Löwen konsterniert: "Nicht unser normales Gesicht gezeigt"

Im Heimspiel gegen den einstigen Relegationsgegner 1. FC Saarbrücken erleben die Löwen ein Déjà-vu, liegen schnell 0:2 zurück. Doch diesmal gibt’s kein blaues Happy End. "Wir waren zu sorglos, zu naiv", moniert Co-Trainer Oliver Beer bereits in der Halbzeit.
| Matthias Eicher
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Der TSV 1860 musste gegen Saarbrücken die erste Saisonniederlage hinnehmen.
Der TSV 1860 musste gegen Saarbrücken die erste Saisonniederlage hinnehmen. © imago images / Lackovic

München - Tausende Fans hatten den grünen Rasen damals in ein weiß-blaues Löwen-Meer verwandelt. "Einmal Löwe, immer Löwe", hallte es nach Sechzigs Triumph immer wieder über Giesings Höhen. Im Jahre 2018 ging es um den Aufstieg, jetzt ging es um die Tabellenführung – und die hat der alte Relegationsgegner den Sechzgern geklaut.

Das 1:2 (0:2) des TSV 1860 am Mittwochabend gegen den 1. FC Saarbrücken, es sollte lange Zeit zum Déjà-vu des Aufstiegsspiels vor knapp zweieinhalb Jahren werden. Torjäger Sebastian Jacob köpfte die Saarländer in Front (14.), Jason Breitenbach legte per Konter nach (40.). Den Zwei-Tore-Rückstand kannte 1860 noch vom Relegations-Rückspiel (2:2).

Neudecker: "Erste Halbzeit war miserabel"

Nach einem Einsteigen gegen Erik Tallig, der nach einem Benjamin-Kindsvater-Gedächtnisfoul zu Boden ging, besorgte Quirin Moll per Elfmeter den Anschlusstreffer (50.). Zum Ausgleich, wie einst durch Simon Serferings, sollte es trotz Offensiv-Power nicht mehr reichen: Saarbrückens späte Revanche für die Relegation.

"Wir haben in der ersten Hälfte nicht unser normales Gesicht gezeigt", kritisierte Richard Neudecker hinterher: "Die erste Halbzeit war miserabel. Die zweite war besser, aber es hat das Glück gefehlt." Durch die Premieren-Pleite der noch jungen Saison haben es (zu) zahnlose Löwen verpasst, die Tabellenführung zu behaupten.

Einmal spitze, immer spitze? Weit gefehlt: Vielmehr sorgte Saarbrücken für Katerstimmung bei den Löwen und ihrem Trainer Michael Köllner: "Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir dieses rassige Spiel, eines Topspiels würdig, zu Hause verloren haben."

Verpasster Blitzstart frustriert Köllner

Linksverteidiger Phillipp Steinhart, einen von vier verbliebenen Aufstiegshelden, ersetzte Köllner eins zu eins durch Leon Klassen. Dennis Erdmann, neben seinem Tor gegen Hansa Rostock (1:1) mit martialischem Torjubel eher negativ aufgefallen, schmorte auf der Bank. Nach schwungvollem Beginn beider Teams war Torjäger Mölders nach einem langen Ball plötzlich allein auf weiter Flur, doch anstatt eines eigenen Abschlusses bediente er Sturmkollege Stefan Lex – beste Chance vertan (5.). "So eine Klasse-Chance muss man einfach besser spielen, dann steht es 1:0", monierte Köllner frustriert.

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Bitter für Sechzig: Der 1. FCS machte es bei der ersten brauchbaren Standard-Situation besser, ging durch Jacobs Kopfball in Front. Immerhin: Die Blauen zeigten sich nicht geschockt, doch zum Ausgleich sollte es mangels Spielwitz nicht reichen.

Schlimmer noch: Vor der Pause fing sich Sechzig per Konter den zweiten Gegentreffer, so dass Co-Trainer Oliver Beer bei "Magenta Sport" monierte: "Wir waren zu sorglos und spielen zu naiv. Wir brauchen mehr Wucht nach vorne."

TSV 1860: Jetzt steht das Flutlicht-Derby gegen Haching an

Neulöwe Martin Pusic war es, der jene Durchschlagskraft nach dem Seitenwechsel bringen sollte. Saarbrücken erlebte fortan einen blauen Belagerungszustand: Tallig fädelte im Strafraum dankbar ein, Moll brachte Münchens große Liebe zurück ins Spiel. Sechzig kämpfte, Sechzig rannte, Sechzig wollte – aber es fehlten die Mittel, Saarbrückens Bollwerk zu durchbrechen. Zu umständlich agierten Köllners Mannen und konnten das neue Angriffs-Duo Mölders/Pusic kaum in Szene setzen.

Also sollte es die Brechstange richten: Dennis Dressel (82.) und Neudecker (85., 87.) packten ihre Hämmer aus – erfolglos. Bezeichnend: Köllner brachte Erdmann als Sturm-Hüne. Löwen-Tore blieben jedoch genauso aus wie fragwürdige Jubel-Gesten.

Tabellen-Führung futsch. Und jetzt? Die nächste Chance, sich die Pole-Position zu zurückzuerobern, folgt gleich: das Flutlicht-Derby am Montag gegen Unterhaching (19 Uhr). Kleiner Trost: Auch an Haching hat Sechzig bei drei Siegen 2019 beste Erinnerungen.

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