Löwen-Kapitän Felix Weber wundert sich: Spieler achten auf Platz aufs Aussehen

Löwen-Kapitän Felix Weber spricht in der AZ über seine Auszeit unter Coach Daniel Bierofka, die Partie gegen den KSC und die "Waschlappen"-Aussage von Kult-Trainer Werner Lorant.
| Matthias Eicher
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Führte die Sechzger in die Dritte Liga: Trainer Daniel Bierofka (li.).
Ulrich Wagner Führte die Sechzger in die Dritte Liga: Trainer Daniel Bierofka (li.).

Kapitän Felix Weber vom TSV 1860 spricht in der AZ über seine Auszeit unter Coach Daniel Bierofka, die Partie gegen den Karlsruher SC und die "Waschlappen"-Aussage von Kult-Trainer Werner Lorant.

München - Der Schnauzer ist in diesem November zu einem echtern Markenzeichen von Felix Weber geworden. Dem Mann, dem Löwen-Coach Daniel Bierofka vertraut.

Sechzig mit nur einem Sieg aus neun Spielen

Der 23-Jährige spielt schließlich seit der Jugend für die Löwen. 2017/18 wurde der Innenverteidiger Kapitän des TSV 1860, jetzt muss er in der Ergebniskrise vorangehen, nachdem die Sechzger aus zuletzt neun Spielen in der Dritten Liga nur einen Sieg holten. (Lesen Sie auch: Auf dieser Baustelle müssen die Löwen am Sonntag spielen)

Vor der Partie beim Karlsruher SC an diesem Sonntag (13 Uhr, im AZ-Liveticker) sprach der Abwehrmann mit der AZ über die "Waschlappen"-Aussage von Kult-Trainer Werner Lorant, Macken der heutigen Spielergeneration und das schwere Auswärtsspiel bei den Badenern.

Herr Weber, Endspurt ist angesagt – was Ihren Schnauzer anbelangt. Wie viel haben Sie schon gesammelt zugunsten der Aktion "Movember"?
FELIX WEBER: Gute 500 Euro, ich bin aber auch erst zum ersten Mal dabei. Der Adi (Adriano Grimaldi, d. Red.) ist schon zum vierten Mal dabei, glaub ich – der hat schon 2000 Euro. Als ich mitbekommen habe, dass er mitmacht, bin ich gleich mit zum Barbier. Ist jedenfalls eine coole Sache und wichtig, sich für die Gesundheit von Männern einzusetzen. Also gerne spenden, wer noch mitmachen möchte!

In der 3. Liga steht der Endspurt bis zur Winterpause an. Was muss gehen für Ihre Löwen in den nächsten fünf Spielen?
Das sind fünf extrem wichtige Spiele. Ich glaube, dass wir alle fünf gewinnen können. Das ist auch unser Ziel. Natürlich können wir schlecht die Rechnung aufstellen, alle 15 Punkte zu holen. Aber die Spiele werden schon auch entscheiden, mit welchem Gefühl wir in die Winterpause gehen.

Weber moniert Schiri-Entscheidungen

Zuletzt pendelte sich die Gefühlslage auf Giesings Höhen zwischen Enttäuschung und Wut ein. Platz 10 mit 19 Punkten aus 15 Spielen – zu wenig, oder?
Erst waren es Gegentore in den letzten Minuten, dann waren es Schiri-Entscheidungen. So viele Entscheidungen gegen uns wie im Halle-Spiel (1:1) sind natürlich extrem ärgerlich, vor allem, wenn man so Punkte verliert. Die Schiris sind auch nur Menschen und machen Fehler. Aber es stimmt schon: Zuletzt hat einfach mal ein dreckiger Sieg gefehlt. Wenn wir auf uns und unsere Leistung achten und jeder Spieler individuell an sich arbeitet, werden wir auch wieder erfolgreich sein.

Führte die Sechzger in die Dritte Liga: Trainer Daniel Bierofka (li.).
Führte die Sechzger in die Dritte Liga: Trainer Daniel Bierofka (li.). © Ulrich Wagner

Trainer Daniel Bierofka hat kürzlich kritisiert, dass die Erwartungen im Umfeld zu hoch seien und man mit Aufsteiger 1860 Geduld haben müsse.
Es weiß ja jeder, dass die Erwartungen im Umfeld sehr hoch sind. Wir lassen von außen keinen Druck an uns heran – wenn, dann machen wir uns den schon selbst. Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern, dann sehen wir weiter.

Sie sind zwar Bierofkas Kapitän, mussten aber vor einigen Wochen weichen, weil Sie sich "zu viel Druck" gemacht hätten. Können Sie uns das erklären?
Das war keine schöne Zeit, aber das hatte ich natürlich zu akzeptieren. Biero hatte schon Recht mit der Aussage: Ich will immer das Maximale herausholen. Wenn dann ein paar schlechtere Spiele dabei sind, kann es schon sein, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Aber Kopf in den Sand stecken bringt auch nichts. Also hab ich im Training Vollgas gegeben.

Weber: "Früher haben die Spieler geraucht"

Stichwort Vollgas: Sechzigs Kult-Trainer Werner Lorant hat kürzlich über die heutige Spielergeneration hergezogen. Provokativ gefragt: Ist Felix Weber ein Waschlappen? (Lesen Sie hier: Werner Lorant im großen AZ-Geburtstags-Interview)
Ich habe das auch gelesen. Ich denke, manches kann man nur schwer miteinander vergleichen. Früher haben die Spieler geraucht, nach dem Training gab es eine Halbe Bier. Das kannst du heutzutage nicht mehr bringen. Es läuft alles professioneller. Klar hat es den ein oder anderen härteren Hund gegeben. Manche Dinge kannst du dir aber gar nicht mehr erlauben. Jan Löhmannsröben vom 1. FC Kaiserslautern musste für seine Aussagen (in der „Cornflakes-Affäre“, d. Red.) gleich eine Strafe zahlen. In den Nachwuchsleistungszentren wird man anders geschult als früher. Ich brauche jedenfalls keinen zum Händchenhalten.

Was kann man der heutigen Generation vorwerfen?
Was mir selbst auffällt: Viele Spieler achten sehr auf ihr Aussehen. Sitzt die Frisur? Passen die Schuhe? Nach einem Foul werden gleich die Stutzen gerichtet. Wenn einer mehr auf die Frisur schaut als auf die Leistung, wäre das ein Problem. Wenn einer zwei Mal pro Woche zum Friseur geht und gut spielt, soll er das machen. Mir reicht ein Mal im Monat – höchstens.

Weber warnt vor Ex-Löwe Fink

Am Sonntag geht es um 13 Uhr im Wildpark gegen den Karlsruher SC. Wie müssen die Löwen auftreten, damit es beim Tabellen-Dritten zu einem Löwen-Sieg reicht?
Der KSC hat am Anfang ein bisschen geschwächelt, jetzt holen sie immer ihre Siege. Sie haben mit Marvin Pourié und Toni Fink zwei gute Stürmer vorne, sind richtig gut aufgestellt. Sie waren ja beide mal bei 1860, aber ich habe sie hier nicht erlebt. Es wird ein extrem schweres Spiel, aber wir sind davon überzeugt, dass wir sie packen können. Vielleicht ist es jetzt mal Zeit für so ein dreckiges 1:0 oder 2:1.

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