Lars und Sven: Zwei Benders für alle Fälle

Von Giesing und dem TSV 1860 nach Wembley: Die Ex-Löwen Lars und Sven in England im DFB-Team auf der Doppelsechs  
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Sven und Lars Bender nach dem 1:0-Sieg gegen England.
dpa Sven und Lars Bender nach dem 1:0-Sieg gegen England.

Von Giesing und dem TSV 1860 nach Wembley: Die Ex-Löwen Lars und Sven in England im DFB-Team auf der Doppelsechs.

LONDON Damit hatte Joachim Löw alle überrascht. Sven und Lars Bender von Beginn an gemeinsam auf der Doppel-Sechs in der Nationalelf – das hatte es zuvor noch nie gegeben. Und bei 1860, dem Heimatverein der beiden, der sie im Jahr 2009 ziehen ließ, werden sie sich an diesem Abend an den Kopf gefasst haben. Zwei Benders für alle Fälle! Sie sind das aktuell erfolgreichste deutsche Brüder-Paar, das erste Zwillingspaar in der Nationalelf seit Erwin und Helmut Kremers. Und durch das Verletzungspech im Mittelfeld (Schweinsteiger, Gündogan, Khedira) sind die doppelten Benders mittlerweile auch eine echte Option für die WM 2014 in Brasilien. Bis zur 66. Minute spielten beide gegen England Seite an Seite – dann musste Lars auf die rechte Verteidigerseite.

„Wir sollten uns gegenseitig absichern, das konnten wir früher schon gut“, sagte Lars. „Es war toll, mal wieder neben ihm zu spielen! Ich sollte mich um Rooney kümmern und Lars um mich herum spielen“, meinte Sven. „Wie der Wind, der die Tür zuschlägt“, so hat Jürgen Klopp den BVB-Sven mal beschrieben. Eine Anspielung darauf, dass er in den Zweikämpfen immer noch einen Fuß dazwischen bekommt. Diesmal schafften sie das in Wembley sogar Seite an Seite. „Ob er oder ich, das ist egal – Hauptsache einer im grünen Trikot“, meinte Lars. Sätze, die jeder Trainer gerne hört. Löw: „Wir waren defensiv extrem stark. Ich hatte nicht das Gefühl, dass uns die Engländer ausspielen können.“

Lesen Sie hier: Die DFB-Auswahl gegen England in der Einzelkritik.

Auch dank der Benders. „Das ist eben blindes Verständnis“, sagte Sven. Die AZ zeigt die Erfolgsgeschichte der Zwillingsbrüder, die am 27. April 1989 in Rosenheim zur Welt kamen. Es ist Sommer 2006. Gemeinsam werden die beiden mit dem TSV 1860 B-Jugend-Meister. Lars bekommt in dem Jahr die Fritz-Walter-Medaille in Gold, Sven in Bronze. 2006 debütieren sie auch bei den Löwen-Profis. Mit 17 Jahren! Sie spielten damals nicht oft zusammen, weil Trainer Marco Kurz vor allem Sven auf verschiedenen Positionen testet. Mal muss er als Außenverteidiger ran, mal als Innenverteidiger, mal im zentralen Mittelfeld, mal als Spielmacher.

Auch heute noch ein Vorteil der beiden: ihre Vielseitigkeit. Erst 2008/2009 spielen sie regelmäßig gemeinsam auf der Sechs. Die beiden ergänzen sich prima, den Fans gefällt es, doch: Nach einer Saison ist Schluss. Sven wird im Tausch mit Antonio Rukavina nach Dortmund verramscht (Klub-Boss Watzke und Trainer Klopp schmunzeln heute noch vor Freude). Lars geht nach Leverkusen. Grund: 1860 braucht dringend Geld. Bayer zahlt 2,5 Millionen Euro. Aufgewachsen sind beide in Brannenburg untern Wendelstein. Ihr Vater ist zugleich ihr erster Trainer. Sven hat ein kleines Muttermal am Hals, Lars nicht. Lars ist 1,84 Meter groß, also einen Zentimeter kleiner.

Auseinanderhalten können sie längst nicht alle. In Dortmund nahmen die beiden Ex-BVB-Pressesprecher Josef Schneck mal auf die Schippe. Vor dem Spiel des BVB gegen Leverkusen ging Leverkusens Lars zum Dortmunder Pressechef und fragte ihn etwas. Schneck gab Auskunft – sie hatten ihn reingelegt. Zur EM 2012 durfte aber nur Lars. Löw: „Die Entscheidung war extrem schwer. Die beiden sind sehr ähnlich. Ich brauche nur einen Bender.“ Das ist jetzt anders.

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