Löwen-Remis gegen Magdeburg: Gefühlte Niederlage statt Traumstart

Beim 1:1 gegen Magdeburg verpasst Sechzig die Chance auf den Traumstart. "Es fühlt sich schon ein bisschen wie eine Niederlage an", sagt Coach Köllner. Warum es nicht gereicht hat – die Analyse der AZ.
| Matthias Eicher
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Verpasste Chance: Der österreichische Neuzugang Martin Pusic scheitert vor dem Magdeburger Tor.
Verpasste Chance: Der österreichische Neuzugang Martin Pusic scheitert vor dem Magdeburger Tor. © sampics/Augenklick

München - Zehn verdiente Löwen hätten sich eigentlich - wie einige tausend Sechzger-Fans - im Grünwalder Stadion einfinden sollen. Für einen würdigen Abschied im Rahmen der Heimspiel-Premiere des TSV 1860. Am Ende sollte der Plan an diesem verregneten Samstag weder auf den Rängen noch auf dem Rasen aufgehen.

Verabschiedung für Felix Weber und Timo Gebhart

"Kennt ihr diesen Moment? Man denkt sich: 'Eigentlich ist es schon fast peinlich, das jetzt noch anzusprechen, denn den richtigen Zeitpunkt habe ich längst verpasst?'. Genau dieser Gedanke schwirrt uns seit Ewigkeiten im Kopf umher", schrieb der Drittligist nach dem 1:1 gegen den 1. FC Magdeburg auf seiner Internet-Seite. Zuvor hatte Stadionsprecher Stefan Schneider Ex-Kapitän Felix Weber, Idol Timo Gebhart und Co. verabschiedet. Langjährige Löwen, die nach ihrer schleichenden Demission nicht allzu glücklich sein dürften.

Gute Wünsche gab's dennoch: "Auch, wenn dies nicht die Form des Abschiedes ist, den ihr Euch gewünscht habt, und es sicherlich auch nicht der Abschied ist, den wir uns für Euch vorgestellt haben, wünschen wir Euch auf Eurem Weg alles Gute, viel Glück, Erfolg und insbesondere Gesundheit."

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Löwen-Trainer Köllner: "Fühlt sich wie Niederlage an"

Die zehn Ex-Löwen waren also nicht mehr dabei, die aktuelle Besetzung quälte sich auf dem Rasen lange damit, ihre Überlegenheit in Torchancen und Zählbares umzumünzen. Dann brachte Raphael Obermair den TSV auch noch auf die Verliererstraße (56.). Neuzugang Erik Tallig erzwang mit seinem Premieren-Tor, einer abgefälschten Bogenlampe, immerhin den Ausgleich (76.).

"Es fühlt sich schon ein bisschen wie eine Niederlage an", gestand Cheftrainer Michael Köllner, der sein Team dennoch über den grünen Klee lobte: "Trotzdem bin ich mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, super zufrieden."

Genutzte Gelegenheit: Neuzugang Erik Tallig gelingt in der 76.Minute immerhin noch das 1:1.
Genutzte Gelegenheit: Neuzugang Erik Tallig gelingt in der 76.Minute immerhin noch das 1:1. © Matzke/sampics/Augenklick

AZ-Analyse zum Löwen-Spiel gegen Magdeburg

Ganz so dominant waren lange Zeit uninspiriert wirkende Giesinger freilich nicht. Am Ende steht ein Pünktchen zu Buche, obwohl mehr drin gewesen war. Die AZ-Analyse, weshalb Köllners Marschroute nicht aufgehen wollte:

Sicherheitsbedachte Sechzger: Vom Anpfiff weg überließ Magdeburg 1860 das Spielgeschehen, setzte auf Konter. Die Löwen zeigten sich zwar ballsicher, bissig und defensiv stabil, vor dem gegnerischen Kasten war es mangels Durchschlagskraft und zündender Ideen schnell vorbei mit der Herrlichkeit. Köllner gestand: "Wir hatten in der ersten Halbzeit schon das Manko, dass wir sehr auf Sicherheit bedacht waren."

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Die richtige Mischung zwischen "Sicherheit und Risiko" habe gefehlt. Erst nach dem Rückstand ging ein Ruck durch die Mannschaft, der zumindest die ordentliche Auftakt-Bilanz von vier Punkten aus zwei Spielen ermöglichte. Talligs Vorlagengeber Stefan Lex dazu trotzig: "Das hätte vor der Saison sicher jeder unterschrieben. Mit dem Schnitt fahren wir nicht schlecht."

Die eine, folgenschwere Unachtsamkeit: Obermairs Kontertor nach einem langen Ball hebelte die sonst weitgehend souverän wirkende TSV-Abwehr aus. "Einmal sind wir hinten bei einem Diagonalball nicht gut gestanden und kalt erwischt worden", ärgerte sich Köllner. Auch Lex grämte sich: "Der Gegner hatte nur eine Chance - ich weiß zumindest keine zweite."

Das leidige Dauer-Thema: Spielführer Sascha Mölders vergab eine dicke Chance (66.), Neulöwe Stephan Salger hatte den Siegtreffer ebenso auf dem Fuß (87.) wie kurz zuvor Tallig, der sich zum Doppeltorschützen hätte krönen können. Hätte, hätte - Köllner über das leidige Dauer-Thema eines jeden Fußball-Trainers, die liebe Chancenverwertung: "Die Effektivität hat nicht gestimmt."

Der verhinderte Traum-Einstand: In Minute 77 feierte Joker Martin Pusic sein Debüt. Zehn Minuten später wurde sein Kopfball von Ex-Löwe Korbinian Burger geblockt. "Man sieht schon, dass er dort steht, wo ein Torjäger stehen muss", meinte Köllner: "Er kann ein ganz wertvoller Spieler für uns werden."

An diesem grauen Samstag sollte ihm der Traum-Einstand ebenso verwehrt bleiben wie 1860 der Dreier – und zehn Ex-Löwen ein gebührender Abschied.

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