Teil 2 der AZ-Serie: Die größten Ski-Irrtümer

Heute gibt es den zweiten Teil der AZ-Serie, in der sich alles um Ski-Irrtümer und Halbwahrheiten auf der Piste dreht. Heute mit dabei: Lawinen, Helme, Funktionswäsche und Kunstschnee.
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Themen im heutigen Teil der AZ-Serie zu den größten Ski-Irrtümern: Die Lawinengefahr, das Tragen von Helmen, das Waschen von Skibekleidung, sowie das Befahren von Kunstschnee.
dpa Themen im heutigen Teil der AZ-Serie zu den größten Ski-Irrtümern: Die Lawinengefahr, das Tragen von Helmen, das Waschen von Skibekleidung, sowie das Befahren von Kunstschnee.

München - Wie schaut das Skifahren abseits der Piste aus und was sagen mir die Schneespuren über mögliche Lawinen? Brauche ich wirklich einen Helm beim Skifahren und welche genauen Vorteile hat dieser? Schadet die Waschmaschine meiner Skibekleidung und welche Besonderheiten muss ich dort beachten, damit sie nicht kaputt geht? Was sind die großen Unterschiede zwische Natur- und Kunstschnee und kann ich auf letzterem genauso Skifahren, wie auf seinem natürlichen Vorbild? Diese Fragen und Irrtümer beantwortet die AZ im zweiten und letzten Teil der Serie zu den größten Ski-Halbwahrheiten.

Ski-Irrtum Nr. VI: „Im Hang sind schon viele Spuren, da wird schon nichts passieren.“

Die Lawinengefahr sollten Wintersportler niemals unterschätzen. Unterschiedlichste Kräfte und Schneemetamorphose sind für die sich täglich ändernde Lawinengefahr ausschlaggebend. Neben dem Schneedeckenaufbau, also dem Verbund der einzelnen Schneekristalle, beeinflussen auch Hanglage und -exposition das Risiko eines Lawinenabgangs. Gefährlich wird es dann, wenn einzelne Schneeschichten zueinander keine Bindung aufbauen oder sie verlieren. Gleich mehrere Unbekannte bleiben auch durch viele Spuren im Tiefschneehang unbeantwortet: Es ist weder zu erkennen, wie alt die Schneespuren sind, noch wie das Gelände darunter aussieht. Zwar haben die ersten Tiefschneefahrer die Schneedecke noch nicht so stark beeinflusst, dass eine Lawine ausgelöst wurde. Trotzdem kann die eigene Fahrt ausreichen, die Schneedeckenstruktur zusammenbrechen zu lassen. Skifahrer, die sich im Gebiet nicht auskennen und denen der langfristige Schneedeckenaufbau nicht bekannt ist, haben abseits der Piste nichts verloren! Das gilt insbesondere von Lawinenwarnstufe 3 an aufwärts – immer dann blinkt die orangene Lawinenwarnleuchte im Kassen- und Lifteinstiegsbereich.

Ski-Irrtum Nr. VII: „Ein Helm behindert mich beim Skifahren.“

Schweres Material, Einheitsgröße – das war einmal! Die heutigen Helme sind nicht mehr vergleichbar mit den Modellen früherer Generationen. In der Konstruktion und dem Design von Helmen hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel getan: Die Schnitte sind formschlüssiger geworden und die Helme deutlich leichter. Die leichtesten Modelle wiegen lediglich 250 bis 450 Gramm. Außerdem wird der Kopfschutz heutzutage in verschiedenen Größen hergestellt – so findet jeder Wintersportler seinen passenden Helm! Um auch bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen ein angenehmes Tragegefühl zu gewährleisten, verfügen die neuesten Helme alle über eine Belüftungsfunktion. An kalten Tagen halten sie warm und auch bei starkem Schneefall trocken, während Mützen ihre Wärmefunktion zunehmend verlieren, wenn sie Feuchtigkeit aufsaugen. Ein weiterer Helm-Vorteil: Die Skibrille sitzt besser. Die Sicht wird durch das weit ausgeschnittene Sichtfeld des Helmes nicht beeinträchtigt. Ein Helm ist heutzutage fester Ausrüstungsbestandteil, nur er kann ausreichend vor Kopfverletzungen schützen!

Lesen Sie hier: So behalten Sie den Überblick auf dem Hang

Ski-Irrtum Nr. VIII: „Das Waschen schadet der Skibekleidung.“

Die Gefahr, dass Funktionswäsche durch das Waschen nachhaltig beschädigt wird, besteht durchaus – wenn man zum falschen Waschmittel greift, mit einer zu hohen Temperatur wäscht und vergisst, Skijacke und -hose danach neu zu imprägnieren. Doch gleichermaßen gilt: Die Funktion der Skibekleidung kann nur aufrechterhalten werden, wenn diese hygienisch sauber ist. Schmutz und Schweiß können die feinen Poren verschließen und damit die Atmungsaktivität behindern. Wie pflegt man die hochwertige Winterausrüstung also richtig? Skisportler sollten ihre Bekleidung immer nach den Anleitungen des Herstellers waschen: meist als Schonwäsche bei niedriger Temperatur (30 Grad Celsius) und mit einem entsprechenden Funktionswaschmittel. Keinesfalls darf ein Weichspüler verwendet werden. Dessen Zusätze setzen sich im Textil fest und beeinträchtigen die Funktion der Membran nachhaltig. Ganz besonders wichtig ist die Imprägnierung der Bekleidung in mehreren Schichten nach jedem Waschen! Dafür bietet etwa der Sportfachhandel verschiedene Imprägnierungs-Sprays an.

Ski-Irrtum Nr. IX: „Kunstschnee ist hart und gefährlich.“

Sowohl Naturschnee als auch Kunstschnee sind nichts anderes als gefrorenes Wasser. Fakt ist: Natürlicher Schnee legt von den Wolken bis zur Erde einen deutlich längeren Weg zurück. Die Schneekristalle, die durch den Kontakt mit feinsten Luftpartikeln entstehen, bilden sich besser aus. Da dies bei künstlich hergestelltem Schnee nicht der Fall ist, hat dieser immer eine andere Konsistenz. In der Regel produzieren Schneekanonen feinen, dichten Schnee. Doch auch technischer Schnee kann recht pulvrig sein, wenn die äußeren Bedingungen es zulassen: Je kälter die Temperatur bei der Herstellung ist, desto stärker bilden sich die Kristalle aus – weicher Pulverschnee entsteht. Für den Skisportler ist ein Unterschied vor allem in den ersten Skistunden kaum zu bemerken. Jedoch hält die Piste durch den kompakten technischen Schnee heutzutage länger. Schneeanhäufungen und „Buckel“, die bei wärmeren Wetterverhältnissen gegen Mittag entstehen, werden vermieden. Der gute und sichere Zustand der Pisten bleibt länger erhalten.

Das war der zweite und letzte Teil der AZ-Serie zu den größten Ski-Irrtümern. Mit diesen Erklärungen und Tipps sind Sie bestens für den nächsten Skiurlaub gewappnet. Die AZ wünscht Ihnen eine schöne und vor allem unfallfreie Skisaison!

Wer den ersten Teil verpasst hat, findet ihn hier nochmal!

<strong>Alle Infos zum Skifahren und Wintersport gibt's auf der AZ Ski- & Schneeseite</strong>

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