Teil 1 der AZ-Serie: Halbwahrheiten auf der Piste

Alkohol auf der Piste, gefährlicher Skisport, Skikurse im „Do-it-yourself“-Verfahren – rund um das Thema Skisport kursieren viele offene Fragen. In der folgenden Serie nimmt die AZ zehn weitere große Ski-Irrtümer unter die Lupe.
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Teil 1 der Ski-Irrtümer-Serie handelt von Lawinen, Alkohol auf der Piste, der passenden Skiausrüstung und Bindungseinstellung.
dpa Teil 1 der Ski-Irrtümer-Serie handelt von Lawinen, Alkohol auf der Piste, der passenden Skiausrüstung und Bindungseinstellung.

Alkohol auf der Piste, gefährlicher Skisport, Skikurse im „Do-it-yourself“-Verfahren – rund um das Thema Skisport kursieren viele offene Fragen. Dennoch bedürfen viele weitere Trugschlüsse einer Aufklärung. In der folgenden Serie nimmt die AZ zehn weitere große Ski-Irrtümer unter die Lupe.

München - Nachdem die AZ vor einiger Zeit schon mit einer Serie über die größten Halbwahrheiten auf der Piste augeklärt hat, folgt nun eine Fortsetzung mit zehn weiteren Ski-Irrtümern. Der erste Teil der Fortsetzung befasst sich beispielsweise mit der Lawinengefahr, Akohol auf der Piste, der besten Ausrüstung oder der richtigen Bindungseinstellung.

Hier geht's zum zweiten Teil der AZ-Serie

Ski-Irrtum Nr. 11: „Mit Pieps und Co kann mir nichts passieren.“

Nach langanhaltenden Schneefällen laden die frischverschneiten Tiefschneehänge erst recht zu einer Skitour ein. Dabei wird die „weiße Gefahr“ eines Lawinenabgangs oftmals unterschätzt – trotz der inzwischen weitverbreiteten Nutzung von Lawinenverschütteten-Suchgeräten und dem entsprechenden Zubehör. LVS-Gerät, Sonde, Schaufel und ABS-Rucksack sind keine Schutzgegenstände, sondern sind lediglich für den äußersten Notfall bestimmt. Sie bieten keinen Schutz vor Lawinenabgängen mit Verletzungs- oder gar Todesfolge. Sie erhöhen jedoch die Überlebenschance um ein Vielfaches, sollte es zum Ernstfall kommen. Eine solche Ausrüstung hilft nichts, wenn der Skitourengeher, Schneeschuhwanderer oder Freerider sie nicht sachgemäß bedienen kann.

Wie verhalte ich mich richtig? Ist die Batterie aufgeladen? Ist das Gerät korrekt eingestellt? Zahlreiche Bergsport-Verbände, Bergführer und Alpenvereine bieten professionelle Kurse an, die sich mit der Funktionsweise der Geräte und der Vermeidung von Lawinenunglücken intensiv auseinandersetzen.

Lesen Sie hier den aktuellen Schneebericht der Alpen-Skigebiete

Ski-Irrtum Nr. 12: „Gegen ein, zwei Bier am Schirm ist doch nichts einzuwenden.“

Ja, das ist richtig. Sofern der Schirm im Tal ist und man nicht mehr mit dem Auto zurück ins Hotel fahren muss! Denn: Alkohol im Blut schränkt die Koordinationsfähigkeit ein und sorgt für Wahrnehmungsprobleme. Und das kann beim Skifahren, ebenso wie beim Autofahren, schnell zu Unachtsamkeiten und Unfällen führen. Skifahren verlangt dem Körper schließlich einiges ab: Viele Teilbewegungen müssen gleichzeitig durchgeführt, das Gleichgewicht gehalten und auf die anderen Abfahrer geachtet werden. Alkoholisiert auf oder neben der Piste zu fahren ist zwar nicht gesetzlich verboten, deswegen aber nicht weniger gefährlich und riskant. Betrunkene Skifahrer gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Wintersportler im Skigebiet. Hinzu kommt: Am späten Nachmittag, wenn es nach der Party am Schirm ins Tal hinab geht, sind die Bedingungen oft besonders schwierig. Gerade im Frühjahr sind die Pisten dann oft sulzig und tief. Umso mehr Geschick, Muskelkraft und Konzentration sind gefragt.

Lesen Sie auch: Mit wenig Geld in den Skiurlaub

Ski-Irrtum Nr. 13: „Für mich ist das teuerste Skimaterial gerade gut genug.“

Es überwiegt die Annahme: Mit dem steigenden Preis nimmt auch die Qualität zu. Möchte ich mir ein besonders gutes Paar Ski gönnen, sollte ich zum teuersten Modell greifen. Das stimmt in der Regel, was das verarbeitete Material betrifft. Doch nicht der neueste Rennski von Neureuther und Co. ist für mich das Non-Plus-Ultra auf dem Markt! Was für die Profis die richtigen Latten unter den Füßen sind, muss nicht auch für den Otto-Normal-Verbraucher das optimale Modell sein.

Ganz im Gegenteil: Nicht der teuerste Ski ist für mich am besten geeignet, sondern der Ski, der zu meinem Fahrkönnen, meinen körperlichen Voraussetzungen und meinen Gelände-, Tempo- und Radienwünschen passt. Wichtig ist bei der richtigen Auswahl die kompetente Beratung durch den Sportfachhandel. Käufer sollten stets ehrlich zu sich selbst sein. Was kann ich? Was will ich? Wie möchte ich meinen Skitag gestalten?

Lesen Sie hier: Lawinen: Sicherheit ist oberstes Gebot!

Ski-Irrtum Nr. 14: „Die Bindungseinstellung tut’s noch ein Jahr.“

Die Bedeutung einer korrekt eingestellten Skibindung sollten Skifahrer niemals unterschätzen! Der Spagat zwischen Halte- und Auslösefunktion ist eine echte Gratwanderung. Für die optimale Einstellung spielen gleich mehrere Faktoren zusammen – und diese können sich stetig ändern. Neben persönlichen Daten wie Körpergröße und Gewicht oder Kniedurchmesser kommt es auch auf das skifahrerische Können, das Alter und die Sohlenlänge der Skischuhe an. Diese Werte sollten unbedingt im Sportfachhandel nachgemessen werden! Nicht nur Kennwerte wie Alter und Gewicht ändern sich ständig. Auch der Fahrstil entwickelt sich mit der Zeit weiter: Anfänger verbessern sich, geübte Skifahrer bevorzugen ab einem gewissen Alter wieder das gemütlichere Skifahren.

Zudem ist ein besonderer Faktor wichtig: Durch die Elastizität der Bindung werden die Federn ständig beansprucht. Das führt dazu, dass die Feder irgendwann 'müde' wird, wodurch sich ihre Eigenschaften ändern: Die Feder kann etwa in ihrer Härte nachgeben. Auch dadurch verändern sich die Einstellungswerte. Die Funktionstüchtigkeit der Feder muss daher unbedingt regelmäßig überprüft werden.

Am Dienstag folgt der zweite Teil der Fortsetzung zur Irrtümer-Serie!

<strong>Weitere Tipps und Tricks rund um den Skisport gibt's auf der AZ Ski- & Schneeseite</strong>

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