Pesic über Pesic: „Die Operation war nicht ohne“

Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic spricht über den Rücktritt seines Vaters, den neuen Coach, Bamberg als Ansporn, und Hoeneß’ Ratschläge.
| Julian Buhl
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Inniges Verhältnis: Marko Pesic  und Vater Svetislav , für den nun Sasa Djordjevic  als Bayern-Coach übernimmt.
dpa Inniges Verhältnis: Marko Pesic und Vater Svetislav , für den nun Sasa Djordjevic als Bayern-Coach übernimmt.

AZ: Herr Pesic, Ihr Vater ist als Trainer zurückgetreten, Sasa Djordjevic als neuer Coach verpflichtet worden. Haben Sie aktuell die bisher schwierigste Aufgabe in Ihrer Zeit als Sportdirektor und Geschäftsführer beim FC Bayern zu lösen?

MARKO PESIC: Dieser Sommer ist speziell, weil wir einen neuen Trainer suchen und die Erfahrungen der letzten und vorletzten Saison einfließen lassen mussten. Über unser Saisonende gibt es nichts Positives zu sagen, außer dass wir etwas mehr Zeit für die Analyse hatten. Aber: Wir werden mit einem sehr guten Team in die Saison starten.

Mit dem besten der vergangenen fünf Jahre, was Sie selbst als Ziel vorgegeben haben?

Ich konnte damals noch kein anderes sportliches Ziel ausgeben, das wäre unseriös und ein bisschen arrogant gewesen. Unsere Mannschaft wird man an ihren Erfolgen nach dieser Saison messen können. Ein paar Sachen werden noch passieren. Dann werden wir mit einer frischen, enthusiastischen und hungrigen Mannschaft in die Saison gehen.

Inwieweit war Djordjevic in die Kaderplanung involviert?

Wir haben erst seit ein paar Wochen Kontakt. Aber er war dann immer informiert und wusste, was wir machen – und war mit allem einverstanden und zufrieden.

Lesen Sie hier: Bayerische Erbfolge: Djordjevic kommt für Pesic

Warum fiel die Wahl auf ihn?

Er ist ein interessanter Trainer und auch eine interessante Persönlichkeit. Wenn man die serbische Nationalmannschaft sieht, erkennt man die Handschrift des Trainers.

Einen Point Guard, wie er es war, könnten die Bayern aber noch brauchen, oder?

Solche Spieler, wie er einer war, gibt es in Europa vielleicht einen oder zwei. So einen zu finden, ist fast unmöglich.

Er bezeichnet Svetislav Pesic als Vorbild. Ist er ihm ähnlich?

Das sind verschiedene Typen, die vielleicht dieselbe Idee vom Basketball haben. Der eine ist 48, der andere wird 67. Das sind zwanzig Jahre Unterschied, auch zwanzig Jahre Erfahrung und Wissen im Basketball. Von der Persönlichkeit sind sie schon unterschiedlich. Wir haben keinen Typen gesucht, der meinem Vater ähnlich ist, sondern den bestmöglichen Trainer.

Ist es für einen neuen Coach nun sogar einfacher, Aufbruchstimmung zu erzeugen?

Die Spieler, die letztes Jahr zur Mannschaft gehörten, stehen unter besonderer Beobachtung. Das habe ich jedem einzelnen in ausführlichen Gesprächen erklärt. Sie haben etwas gutzumachen. So eine Erfahrung, die wir letzte Saison gemacht haben, darf nicht wieder passieren. Ich erwarte von Spielern wie Taylor, Gavel, Djedovic, Kleber, dass sie mehr Verantwortung übernehmen.

Es gibt Gerüchte, dass Teile der Mannschaft sich einen Trainerwechsel gewünscht haben.

Davon habe ich persönlich nichts mitbekommen. Mein Vater hat aufgrund der Art und Weise, wie er arbeitet, eine große Angriffsfläche für die Öffentlichkeit geboten. Dann muss man es hinnehmen, dass sich alle am Trainer abarbeiten, wenn es mal nicht so gut läuft.

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Wie geht’s Ihrem Vater jetzt?

Er hat so viel mit seiner Gesundheit zu tun, dass er im Moment keinen Gedanken an Basketball verschwendet. Die OP war nicht ohne. Speziell die ersten zwei Wochen waren sehr schwierig für ihn, weil er jemand ist, der sehr agil ist, ständig in Bewegung. Das ist momentan gar nicht möglich.

Ist es vorstellbar, ihn beim FC Bayern wieder einzubinden?

Das Wichtigste ist, dass er gesund wird. Dann kann man überlegen, ob man ihn einbinden kann und in welcher Funktion – und was er überhaupt machen will.

Uli Hoeneß ist ein wichtiger Ansprechpartner für Sie. Haben Sie sich in dieser schwierigen Situation im Sommer Rat bei ihm geholt?

Das ist keine schwierige Situation, sondern Bestandteil meiner Arbeit. Wenn ich zu Hoeneß gehe, dann nicht mit Problemen, sondern, um nach seiner Erfahrung zu fragen. Selbstverständlich tausche ich mich mit ihm aus. Nicht täglich, aber wir telefonieren ab und zu. Er ist sehr interessiert, wie es läuft, und wo er vielleicht helfen kann.

Ist Bamberg für den FC Bayern Basketball ein ähnlicher Antrieb, wie es Dortmund für die Fußballer war?

Bamberg ist schon ein Ansporn für uns. Vor allem die Art und Weise, wie sie Basketball spielen und wie erfolgreich sie sind. Es ist sicher eine Motivation für uns, besser und aggressiver zu sein, den Kampf anzunehmen und zu schauen, wo wir uns verbessern können.

 

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