Löwen im Jagdfieber: Sechzigs Schicksalsmonat ist der Januar

Fünf Spiele in 15 Tagen: Der TSV 1860 kann in Liga und Pokal die Weichen stellen. "So etwas treibt mich an", sagt Trainer Michael Köllner.
| Matthias Eicher
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Für seine Löwen geht es im Januar um viel: Michael Köllner. (Archivbild)
Für seine Löwen geht es im Januar um viel: Michael Köllner. (Archivbild) © IMAGO / MIS

München - Diese fünf Termine können sich die Fans dick in ihren weiß-blauen Kalendern anstreichen: Samstag, 14 Uhr: Auftakt gegen den SV Wehen Wiesbaden - endlich geht's wieder los!

Danach warten auf den TSV 1860 der Pokal-Kracher am Dienstag gegen Zweitligist Karlsruher SC (18.30 Uhr), das Derby gegen Türkgücü (22., 14 Uhr), das Traditions-Duell gegen Kaiserslautern (25., 19 Uhr) und das Gastspiel bei Viktoria Köln (30., 13 Uhr). Fünf Spiele in 15 Tagen, in denen sich die Weichen auf Aufstiegskampf, Pokal-Euphorie und zusätzliche Kohle (knapp 1,3 Millionen!) stellen lassen - oder auf Tristesse.

Der Januar: Schicksalsmonat für TSV 1860

"Bei Sechzig habt ihr mir schon tausend Schicksalsspiele serviert", sagte Trainer Michael Köllner lachend, gestand aber: "Der Januar ist richtig geil. Du kannst jedes Spiel gewinnen, aber auch verlieren." Überhaupt, so Köllner über hohe Ansprüche bei 60: "Ich kann mir doch nie drei Spiele erlauben, in denen wir nicht liefern."

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Mit viel Pathos in seinen Worten sprach Köllner über den Fußball als Religion, gerade in schweren Zeiten wie diesen: "Gerade in dieser Scheiß-Pandemie ist es wichtig, dass Sechzig gewinnt! Dann könnten da für manche Fans noch hundert Varianten kommen. So etwas treibt mich an: Das wir einen geilen Januar hinbekommen." Packen die Giesinger gegen Tabellen-Nachbar und Aufstiegsaspirant Wehen Wiesbaden einen gelungenen Start, könnten sie zu Januar-Jägern werden.

Köllner will keine Jagdsaison ausrufen

Das A-Wort wolle Köllner nicht in den Mund nehmen, genauso wenig wie eine vollmundige Kampfansage, das Feld von hinten aufzurollen: "Ich weiß nicht, ob wir eine Jagdsaison ausrufen sollten." Wie schwer wiegen denn dann die sieben Punkte Rückstand des Zehnten (29 Zähler) auf die Ränge zwei und drei? "Wir wollen tolle Ergebnisse holen und dann werden wir sehen, was möglich ist", so der 52-Jährige: "Da interessiert mich nicht, wie viel Rückstand haben."

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Ein Vergleich aus der Vorsaison lässt freilich tief blicken, dass weder Köllner, noch seine Kicker eine neuerliche Aufholjagd bereits abgehakt haben: "Vor einem dreiviertel Jahr hatten wir 13 Punkte Rückstand auf Dresden und mussten sie zuhause schlagen, um auf zehn heranzukommen." Für den Fuchsmühler sei entscheidend, "dass du in der Schlussphase dabei bist und vielleicht eine Pokal-Überraschung schaffst. Deshalb sind die nächsten Spiele wichtig, damit du Euphorie entfachst und einen Schub kriegst, angeheizt durch das Trainingslager." In Belek haben die Giesinger den Grundstein gelegt, nun sollen die nächsten Schritte folgen.

"Sechzig gegen Schalke, das hat Lust auf mehr gemacht"

Großer Wermutstropfen ist für den Chefcoach: Geisterspiele. "Es ist furchtbar schade, dass alles ohne Zuschauer stattfinden muss." Das 1:0 im Zweitrundenduell gegen S04 sei für Köllner ein absolutes Highlight gewesen: "Sechzig gegen Schalke, das hat Lust auf mehr gemacht. Das war Sechzig in seiner Reingewalt." So verstehe er seinen Job: "Jeder, der mit Sechzig in Verbindung steht: nebendran an der Tankstelle, im Dönerladen, oder ein Giesinger, der hier wohnt, aber nicht ins Stadion geht: Alle sollen ein positives Lebensgefühl kriegen."

Der Ansporn des Aufstiegscoaches der Cluberer: "In Nürnberg konnte ich einem ganzen Landstrich zu einem Hochgefühl verhelfen." Folgt nun das Giesinger Glück?

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