Diese 11 waren mal Löwen

Einst spielten die Zwillinge Lars und Sven Bender bei 1860 – jetzt drehen sie in der Nationalelf auf. Wer noch alles den Durchbruch woanders schaffte – und was der Bender-Ausbilder heute sagt.
| Markus Merz
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Lars Bender (Bayer Leverkusen, 24), von 2002 bis 2009 bei 1860, kostete Leverkusen 2,5 Millionen Euro Ablöse.
dpa 3 Lars Bender (Bayer Leverkusen, 24), von 2002 bis 2009 bei 1860, kostete Leverkusen 2,5 Millionen Euro Ablöse.
Christian Träsch (VfL Wolfsburg, 26), von 2004 bis 2007 bei den Löwen. Ging ablösefrei nach Stuttgart.
Foto: ARD 3 Christian Träsch (VfL Wolfsburg, 26), von 2004 bis 2007 bei den Löwen. Ging ablösefrei nach Stuttgart.
José Holebas (links, Olympiakos Piräus, 29), von 2006 bis 2010 bei den Löwen, brachte 900.000 Euro Ablöse.
dpa 3 José Holebas (links, Olympiakos Piräus, 29), von 2006 bis 2010 bei den Löwen, brachte 900.000 Euro Ablöse.

Einst spielten die Zwillinge Lars und Sven Bender bei 1860 – jetzt drehen sie in der Nationalelf auf. Wer noch alles den Durchbruch woanders schaffte – und was der Bender-Ausbilder heute sagt

MÜNCHEN Sie hatten es mit Wayne Rooney und Steven Gerrard zu tun. Spielten vor 86000 Zuschauern im Londonder Wembleystadion. Und das alles gemeinsam im defensiven Mittelfeld. So wie einst beim TSV 1860, wo Lars und Sven Bender den Weg zum Profi-Fußball gefunden haben. Ein besonderer Tag also. Nicht nur für die Zwillinge.

Es war auch ein besonderer Tag für Brannenburg. Den Heimatort von Lars und Sven Bender. Die beiden sind große Helden in der 6000-Einwohner-Gemeinde nahe Rosenheim. Den 1:0-Sieg in London hat daheim in Brannenburg fast jeder vor dem Fernseher verfolgt. "Natürlich", sagt Jörg Beller, der lange Abteilungsleiter bei den Fußballern des TSV Brannenburg war. Einer der wenigen, der das Spiel verpasst hat, ist Bernhard Linder. Der Kassier der Vereins war beruflich verhindert. "Das war sehr schade. Aber es freut uns natürlich, dass sie zusammen von Anfang an ran durften."

Nicht weniger stolz saß am Dienstag auch Wolfgang Schellenberg vor dem Fernseher. Zusammen mit Torsten Fröhling, dem Trainer der U23 des TSV 1860, schaute sich der einstige Jugendtrainer der Bender-Zwillinge das Spiel an – und richtete seinen Blick vor allem auf die Schützlinge von früher. "Sie haben das sehr ordentlich gemacht", sagt der Leiter des Löwen-Nachwuchszentrum der AZ. Überrascht ist er deshalb nicht: "Ich weiß ja, was sie können."

Ohnehin sind die Benders nur die Spitze dessen, wofür der TSV 1860 seit Jahren steht. "Es ist die Philosophie des Vereins, dass immer wieder gute Talente nachstoßen. Das sind ja nicht nur Lars und Sven", sagt Wolfgang Schellenberg. Reflexartig fallen ihm die zahlreichen Beispiele ein, die für die Jugendarbeit der Löwen stehen: "Ein Kevin Volland, ein Moritz Leitner oder auch Marcel Schäfer und Daniel Baier."

Talent-Schmiede TSV 1860. Längst lässt sich mit den Jugendspielern von einst eine etablierte Bundesliga-Mannschaft aufstellen. Angefangen beim ehemaligen U21-Nationaltorhüter Philipp Tschauner (FC St. Pauli) im Tor über die Verteidiger Marcel Schäfer (8 Länderspiele für Deutschland), Fabian Johnson (16 Spiele für die USA) und José Holebas. Letztgenannter hat sich am Dienstag mit der griechischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Brasilien qualifiziert und kann auf jahrelange Erfahrung in der Champions League mit Olympiakos Piräus zurückblicken.

Ein bisschen Wehmut kommt da auch bei Schellenberg auf, auch wenn er sagt: "Für uns ist das gut. Es wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen, dass wir kontinuierlich Talente herausbringen."
Außer den bereits genannten und den Bender-Zwillingen zählen in Moritz Leitner und Kevin Volland auch zwei aktuelle U21-Nationalspieler zum Kreis der einstigen Löwen-Talente. Nicht zu vergessen Peniel Mlapa, den Sportdirektor Florian Hinterberger lieber heute als morgen von Borussia Mönchengladbach zurückholen würde.

Mit dem derzeitigen Frankfurter Stammspieler Stefan Aigner und Christian Träsch vom VfL Wolfsburg (10 Länderspiele) ist die AZ-Topelf der Löwen-Talente voll, aber noch längst nicht komplett. Sie ließe sich locker durch weitere Spieler wie Timo Gebhart vom 1. FC Nürnberg oder Daniel Baier vom FC Augsburg erweitern. Die meisten bestechen dabei nicht nur mit ihrer individuellen Klasse. "Es ist ein Kennzeichen, dass wir bei unserer Ausbildung nicht nur auf Technik und Taktik achten, sondern auch auf die Persönlichkeit der Spieler", sagt Schellenberg. Lars und Sven Bender sind dafür die besten Beispiele.

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