Noch deutlich Luft nach oben: Die Sommer-Neuzugänge des TSV 1860 im Check

Im Gegensatz zu zahlreichen Drittliga-Konkurrenten hat der TSV 1860 im Sommer keinen großen Umbruch vollzogen und stattdessen nur punktuelle Anpassungen im Kader vorgenommen. Wirklich überzeugen konnte bislang aber keiner der Neuzugänge – und das aus verschiedenen Gründen.
| Bernhard Lackner
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Günther Gorenzel ist beim TSV 1860 für die Kaderplanung verantwortlich.
Günther Gorenzel ist beim TSV 1860 für die Kaderplanung verantwortlich. © IMAGO / pmk

München - Der TSV 1860 hatte einen vergleichsweise ruhigen Transfer-Sommer. Schon zum Trainingsauftakt im Juni waren die Personalplanungen für die anstehende Saison erledigt. Während viele Drittliga-Konkurrenten - Stadtrivale Türkgücü hat im Sommer alleine 18 Spieler verpflichtet - größere Umbrüche vorgenommen haben, setzten die Löwen lieber auf Kontinuität und punktuelle Anpassungen.

So wurde das Gerüst der Mannschaft aus der Vorsaison gehalten, mit Marcel Bär, Kevin Goden und Yannick Deichmann kamen lediglich drei externe Neuzugänge dazu. Als wirklich große Verstärkung hat sich im ersten Viertel der Saison allerdings keiner der drei entpuppt. Die AZ zieht eine Zwischenbilanz zu den Sommer-Neuzugängen der Löwen:

Marcel Bär: Noch stimmt die Quote nicht

Sommer-Neuzugang Marcel Bär erzielte bislang zwei Ligatreffer für den TSV 1860.
Sommer-Neuzugang Marcel Bär erzielte bislang zwei Ligatreffer für den TSV 1860. © sampics/Augenklick

Der 29-jährige Angreifer kam in diesem Sommer von Eintracht Braunschweig, um die offensiven Vielspieler Sascha Mölders und Stefan Lex zu entlasten und mit seinem konsequenten Zug zum Tor ein neues Element ins Offensivspiel der Sechzger zu bringen. Bär hat sich sofort in der Stammelf etabliert und verpasste lediglich ein Ligaspiel aufgrund einer Schulterverletzung.

Den Auftakt im neuen Trikot hätte sich der Angreifer wohl kaum schöner malen können: Gleich im ersten Saisonspiel schoss er die Löwen mit seinem Premierentreffer zum 1:0-Sieg gegen die Würzburger Kickers. Auch sonst wusste Bär in seinen bisherigen Einsätzen als lauf- und kampfstarker Arbeiter an vorderster Front durchaus zu überzeugen.

Größter Makel ist allerdings die Torausbeute. Nach zehn Ligaspielen stehen gerade einmal zwei Saisontreffer und keine Vorlage. Da ist noch ordentlich Luft nach oben!

Yannick Deichmann: Verteidiger wider Willen

Yannick Deichmann musste in dieser Saison immer rechts hinten aushelfen.
Yannick Deichmann musste in dieser Saison immer rechts hinten aushelfen. © sampics/Augenklick

Auch an Neuzugang Yannick Deichmann, der von Absteiger VfB Lübeck geholt wurde, waren große Erwartungen geknüpft. Wie sehr der 27-Jährige den Löwen weiterhelfen kann, lässt sich bislang allerdings nur schwer abschätzen. Aufgrund der Ausfälle von Marius Willsch und Kevin Goden musste der gelernte Offensivspieler bislang stets auf der ungewohnten Rechtsverteidigerposition ran.

So wirklich konnte sich Deichmann mit der Rolle noch nicht anfreunden. Zwar setzt der gebürtige Hamburger in der Offensive fleißig Impulse, in der Rückwärtsbewegung leistet er sich allerdings immer wieder Nachlässigkeiten. In Abwesenheit von Willsch und Goden wird er aber weiterhin hinten rechts gebraucht. Ein abschließendes Fazit lässt sich bei Deichmann erst ziehen, wenn er auf seine angestammte Position im offensiven Mittelfeld zurückkehrt.

Kevin Goden: Erst nicht fit, dann in Quarantäne

Kevin Goden kam beim TSV 1860 bislang nicht wirklich in Tritt.
Kevin Goden kam beim TSV 1860 bislang nicht wirklich in Tritt. © sampics/Augenklick

Kevin Goden ist seit seinem Wechsel noch nicht wirklich in Tritt gekommen. Der flinke Außenverteidiger kennt Trainer Michael Köllner noch aus gemeinsamen Zeiten beim 1. FC Nürnberg, von dem er im Sommer verpflichtet wurde. Seine bisherige Zeit in München verlief aber eher unglücklich.

Mangels Spielpraxis in der vergangenen Saison musste der 22-Jährige in der Vorbereitung erst einmal seinen Fitnessrückstand aufholen, stattdessen erhielt in der Frühphase der Saison Yannick Deichmann auf der Rechtsverteidigerposition den Vorzug. Bei seinen fünf (Teil-)Einsätzen in der Liga wusste Goden noch nicht wirklich zu überzeugen. Seit seiner Corona-Infektion Anfang September stand er nicht mehr im Kader.

In den kommenden Wochen wird er sich strecken müssen, um zu Einsatzzeiten in der ersten Mannschaft zu kommen. Stamm-Rechtsverteidiger Marius Willsch, der aufgrund einer Schambeinverletzung monatelang ausgefallen ist, schuftet derzeit fleißig für sein Comeback. Sobald er fit ist, dürfte er unter Köllner wieder gesetzt sein.

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