Sascha Hingerl: Sechzigs neuer Rudi Völler

Die Frisur fast gleich, der Spitzname passt. Ansonsten trennen Jung-Löwe Hingerl und Ex-Löwe Völler noch Welten. Ob der 21-Jährige es bei 1860 schafft? "Ich werde ihm nichts vorgaukeln", sagt Trainer Köllner
| Matthias Eicher
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Junglöwe Sascha Hingerl.
Junglöwe Sascha Hingerl. © Christina Pahnke / sampics

München - Seine lange, dunkelblonde Mähne wallte Anfang der achtziger Jahre für die Löwen über den Rasen. Satte 48 Tore in 73 Spielen schoss "Tante Käthe" zwischen 1980 und 1982 für die Sechzger, bevor er zu einem der berühmtesten deutschen Fußballer aufstieg.

"Es gibt nur ein Rudi Völler", skandierten die Fans über den einstigen Kult-Mittelstürmer und jetzigen Sport-Chef von Bayer Leverkusen. Nun muss der Song - zumindest auf Giesings Höhen - wohl umgedichtet werden, den: Die Löwen haben wieder einen Rudi Völler.

Mölders und Köllner rufen Sascha Hingerl "Völler"

"Völler, Völler", rief Sechzigs Torjäger Sascha Mölders zuletzt im Training in Erwartung eines Passes. "Ey, Völler! Der Rudi wär' bei sowas früher nicht liegengeblieben", sagte der 1860-Torjäger über die Willensstärke des echten Völlers in Richtung eines Mitspielers - und lachte: Der junge Mann, der den Spitznamen der Fußball-Ikone trägt, heißt Sascha Hingerl.

Der erst 21 Jahre alte Mittelfeld-Mann der Giesinger hat mit dem echten Völler was gemein. Den sportlichen Werdegang? Nein, denn dazwischen liegen (noch) Welten. Läuft Jung-Löwe Hingerl beim TSV aber über den Rasen, wehen seine wilden Locken - ganz im Stile des früheren Lockenträgers Völler. Selbst Trainer Michael Köllner soll auf den Zug schon aufgesprungen sein und den Youngster beim Namen der 60-jährigen Sturm-Legende genannt haben.

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Hingerl hat eine Lehre im Reha-Fitnessbereich begonnen

Doch wer ist dieser No-Name eigentlich? "Er ist ein technisch starker Spieler und hat sich unheimlich schnell eingefügt. Das ist immer so: Wenn du kicken kannst, kriegst du eine Akzeptanz von der Mannschaft", urteilte Köllner über seinen Mini-Völler, der entgegen des "echten" Rudis nicht im Sturm zu Hause ist, sondern auf der Sechs.

Der gebürtige Münchner wechselte aus Sechzigs U19 zum niedersächsischen Oberligisten VfB Hildesheim, um ein Jahr später bereits wieder zurückzukehren. Laut Köllner sei es mit Sechser Hingerl, der auch als zentraler Mittelfeldspieler und Rechtsverteidiger ausgebildet wurde, auch ohne den Völler-Vergleich eine "spezielle Situation", denn: Hingerl hat ab Anfang September eine Lehre begonnen, eine Ausbildung im Reha-Fitnessbereich.

"Viele Spieler im NLZ müssen einen Plan B in der Tasche haben, bis sie 21 sind", erklärte Köllner über den Lehrlings-Löwen: "Es ist eine 90-Prozent-Situation mit einer Zehn- oder Fünf-Prozent-Chance, Profi zu werden. Deswegen werde ich einen Teufel tun, dass ich ihm irgendetwas vorgaukele - und am Schluss ist er die Nummer 25 im Kader, bricht die Ausbildung ab oder tritt sie gar nicht an. Dann wäre das für ihn eine persönliche Katastrophe."

Hingerls nähere Zukunft werde sich demnächst klären, so Köllner: Der Junglöwe werde zunächst weiter mit den Profis trainieren: "Wir müssen auch schauen, was an neuen Spielern kommt - ob die sein Positionsprofil treffen. Danach werden wir entscheiden. Am Anfang wird er vielleicht beides machen können. Dass er die Ausbildung macht und zum Training freigestellt wird." Dies sei aber "kein Dauerzustand".

Ob der junge Mann mit der Mähne weiter auf Völlers Spuren wandelt? Abwarten. Bis dahin wird er sicher noch einige Rudi-Sprüche von Mölders & Co. kassieren.

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