Christian Krzyzanowski: "Chance? Ein Prozent!"

Mit dem VfR Neuburg trifft Christian Krzyzanowski am Mittwoch im Toto-Pokal auf die Löwen. In der AZ spricht der Trainer über das Spiel, seine Mannschaft und die Euphorie vor Ort: "Wir freuen uns riesig!"
| Matthias Eicher
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Christian Krzyzanowski und seine Mannschaft freuen sich riesig auf das Spiel gegen die Löwen.
VfR Neuburg e.V./Rauchensteiner/Augenklick/AZ Christian Krzyzanowski und seine Mannschaft freuen sich riesig auf das Spiel gegen die Löwen.

München - Der 40-Jährige ist seit 2015/16 Trainer des Bezirksligisten VfR Neuburg. Er arbeitet neben seiner Tätigkeit Coach als Versicherungsvertreter. Im Interview mit der AZ spricht er über den Ausahmezustand in Neuburg und wie er den Absturz der Löwen erlebte.

AZ: Herr Kryzanowski, der große TSV 1860 kommt zum Toto-Pokalduell zum VfR Neuburg. Kribbelt’s schon?
Christian Krzyzanowski: Unwahrscheinlich! Wir freuen uns riesig, gegen die Löwen antreten zu dürfen.

Wie haben Sie die Auslosung erlebt, als Sie als erster Bezirkssieger aus dem Lostopf gezogen wurden und sich die Sechzger aussuchen durften?
Unser Sportlicher Leiter Andi Stanek hat noch während der Auslosung einen Luftsprung gemacht. Ich war zu diesem Zeitpunkt grade auf dem Flohmarkt am Neuburger Volksfest. Wir hatten als einer von sechs Bezirkssiegern eine 16-prozentige Chance, Wir haben zwar nicht daran geglaubt, aber insgeheim gehofft...

...und jetzt herrscht Ausnahmezustand in ganz Neuburg.
Das können Sie laut sagen! Jeder spricht einen auf das Spiel an, die Mannschaft ist unwahrscheinlich heiß, unser Organisationsteam hat kaum geschlafen in den letzten Tagen. Das Stadion wurde wegen der Auflagen umgebaut: Sektoren abzäunen, Fluchtwege schaffen, eine Hecke musste weg. Unserer Landesliga- und BayernligaZeit haben wir zum Glück ein größeres, weitläufiges Stadion zu verdanken. 3500 Zuschauer dürfen rein, wir hätten gerne noch mehr unterbekommen.

Wir haben vernommen, dass man vom Schwimmbad aus zuschauen kann. Stimmt das?
Könnte schon sein, das Freibad ist zumindest direkt neben dem Vereinsgelände an der Donau gelegen. Ich glaube aber, dass man fast irgendwo auf eine Garage kraxeln müsste!

Sprechen wir über die Chancen Ihres Teams. Wie viel Prozent geben Sie ihrer Elf für einen Sieg?
Ein Prozent, schätze ich. Sechzig muss uns unterschätzen – und einen schlechten Tag haben. Je länger wir die Null halten, umso besser. Wir haben eine intakte Mannschaft, sind als Bezirksliga-Aufsteiger letzte Saison fast in die Landesliga durchmarschiert. Wir sind auf jeden Fall gut drauf.

Eine große Kabinenpredigt wird’s nicht mehr brauchen, oder?
Nein. Höchstens, dass wir uns nicht zu sehr in die Hosen machen dürfen und versuchen sollten, locker aufzuspielen. Ich möchte einfach, dass wir den Augenblick und die Atmosphäre genießen. Die Spieler können sich auf einer einmaligen Bühne präsentieren.

Wie ist es denn um die Sympathien für Sechzig in Ihrer Mannschaft bestellt – gibt’s mehr Löwen- oder Bayern-Fans im Team?
Die Bayern sind schon in der Überzahl. Ich bin auch ein fußballbegeisterter Mensch, aber ich bin da neutral.

Wie haben Sie den Niedergang der Löwen erlebt?
Tatsächlich live im Stadion. Ich habe mir das Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg in der Arena mit meinen Söhnen angeschaut. Eine unschöne Geschichte, auch der wirtschaftliche Abstieg. Gott sei Dank konnten die Löwen eine Insolvenz abwenden. Für die Regionalliga sind sie eine immense Bereicherung.

Geht es nach den Giesingern, ist diese Bereicherung möglichst schnell wieder zurück im Profifußball.
Sie arbeiten immer noch noch unter Profibedingungen. Mit Trainer Daniel Bierofka und ihren Profispielern (Jan Mauersberger, Timo Gebhart und Sascha Mölders, d. Red.) ist die Qualität unwahrscheinlich hoch. Ich denke, dass sie die Liga dominieren. Ob es zum Aufstieg reicht, sieht man erst in der Relegation. Für uns wird es jedenfalls das Spiel unserer Karrieren! Das wird das Größte für meine Mannschaft, und in Neuburg wird es die nächsten zehn, 20 Jahre kein größeres Spiel geben.     

Lesen Sie hier: Strobl darf ins Tor, Gebhart und Mölders fraglich

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