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AZ exklusiv: OB Reiter lädt den TSV 1860 zum Stadion-Gipfel ein

OB Dieter Reiter mischt nun auch persönlich zum Grünwalder-Umbau mit. Das Olympiastadion taugt nicht als Plan B.
| Felix Müller
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Das Olympiastadion als Löwen-Spielort? Eher keine Option.
Das Olympiastadion als Löwen-Spielort? Eher keine Option. © imago/Bernd Müller

München - Wenn es denn nur so einfach wäre. OB Dieter Reiter könne sich doch einfach mal mit ihm und Kult-Stadionsprecher Stefan Schneider zusammensetzen, erklärte 1860-Trainer Michael Köllner bei der Sechzger-Wiesn im Hacker-Zelt. "Wenn er mit uns zwei Maß trinkt, kommen wir in der Stadionfrage zusammen."

Reiter lädt zum großen Stadion-Gipfel

Bier dürfte nicht getrunken werden. Aber immerhin: Es steht bald ein kleines Friedenstreffen an zwischen den Löwen und der Stadt-Spitze. Ungewöhnlich schon, dass am Dienstag im Hacker-Zelt der OB und seine beiden Stellvertreterinnen gleich zu dritt aufkreuzten. Und ein langgehegter Wunsch der Sechzger wird auch erfüllt.

Nach AZ-Informationen vereinbarte man auf der Wiesn einen Stadion-Gipfel. Dieter Reiter sagte ein gemeinsames Gespräch mit Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl und 1860-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer zu. Dabei dürfte es um die offenen Fragen vor der Entscheidung zu einem möglichen Aus- und Umbau des Grünwalder Stadions gehen.

Ein anderer Aspekt von Reiters Besuch, der am Mittwoch in Fankreisen für größere Aufregung sorgte, ist wohl erstmal nicht allzu ernst zu nehmen.

Plötzlich bringt OB Reiter das Olympiastadion ins Spiel

Reiter hatte auf die Fragen eines Bloggers nach dem Olympiastadion gesagt, die Löwen würden bei ihm "Drehtüren einrennen", wenn sie ins Oly wechseln wollten. Er sprach davon, dort die "günstigste Miete, die möglich ist" verlangen zu wollen und betonte, die Stadt habe ohnehin einen dreistelligen Millionenbetrag investiert. Besonders realistisch scheint das Szenario einer Rückkehr ins Olympiastadion freilich nicht zu sein – und das nicht nur, weil sie den allermeisten Sechzig-Fans ein Graus wäre. Aus der Stadtverwaltung heißt es, man habe die Variante mangels Interesse überhaupt nie prüfen lassen.

Sechzger-Fans schauen aufs Olympiastadion. Dass ihre Mannschaft dort zeitnah spielen wird, ist ausgeschlossen. (Archivbild)
Sechzger-Fans schauen aufs Olympiastadion. Dass ihre Mannschaft dort zeitnah spielen wird, ist ausgeschlossen. (Archivbild) © IMAGO / Bernd Müller

Und der Olympiapark winkt auf eine Anfrage der AZ hin ab. Selbst für einzelne Spiele in einer möglichen Zweitliga-Saison 2023/24 dürfte es schwierig werden, das Stadion sinnvoll für die Löwen zu nutzen. Bereits ab Oktober 2023 stehe das Stadion "sowohl zeitlich, als auch kapazitätsmäßig" nur "sehr eingeschränkt" zur Verfügung, heißt es aus dem Park. Das gelte auch für das Jahr 2024, so ein Sprecher. Ab Oktober 2025 wird das Stadion wegen der Modernisierung dann für voraussichtlich zwei Jahre ganz dicht gemacht.

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Und dann? Im Rathaus ist immer wieder die Rede davon, dass das weite Rund beim Fußball selbst zu Ende saniert nur noch ganz eingeschränkt genutzt werden dürfte – die Vorstellung von Highlight-Spielen vor 50.000, 60.000 Löwen-Fans also eh eine Illusion wäre. Das bestätigt der Olympiapark. "Eine Komplettüberdachung ist in der Zweiten Liga vorgeschrieben", sagte ein Sprecher. Eine dauerhafte Nutzung sei daher nur sehr eingeschränkt möglich. Er betonte, dass 2023 und 2024 zu bestimmten Zeiten auch die Hälfte des überdachten Bereichs "nicht zur Verfügung steht". Schon ohne Einschränkungen gebe es im überdachten Bereich nur 35.000 Plätze.

Klingt alles gar nicht nach baldigen Löwen-Spielen im Olympiastadion, zumal auch noch betont wird, dass es für die nächsten Jahre schon "eine sehr gute Belegung durch Open-Air-Konzerte" gibt. Immerhin: "Über einzelne Spiele kann man sich immer unterhalten, sofern sie in unseren Kalender passen."

Sechzig im Olympiastadion – realistisch wird das wohl frühestens nach Abschluss der Sanierung ein großes Thema. Möglicherweise auch als Ausweichquartier, sollte dann tatsächlich das Grünwalder modernisiert werden. Reiter immerhin schwärmte auf der Wiesn nicht nur vom Olympiastadion, sondern auch vom Giesinger Fußball-Kult: "eine geile Atmosphäre", attestierte der OB.

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