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Die Löwen-Clans: Was machen eigentlich all die 1860-Gremien?

Wer will hier eigentlich was? Im Kosmos des TSV 1860 gibt es zahlreiche Interessensgemeinschaften, die ihre eigenen Ziele verfolgen – sei es klubpolitisch oder mit Blick auf die Stadionfrage. In dieser Serie stellt die AZ die jeweiligen Parteien vor. In Teil drei: Die offiziellen Vereinsgremien, wofür sie stehen und welche Aufgaben sie haben.
Bernhard Lackner |
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Der TSV 1860 ist ein kompliziertes Konstrukt mit verschiedensten Gremien. (Symbolbild)
Der TSV 1860 ist ein kompliziertes Konstrukt mit verschiedensten Gremien. (Symbolbild) © imago/Ulrich Wagner

Der Aufsichtsrat hat sich im vergangenen September neu konstituiert und besteht aus Vertretern der HAM in Person des Vorsitzenden Herbert Bergmaier, Biel Ballester Relat und Shohi-Dul Choudary sowie Präsident Gernot Mang, Thomas Probst und Sebastian Seeböck. 

Der Aufsichtsrat

Etwas kurios mutete zunächst an, dass Ismaik mit Bergmaier, Ex-Vorstand der traditionsbewussten Organisation “Pro1860”, einen seiner ehemals größten Kritiker in den Aufsichtsrat entsandt hat.

Hintergrund: Bergmaier gilt als Freund des Grünwalder Stadions, ist gut vernetzt und könnte in Verhandlungen mit der Stadt München eine entscheidende Rolle spielen, das Grünwalder mit Blick auf Münchens Olympiabewerbung als Austragungsort für Rugby doch noch zukunftsträchtig auszubauen. Bergmaier könnte auch mithelfen, den angestrebten Anteilsverkauf mit seriösen Geldgebern über die Bühne zu bringen.

Die KGaA und der Beirat

Die KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) steht vereinfacht gesagt für die ausgegliederte Profifußball-Abteilung beim TSV 1860. Sie wird vom Aufsichtsrat beraten, überwacht und kontrolliert.

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Kein einfaches Unterfangen in einem bisweilen äußerst zerstrittenen Verein wie 1860. Dies mussten in den vergangenen Jahren unter anderem die einstigen Geschäftsführer Günther Gorenzel, Marc-Nicolai Pfeifer, Oliver Mueller oder Christian Werner erfahren. Sie alle gerieten früher oder später in die Gesellschafter-Mühlen und mussten schlussendlich gehen.

Aktueller Geschäftsführer ist Manfred Paula, der parallel noch die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums innehat. Im Vergleich zu seinen Vorgängern kann er aber relativ entspannt arbeiten - auch weil sich das Verhältnis zwischen Präsidium und Investor deutlich gebessert hat und sich Ismaik aus dem Tagesgeschäft heraushält.

Geschäftsführer des TSV 1860: Manfred Paula.
Geschäftsführer des TSV 1860: Manfred Paula. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Bestellt wird die Geschäftsführung vom Beirat, in dem die Ismaik-Vertreter Herbert Bergmaier und Biel Ballester Relat sowie Nicolai Walch und Vize-Präsident Peter Schaefer für den e.V. sitzen. Aufgrund der 50+1-Regel ist der Beirat das maßgebliche Gremium, was die Entscheidungshoheit anbelangt. So können die e.V.-Vertreter sich in Pattsituationen über den Willen der Investoreseite hinwegsetzen - wie beispielsweise bei der Einstellung von Werner. Auch in Budgetfragen hat der Beirat die Entscheidungshoheit.

Der Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat zählt zu den mächtigsten Gremien im kompletten Löwen-Kosmos und überwacht satzungsgemäß das Präsidium in der Wahrnehmung seiner Vereinsaufgaben und in der Haushaltsführung.

Der aktuelle Verwaltungsrat wurde bei der Mitgliederversammlung im Sommer 2024 gewählt, wo sich die von “Pro1860” empfohlenen Kandidaten klar gegen die des “Bündnis Zukunft 1860” durchgesetzt haben. Vorsitzender ist Sascha Königsberg, sein Vertreter Sebastian Seeböck.

Vorsitzender im 1860-Verwaltungsrat: Sascha Königsberg.
Vorsitzender im 1860-Verwaltungsrat: Sascha Königsberg. © sampics/Augenklick

In der Vergangenheit ist der Verwaltungsrat immer wieder mit mehr oder weniger deutlicher Kritik an Hasan Ismaik in Erscheinung getreten, wenngleich mit Markus Drees im vergangenen November einer der größten Investorengegner aus dem Gremium zurückgetreten ist und er sich gegen Ende seiner Amtszeit mit Ismaiks Intimfeind Robert Reisinger überworfen hat.

Der Verwaltungsrat ist mit e.V.-Hardlinern besetzt und gilt als Fürsprecher für einen Verbleib in einem ausgebauten und modernisierten Grünwalder Stadion. Im Vorfeld der Wahl 2024 waren die schließlich in das Gremium gewählten Kandidaten auch klar von der Initiative “Freunde des Sechzgerstadions” empfohlen worden.

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