich setze mir nie eine Marke und werde das auch jetzt nicht tun, aber mit etwas mehr Effektivität vor der Kiste geht da schon noch was.

Stefan Lex: "Wir müssen die positive Grundstimmung mitnehmen"

Wenn Sie an die traditionell hohen Erwartungen der Fans denken...
...dann weiß ich mittlerweile: Das gehört bei Sechzig dazu. Ich glaube, letzte Saison war aber auch ohne den Aufstieg eine sehr schöne Saison, für uns und für die Fans. Man hat gesehen, wie wir uns als Mannschaft rein gehauen und entwickelt haben. Natürlich haben wir es am Ende versäumt. Aber diese positive Grundstimmung, die wir jetzt haben, müssen wir mitnehmen.

Wenn Sie sich vor der anstehenden Spielzeit etwas wünschen dürften...
...würde ich mir einen guten Saisonstart wünschen - und nicht, wie letzte Saison von Anfang an hinterherzuhinken. Ein guter Auftakt würde uns nach dem Umbruch sicher helfen. Wir wollen im Duell mit gleich vier Münchner Mannschaften natürlich auch Stadtmeister werden.

Stefan Lex: So besetzt er seine Löwen-Schafkopfrunde neu

Ihre Ziele für die Vertragslaufzeit bis 2022 lauten...
...Erfolge zu feiern. Ein Erfolg wäre natürlich, hochzugehen und nochmal so ein wahnsinniges Aufstiegsfest auf Giesings Höhen zu erleben - im besten Fall mit unseren Fans. Ein Aufstieg letztes Jahr wäre zwar schön, aber irgendwie auch komisch gewesen. Es in den nächsten beiden Jahren zu schaffen, wäre ein Traum. Ein Erfolg wäre aber auch, wenn 1860 das Image der letzten 10, 15 Jahre ablegen könnte. Wenn ich mal aufhöre, würde ich gerne miterleben, dass die Fans sagen: Wir hatten in den letzten Jahren eine geile Zeit!

Wichtigste Frage zum Schluss: Nach den Abgängen von Markus Ziereis und Kristian Böhnlein ergänzen die Schafkopfrunde von Ihnen und Marius "Masch" Willsch...
...unser Zeugwart Steges und unser Co-Trainer, der Franz (Norbert Stegmann und Franz Hübl, d. Red.). Der Trainer kann es auch, aber der hat immer so viel Stress. Und Marco Mannhardt kommt zwar vom Chiemsee, aber das Kopfen hat ihm keiner gelernt. (schüttelt den Kopf) Also muss ich wieder mit dem Masch und mit der kurzen Karte vorlieb nehmen - in Niederbayern können sie halt nicht mehr Karten halten.

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