"Konstruktive Gespräche": Hitzlsperger bestätigt Interesse an Ismaiks 1860-Anteilen

Vor mehr als einem Jahr kündigte Hasan Ismaik an, seine Anteile am TSV 1860 abgeben zu wollen. Ein Vollzug ist bis dato nicht erfolgt, trotz zahlreicher Spekulationen und eines im vergangenen Sommers spektakulär gescheiterten Deals aufgrund von Seriositätszweifeln. Kommt jetzt aber richtig Bewegung in die Angelegenheit?
Nachdem die AZ vor Kurzem über die aufgeflammten Kontakte von Ex-Geschäftsführer Markus Rejek und Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger zu den Löwen berichtet hatte, bestätigt der gebürtige Münchner nun, dass er und der Ex-Boss Interesse an den Anteilen Ismaiks an der Profifußball-GmbH der Sechzger haben.
"Überlegungen angestellt, ob es die Möglichkeit gibt, den Gesellschafter abzulösen "
"Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit 1860 beschäftigt, zusammen mit Markus Rejek, der schon mal Geschäftsführer war", sagte Hitzlsperger am Sonntagabend bei "Blickpunkt Sport" im BR: "Ich habe Überlegungen angestellt, ob es die Möglichkeit gibt, den Gesellschafter abzulösen – und vielleicht mit Partnern versuchen, bei 1860 etwas zu unternehmen. Das Interesse ist da, aber es muss insgesamt auch passen. Momentan ruht es, mal schauen, wie es läuft."
Er und Rejek hätten demnach "schon mit vielen Leuten gesprochen – aus dem Verein, aber auch von Hasan Ismaiks Vertretern. Eines kann ich schon sagen: Egal, mit wem wir es zu tun hatten, das waren konstruktive Gespräche. Da kann ich nur Gutes berichten. Aber ich glaube, jedem ist bewusst, dass 1860 – so wie es aktuell dasteht – nicht auf allen Ebenen ein Miteinander ist. Es ist sehr kompliziert. Alle sehen das Potenzial im Klub. Deswegen gibt es von vielen Seiten auch Interesse."
Und: "Dass man aufsteigen will, ist das eine – aber das andere ist auch: Es müssen alle an einem Strang ziehen. Nur: Es ist jetzt eine heiße Phase, die Saison ist vorbei. Es geht um die neue Saisonplanung. Es ist jetzt nicht der beste Zeitpunkt, um die ganz wesentlichen Dinge anzugehen."
Hitzlsperger über Gespräche mit Löwen: "Da kann ich nur Gutes berichten"
Eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse an der Grünwalder Straße mit dem Verkauf der Löwen-Anteile Hasan Ismaiks an ein Konsortium rund um Hitzlsperger und Rejek erscheint nach diesen Aussagen zwar (noch) in weiter Ferne, unrealistisch aber dennoch nicht. Hitzlsperger untermauerte sein Interesse an den Blauen mit eigenen Erfahrungen: "Ich bin in einem Umfeld mit lauter Sechzgern aufgewachsen. Ich hab zwar nie für den Verein gespielt, aber ihn immer verfolgt."
Die viel beachtete ARD-Doku-Reihe "Rise & Fall of TSV 1860" habe bewirkt, dass er sich näher mit dem Löwen-Kosmos beschäftigen wollte: "Die Doku hat dazu geführt, dass ich mir gedacht habe: Vielleicht gibt es die Möglichkeit, bei 1860 tätig zu werden und ich habe mich in den letzten Monaten intensiv damit beschäftigt."
Es klingt danach, als würden da noch einige Monate mehr hinzukommen – und angesichts der bereits verstrichenen 13 Monate seit Ismaiks geäußertem Verkaufswunsch kommt es da auf den ein oder anderen mehr auch nicht mehr an ...