Nach Kurzeinsätzen: Johann Djayo "brennt darauf, länger zu spielen"

Vier Nachwuchsspieler nahm Löwen-Coach Michael Köllner im Sommer in den Profikader auf, aber bisher konnte nur einer von ihnen Drittliga-Luft schnuppern: Johann Ngounou Djayo. Die AZ stellt den Jung-Löwen vor.
| André Wagner
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Nachwuchsstürmer des TSV 1860: Johann Djayo.
Nachwuchsstürmer des TSV 1860: Johann Djayo. © imago images / Passion2Press

München - Das Fußballspielen hat Johann Ngounou Djayo (19) auf einem Bolzplatz im Osten seiner Geburtsstadt Dachau gelernt. Dort traf sich Djayo immer mit seinen Freunden zum Kicken. Der Fußballplatz war und ist noch immer sein Lieblingsort, wie er dem Löwenmagazin "Sechzig" vor der Partie gegen Halle verriet. Fußball und Djayo, das war Liebe auf den ersten Kick.

Kein Wunder also, dass sich der 19-Jährige für keine andere Sportart begeistern kann. Neben dem Fußball ist dem Nachwuchsspieler der Löwen nur noch eines wirklich wichtig - seine Familie. Bei ihr kann Johann Ngounou Djayo am besten abschalten und dass sie stets hinter ihm steht, dafür bewundert er seine Familie.

Vom Dachauer Bolzplatz zu den Löwen-Profis

Die hat ihren Wurzeln, der Name Djayo lässt es schon erahnen, in Afrika, genauer gesagt in Kamerun. Sein Vater und seine Mutter stammen aus dem Land in Zentralafrika, er selbst war das letzte mal mit vier Jahren dort.

Dennoch erinnert auch im heimischen Dachau viel an die kamerunische Herkunft. So sprechen seine Eltern zuhause französisch mit ihm und seinen beiden Brüdern, Fabien und William, die antworten jedoch auf Deutsch.

Vom Kicken auf dem Bolzplatz ging es dann zum TSV 1885 Dachau. Zunächst trat William, der ältere Bruder dem Verein bei, Johann folgte ihm ein Jahr später. Bei den Dachauern wurde Johann Ngounou Djayo von seinem damaligen Trainer Robert Wendling von der U8 bis zur U13 gefördert. Auch heute pflegt der 19-Jährige noch einen sehr guten Kontakt mit seinem Ex-Coach und dessen Sohn. "Das ist eine super gute Verbindung. Wir treffen uns ab und zu", verriet Djayo dem Löwenmagazin.

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Bei den Dachauern wurde der Stürmer dann auch für höhere Aufgaben entdeckt. Bei einem Spiel seines Vereins wurde Djayo von einem Scout des TSV 1860 München gesichtet. Der zeigte sich von dem jungen Johann so begeistert, dass er Coach Wendling kontaktierte und Djayo zu einem Probetraining an die Grünwalder Straße einlud.

Beim ersten Probetraining noch aussortiert

Dort konnte er zunächst nicht überzeugen. "Es hat beim ersten Mal nicht ganz gereicht, aber ein Jahr später wurde ich für die U14 genommen", erzählt Djayo rückblickend.

Das war 2014. Seitdem ist viel passiert im Leben des heute 19-Jährigen. Von der Jugend über die U17 und U19 hat er sich in den Notizblock von Proficoach Michael Köllner gespielt. Belohnung seiner Mühen war dann im Sommer der Ruf in den Profikader des TSV 1860 München.

Dabei stand die vergangene Saison für Johann Ngounou Djayo eigentlich unter keinem guten Stern. Im September zog sich der 19-Jährige einen Syndesmosebandriss zu und stieg danach zu früh wieder ins Training der U19 ein. "Ich war nicht richtig fit, hatte Beschwerden im Fuß", lässt Djayo diese Phase Revue passieren. Am Ende der Saison standen nur acht Einsätze zu Buche. Nicht gerade die besten Voraussetzungen um sich ins Rampenlicht für den Profikader zu spielen.

Doch schon ein Jahr bevor konnte Djayo auf sich aufmerksam machen. Mit der Auswahl des Bayerischen Fußball-Verbandes nahm er an einem Sichtungsturnier in Duisburg teil und wurde dabei von DFB-Trainer Frank Kramer entdeckt. Der ehemalige Trainer von Hoffenheim und Fortuna Düsseldorf erkannte das Talent des jungen Stürmers und nominierte in für die U18 des DFB. Djayo war davon "positiv schockiert". Zweimal dürfte er sich das Nationaltrikot überstreifen. Beim 1:1 gegen Serbien und beim 2:0-Sieg gegen Israel stand der Löwen-Stürmer auf dem Platz.

Überraschend in der Startelf im Toto-Pokal-Finale

Und jetzt steht Djayo im Profikader des TSV 1860 München. Löwen-Coach Michael Köllner hält große Stücke auf den 19-Jährigen. Das bewies Köllner auch im Finale des Toto-Pokals gegen die Würzburger Kicker, als Djayo bei seinem Pflichtspiel-Debüt für die Löwen gleich in der Startformation stand. "Das war sehr überraschend für mich, dass ich von Anfang an ran durfte", so Djayo zum Löwenmagazin. Für den 19-Jährigen ein Highlight seiner noch jungen Karriere. Wobei es ein Spiel gibt, an das er sich noch lieber erinnert. Das war in der U16 ein Derby gegen den FC Bayern. Die Löwen konnten das Spiel 2:1 für sich entscheiden und der Siegtreffer gelang - genau - Johann Ngounou Djayo.

Vier Mal lief Djayo seit dem Erfolg im Toto-Pokal-Finale für die Profis der Löwen auf. Seine Drittliga-Premiere hatte er am 3. Oktober im Spiel gegen den FSV Zwickau. Zuletzt ließ ihn Köllner gegen den MSV Duisburg ran. In der Schlussphase wurde Djayo eingewechselt. "Wir hatten kaum mehr Räume. Von daher war es mir wichtig, mit Johann einen Spieler zu bringen, der am Ball bleiben kann und ein hohes Risiko geht. Er kann gefährliche Situationen gegen einen massiven Gegner kreieren", begründet Köllner die Einwechslung von Djayo, der den Vorzug vor Stefan Lex bekam.

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Und Djayo hat nun richtig Feuer gefangen und zeigt sich ehrgeizig. "Ich brenne darauf, länger zu spielen. Mein persönliches Ziel ist es, so viel wie möglich zu spielen und mich weiterzuentwickeln", so der 19-Jährige. Vom Trainer und den älteren Spielern will Djayo so viel wie möglich lernen.

Und wer weiß, vielleicht wird er eines Tages doch noch mit seinem Lieblingsspieler Lionel Messi im selben Team stehen. In den sozialen Netzwerken könnte er dann aber nicht darüber berichten, denn der 19-Jährige besitzt, im Gegensatz zu den meisten anderen Fußballern, keinen Instagram- oder Facebook-Account. Seine Zeit nutzt der 19-Jährige lieber an seinem Lieblingsort, dem Fußballplatz.

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