Exklusiv: Die erste Reaktion der Stadtspitze auf die neuen Stadion-Pläne der Löwen

Es soll ein Stadion werden, keine Arena. Das betont man im Umfeld der Löwen sehr. Und tatsächlich: Die Pläne für das neue, das um- und ausgebaute Grünwalder Stadion, die am Freitag Anwohnern vorgestellt wurden, sehen nach einem klassischen Stadion aus und nicht nach einer dieser sehr austauschbaren modernen deutschen Fußball-Arenen. Die Formsprache der heutigen Stehhalle wurde dafür zum Beispiel auf die anderen Tribünen übertragen. Flutlichtmasten sollen weiter weithin sichtbar sein.
Wie berichtet, will der TSV 1860 das städtische Stadion in Erbpacht übernehmen. Es soll nach dem Umbau insgesamt 27.000 Menschen Platz bieten (darunter, was für die Erlöse sehr wichtig ist, 2000 Business-Sitze, aber auch für stolze 13.000 Stehplätze). Das Stadion soll klimaneutral werden und unter anderem Geschäfte zur Straße hin beinhalten, also für das Viertel jenseits von Spieltagen nutzbar sein.

Das sagt Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl zu den neuen Plänen
Bei den Nachbarn kamen die Pläne ganz gut an, auch wenn die Löwen offenbar was Verschmutzungen an Spieltagen im Umfeld betrifft noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen haben. Und auch aus der Stadtspitze gibt es nun eine erste positive Reaktion. "Als langjährige Anhängerin der Löwen finde ich es sehr gut, dass der Verein das Projekt Stadionertüchtigung so ambitioniert voranbringt", sagte Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl, die in Dominik Krauses Stadt-Spitze für das Projekt zuständig ist, am Sonntag auf AZ-Anfrage. "Die Ideen und Gedanken der Machbarkeitsstudie finde ich spannend."
Dietl lobte den TSV 1860 explizit für sein Vorgehen: "Dass die Öffentlichkeit und vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner mit der Veranstaltung am vergangenen Freitagabend und damit bereits früh eingebunden wurden, ist ebenso eine gute und richtige Entscheidung von Sechzig, die ich persönlich auch unterstütze."

Der Standort des Grünwalder Stadions sei "stadtplanungsrechtlich sehr herausfordernd", betonte Dietl aber auch, "das wissen wir schon seit langer Zeit. In den kommenden Wochen werden sich die relevanten städtischen Stellen genau deshalb im Detail mit den Aussagen und den Vorschlägen der Machbarkeitsstudie auseinandersetzen."

Klingt durchaus so, als sehe die Bürgermeisterin noch einige Fragezeichen (abseits des großen nach der Finanzierung, das eh über allem schwebt). "Als Sportbürgermeisterin werde ich diesen Prozess sehr eng begleiten und weiterhin alles mir Mögliche dafür tun, die für Giesing so wichtige Frage der Zukunft des Stadions an der Grünwalder Straße als moderne, gut funktionierende sowie auch weiterhin identitätsstiftende Spielstätte gut voranzubringen", versprach sie am Sonntag den Löwenfans.