Augsburgs Feulner: "Ich bin noch zu fit zum Aufhören"

Augsburgs Markus Feulner (35) spricht im AZ-Interview über die Jugend mit Schweinsteiger und Ex-Kollege Mölders. Am Sonntag treffen sie sich die beiden wieder auf dem Platz.
| Matthias Eicher
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"Gewinnen will ich immer", sagt Markus Feulner vor der Partie gegen 1860
imago "Gewinnen will ich immer", sagt Markus Feulner vor der Partie gegen 1860

AZ: Herr Feulner, Sonntag, FC Augsburg II gegen den TSV 1860, über 20 000 Zuschauer. Sind Sie schon heiß auf das Regionalliga-Rekordspiel?
Markus Feulner: Brutal! Wir freuen uns alle riesig. Viele meiner Jungs haben eine solche Erfahrung noch nicht gemacht. Ich hoffe, dass sie Blut lecken und so eine tolle Kulisse ein paar Prozent mehr herauskitzelt.

Sie haben dagegen in 204 Bundesligaspielen für Bayern, Köln, Mainz, Dortmund, Nürnberg und Augsburg schon in Deutschlands größten Fußballtempeln gespielt.
Meine Mitspieler haben auch gefragt: Wie wird‘s für dich am Sonntag? Ich kann nur sagen: Egal, ob 50 oder 50.000 Zuschauer – gewinnen will ich immer. Da darf es keine Rolle spielen, wie viele Leute auf den Rängen sitzen. Diesen Ehrgeiz habe ich mir bis heute bewahrt.

Und doch dürften Sie einige unvergessliche Erinnerungen gesammelt haben.
Klar, der Einzug mit dem FCA in die Europa League war sensationell, als wir vor knapp zweieinhalb Jahren am letzten Spieltag in Gladbach gewonnen haben. Oder die Meisterschaft mit dem BVB 2011, die niemand so erwartet hat – danach sind 500 000 Leute auf den Straßen durch Dortmund gezogen! Was beim Aufstieg mit Mainz (2008/09, d. Red.) los war – Wahnsinn! Ich könnte Bücher darüber schreiben.

Das Kapitel FC Bayern fehlt in Ihrer Auflistung.
Ich bin mit 15 nach München gezogen, um Profi zu werden – und ich würde es wieder so machen. Ich habe es nach der A-Jugend und einem halben Jahr Amateure ziemlich schnell zu den Profis geschafft. Das ist damals nur Basti Schweinsteiger, Owen Hargreaves und mir gelungen.

Ich war aber noch sehr jung und hatte wenig Spielzeit. Es hat letzten Endes nicht ganz zur Karriere von Schweini gereicht, aber ich habe fast 15 Jahre Bundesliga gespielt und trotzdem einen ganz guten Weg hingelegt, denke ich. (lacht)

Wieso um alles in der Welt halten Sie nun ihre Knochen nochmal in der Regionalliga hin?
Ganz einfach: Ich bin noch zu fit zum Aufhören! Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, wollte bis 35 im Profigeschäft bleiben und danach einen Cut machen. Das ist mir jetzt gelungen. Ich hadere auch nicht damit, nicht mehr bei den Profis zu spielen. Ich habe Familie, zwei Kinder. Da wollte ich auch nicht ins Ausland.

Der FCA gibt mir hier die Möglichkeit, meine Erfahrungen als Führungsspieler weiterzugeben und nebenbei als Co-Trainer der U16 ins Trainergeschäft reinzuschnuppern. Das ist es, was ich künftig tun möchte.

Beim TSV 1860 gibt es ein Pendant: Ihr früherer Kollege Sascha Mölders geht nun ebenfalls in der Vierten Liga auf Torejagd – und würde bei einem Treffer gegen Sie jubeln, wie er sagt.
Wir haben auch noch Kontakt. Er hat öfter bei uns zugeschaut, einmal saßen wir zusammen auf der Tribüne und haben uns ausgetauscht. Er spielt eine gute Rolle bei Sechzig und weiß, wo das Tor steht. An ihm können sich noch viele orientieren. Er darf auch gerne jubeln – ich verstehe die Diskussion auch nicht wirklich, warum man sich für seinen aktuellen Verein nicht auch gegen seinen Ex-Klub freuen soll. Wenn wir zwei schießen, darf Sascha gern eins machen – ansonsten soll er sich mal zusammenreißen.

Die Löwen kommen nach dem Absturz aus der Zweiten Liga mit der starken Serie von zwölf unbesiegten Spielen in Folge in die WWK-Arena.
Dieser Abstieg war wirklich sehr bitter für Sechzig und die ganze Region. Sie gehören für mich in die Erste oder Zweite Liga - auch, wenn ich mal ein Roter war. Für uns ist es jetzt natürlich schön, dass die Löwen da sind, das wird ein absolutes Highlight.

Eine große Herausforderung, bei der wir an unsere Grenzen gehen müssen, aber ein Duell auf Augenhöhe. Sechzigs Serien sind für mich jedenfalls dazu da, um gebrochen zu werden.

Lesen Sie hier: Hoffnung bei Weber, Gebhart-Comeback erst 2018

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