Obacht, Löwen: In Burghausen hat sich Sechzig schon häufiger schwergetan

Ein herber Dämpfer wie einst in der Saison 2017/18? Das soll dem erneut abgestürzten TSV 1860 bei Wacker Burghausen nicht wieder passieren. Die AZ zeigt die fünf Tücken des Duells an der Salzach.
von  Matthias Eicher
1860-Trainer Alper Kayabunar.
1860-Trainer Alper Kayabunar. © IMAGO/Ulrich Wagner

Wenn die Löwen scheinbar ins Rollen gekommen sind und fröhlich auf die Wiesn gehen. Wenn sich das nächste, kleinere Städtchen mit vollem Fokus darauf vorbereitet, mit aller Macht die Überraschung zu schaffen. Und wenn der SV Wacker Burghausen am Samstag den großen TSV 1860 empfängt (14.45 Uhr, AZ-Liveticker). Dann gilt: Obacht, Stolpergefahr!

"Jeder Verein ist maximal motiviert. Es ist das Spiel der Saison jedes Mal gegen uns", sagte Spielmacher Tunay Deniz schon nach dem vorletzten Auswärts-Auftritt der Giesinger, als der DJK Vilzing in der letzten Sekunde des Duells noch der 2:2-Ausgleich gegen 1860 gelungen war.

Die AZ zeigt, aus welchen vier Gründen die Blauen auch jetzt wieder höllisch aufpassen müssen, um am Samstag bei Wacker nicht erstmals in der Saison 2026/27 als Verlierer eines Regionalliga-Duells die Rückfahrt nach Hause anzutreten.

1860 hat sich in Burghausen schon häufiger schwer getan

Wackerer Angstgegner: Nach Sechzigs vormaligem Absturz in die Regionalliga Bayern waren Kapitän Felix Weber, die "Wampe von Giesing" Sascha Mölders und Co. dort in der Saison 2017/18 bereits Burghausen begegnet – und hatten an der Salzach mit 0:2 den Kürzeren gezogen. Schwergetan hat sich 1860 bei Wacker öfter. Im Gegensatz zu manchem Dorfplatz gibt das Stadion an der Liebigstraße einen kleinen Hexenkessel her: Der Viertliga-Achte (14 Punkte) erwartet zwischen 8.000 und 9.000 Zuschauer. Könnte hitzig werden beim Duell David gegen Goliath. . .

Fieser Ex-Löwen-Fluch: In Ex-Löwe Felix Bachschmid, der just im vergangenen Saisonspiel mit 60 Treffern in 244 Spielen zu Wackers Rekordtorjäger avancierte, sowie Moritz Bangerter stünden gleich zwei "passende" Offensivspieler parat, um den, guten, alten oder eher vermaledeiten Ex-Löwen-Fluch zu erneuern, wonach sich immer irgendein Ex-Spieler findet, der besonders gern gegen seine alte Liebe Sechzig trifft. Zuletzt in Vilzing war es Markus Ziereis, der die blaue Siegesparty jäh durchkreuzte.

1860 will sich Siegermaß für den Wiesn-Besuch sichern

Wiesn-Fieber – Wiesn, Krisn? Den Wiesn-Dreier gegen die kleinen Clubberer sollten die Sechzger besser nicht zu intensiv gefeiert haben, denn das nächste Duell steht an. Am 29. September begeht der TSV seinen offiziellen Oktoberfest-Termin im Hacker-Zelt, dem "Himmel der Bayern". Nach AZ-Informationen hat sich auch der neue OB Dominik Krause angekündigt.

Münchens OB hat am vergangenen Samstag die Wiesn eröffnet und sich nach AZ-Infos auch für den Oktoberfest-Besuch der Sechzger angekündigt.
Münchens OB hat am vergangenen Samstag die Wiesn eröffnet und sich nach AZ-Infos auch für den Oktoberfest-Besuch der Sechzger angekündigt. © IMAGO

Es wäre nicht das erste Mal, dass den Blauen das (nächste) Siegermaßerl verwehrt bleibt. Gibt’s am Ende sogar wieder mal eine weiß-blaue Wiesn-Krisn? Am 3. Oktober steigt das Heimspiel gegen Ansbach – das Kellerkind scheint diesmal auf dem Papier der richtige Gegner für einen erfolgreichen Abschluss zu sein.

Das Gesetz der Serie: Vier Siege und fünf Remis hat 1860 inzwischen angehäuft in der Regionalliga und mit zuletzt zwei Zu-Null-Heimsiegen scheinbar die Kurve bekommen. Dies bedeutet nicht, dass die Blauen gefeit sind von Rückschlägen. Das Gesetz der Serie macht diesen sogar immer wahrscheinlicher, je länger die Giesinger ihre Serie noch aufrechterhalten.

1860 drohen zwei schmerzhafte Ausfälle

Drohender Doppel-Ausfall: Nach Michael Eberwein, der bereits gegen Nürnberg II passen musste, scheint nun auch der Einsatz von Innenverteidiger Lasse Faßmann fraglich zu sein: Der Nebenmann von Abwehrchef Felix Weber hatte nach AZ-Infos erst aufgrund von Belastungssteuerung gefehlt. Am Donnerstag ließ Coach Alper Kayabunar allerdings mit Weber und Neuzugang Eric Uhlmann in der Verteidigung ein neues Duo testen.

Spielmacher Deniz gab schon nach dem Vilzing-Remis den Mahner, das Viertliga-Schwergewicht Sechzig dürfe in keinem einzigen Duell den Fehler machen, sich auch nur in irgendeiner Hinsicht den hochmotivierten Kontrahenten überlegen zu wähnen.

"Am Ende geht es jedes Mal um drei Punkte. Die spielen in der Regionalliga, wir spielen in der Regionalliga – uns trennt nichts voneinander", warnte der 32-Jährige: "Das müssen wir reinkriegen, dass wir einfach jedes Spiel 100 Prozent geben müssen." Eigentlich genug der alarmierenden Signale gegen die weiß-blaue Stolpergefahr in Burghausen. Eigentlich ...

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