Buden, Böcke, Bier: Sechzig gegen Türkgücü liefert viel Gesprächsstoff

Das Derby zwischen dem TSV 1860 und Türkgücü München liefert beim 2:2 keinen Sieger, Gesprächsbedarf dafür umso mehr.
| Matthias Eicher
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Liefern sich ein packendes Duell: Sascha Mölders (r.) und Ex-Löwe Aaron Berzel.
Liefern sich ein packendes Duell: Sascha Mölders (r.) und Ex-Löwe Aaron Berzel. © Rauchensteiner/Augenklick

München - Vorhang auf für ein neues Drittliga-Derby! Was sich die Löwen und Lokalrivale Türkgücü im ersten Vergleich auf Giesings Höhen seit 1991 boten, hatte alles, was so ein Prestigeduell braucht: vier Buden, mehrere Böcke inklusive Schiri-Aussetzer und Platzverweis-Ärger - und zwei ziemlich beste Kumpels, von denen am Ende keiner ein Verlierer-Bierchen ausgeben musste.

Alpha-Löwe Sascha Mölders und Ex-Sechzger Aaron Berzel rauschten am Samstag beim 2:2 des TSV 1860 gegen den ambitionierten Aufsteiger Türkgücü nicht nur einmal zusammen. Sechzigs Kapitän und der Abwehrchef der "türkischen Kraft" warfen alles auf den Rasen, was sie hatten - den Derby-Dreier bekam keiner. "Wir wollten unbedingt gewinnen. Ich bin stocksauer", wütete Mölders nach Spielende gleich in zwei Mikrofone: "Wir sind mit dem Punkt absolut null zufrieden." Bei Magenta Sport stellte er noch klar, dass man über das Duell Mölders-Berzel hinterher "keine Witze machen" brauche.

Das Interview mit dem BR auf die Frage nach Sechzigs Ergebniskrise mit nur drei Punkten aus der Englischen Woche brach er eigenmächtig ab: "Wir haben jetzt drei Mal Unentschieden gespielt und haben jetzt 'ne Vollkrise, weil wir Sechzig München sind und vorneweg marschieren müssen? So einen Schmarrn habe ich noch nie gehört!" Vor der Saison hätten viele 1860 für einen Abstiegskandidaten gehalten. "Und Du redest von einer Krise? Da hab' ich keinen Bock mehr!" Sprach's und zog beleidigt von dannen.

Nummer zwei der Stadt? Entscheidung vertagt

Dabei hätte Mölders wie sein Cheftrainer Michael Köllner auch "mächtig stolz" über die gezeigte Leistung des TSV in "einem rassigen Derby" sein können: Fabian Greilinger schoss furiose Giesinger früh in Front (22.). Mölders selbst war es, der - ungehindert von Kumpel Berzel - in unnachahmlicher Manier zum 2:1 einköpfte (49.). Weil Türkgücüs Ausnahme-Duo Sechzigs Verteidiger Quirin Moll und Stephan Salger gleich doppelt narrte, blieb nur der Mölders-Ärger: Drittliga-Toptorjäger Petar Sliskovic verwertete zwei Vorlagen des ligaweit besten Vorbereiters Sercan Sararer (26., 70.). Die Nummer zwei der Stadt? Entscheidung vertagt - und das trotz längerer 1860-Unterzahl.

Zwei Vorlagen gegen Sechzig: Topvorbereiter Sararer.
Zwei Vorlagen gegen Sechzig: Topvorbereiter Sararer. © Rauchensteiner/Augenklick

Sechzigs Routinier Mölders (35) regte sich abseits des verpassten Triumphes vor allem über folgende Schlüsselszene auf: Dennis Dressels stieg Philipp Erhardt im Zweikampf auf den Knöchel - glatt Rot (59.). "Ich finde es sehr mutig, in so einem Spiel an der Mittellinie eine Rote Karte zu geben", motzte Mölders. Die Crux an jener Szene: Der unglückliche Schiedsrichter Patrick Hanslbauer hatte zuvor mehrere Situationen falsch bewertet und Sechzig nach einem langen Ball auf Stefan Lex einen Handelfmeter verweigert (43.).

"Es war ein sehr emotionales Derby"

Und so wollte beim TSV kaum einer Dressels harten, aber absolut vertretbaren Platzverweis anerkennen. "Das war nie im Leben eine Rote Karte", kritisierte Torschütze Greilinger, auf der vereinseigenen Internetseite wurde die Aktion gar als "Allerweltsfoul" bezeichnet. Chefcoach Köllner ordnete es treffender ein: "Die Rote Karte kann man geben, keine Frage. Aber dann muss man das ganze Spiel ein strenges Maß anlegen." Es habe aber "die Spielleitung insgesamt nicht gepasst", denn: "Mir hat die Linie gefehlt, deswegen wurde es auch so hektisch."

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Für Hektik und die so typische, aufgeladene Derby-Atmosphäre sorgten die (wenigen) Zuschauer auf Giesings Höhen. Türkgücü-Präsident Hasan Kivran und Co. zeigten in mehreren Schreikonzerten ihre heißblütige Mentalität, die Sechzger standen ihnen in nichts nach: Nicht nur ein weiß-blauer Vulkan explodierte auf der Haupttribüne. Passendes Schlusswort von Gäste-Trainer und Ex-Löwe Alexander Schmidt, der ein "leistungsgerechtes Unentschieden" gesehen hatte: "Es war ein sehr emotionales Derby, es ging hitzig zu auf beiden Seiten." Auch die Herren Mölders und Berzel haben sicher jetzt schon Bock, es wieder krachen zu lassen.

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