Wie gut ist die Flick-Elf wirklich 13 Monate vor der WM?

Fünf Spiele, fünf Siege und weltweit das erste Team, das sich für die WM 2022 qualifiziert hat - der neue Bundestrainer ist vorsichtig optimistisch: "Mit dieser Mentalität der Mannschaft ist einiges machbar."
| Patrick Strasser
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Ist diese Mannschaft schon titelreif? Nach fünf Siegen unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick ist das Selbstvertrauen der DFB-Elf auf jeden Fall schon mal deutlich gestiegen.
Ist diese Mannschaft schon titelreif? Nach fünf Siegen unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick ist das Selbstvertrauen der DFB-Elf auf jeden Fall schon mal deutlich gestiegen. © picture alliance/dpa

Geschafft - und: Erster! Als erste Nation weltweit sicherte sich die deutsche Nationalelf eines der 31 WM-Tickets für die Endrunde im Gastgeberstaat Katar im Advent 2022.

Das erste Etappenziel des neuen Bundestrainers Hansi Flick ist mit dem am Ende souveränen und deutlichen 4:0 im Dauerregen von Skopje gegen Nordmazedonien erreicht. Dazu kommt: Mit fünf Erfolgen in fünf Spielen (und dabei 18:1 Toren!) stellte Flick den Startrekord für Bundestrainer-Frischlinge von Vorgänger Joachim Löw 2006 (23:1 Tore) ein.

13 Monate bis zur WM in Katar

Noch 406 Tage sind es bis zur WM am Persischen Golf, eine Menge Zeit und zwei WM-Qualifikationsspiele im November, die für die DFB-Auswahl rein punktetechnisch bedeutungslos sind. Beim Heimspiel in Wolfsburg gegen Underdog Liechtenstein (11.11.) soll Ex-Bundestrainer Löw offiziell verabschiedet werden, drei Tage darauf geht's zum Abschluss der Qualifikation nach Armenien (14.11.).

Sicher dann ohne einige der Stars, die bis Weihnachten auch in der Champions League oder Europa League gefordert sind. Der neue Schwung und die frische Aufbruchstimmung müssen nun über 13 Monate und ein paar wenige Freundschaftsspiele (zwei im März), sechs Nations-League-Gruppenspiele (in der ersten Juni-Hälfte und im September) sowie eine Mini-Vorbereitung konserviert werden.

Eine schwierige Aufgabe für Flick, doch zunächst wollte der erkältete Coach auf das Geschaffte zurückschauen - nur wenige Monate nach dem schwachen Auftritt bei der EM mit dem farblosen Achtelfinal-Aus gegen England.

Mit Hansi Flick beginnt bei der Nationalmannschaft für viele Spieler eine neue Zeitrechnung. (Archivbild)
Mit Hansi Flick beginnt bei der Nationalmannschaft für viele Spieler eine neue Zeitrechnung. (Archivbild) © picture alliance/dpa

Flick hat eine klare Struktur ins Team gebracht

"Die Mannschaft hat eine Entwicklung gemacht. Man hat auch wieder gesehen, welche Mentalität sie auf den Platz gebracht hat", sagte Flick und meinte mit Blick auf die Herausforderungen des Jahres 2022: "Wir haben bis November nächsten Jahres Zeit, die Dinge noch besser zu machen und uns weiter zu entwickeln. Darauf freue ich mich."

Der 56-Jährige hat eine klare Struktur in die Mannschaft gebracht, ihr die vertraute Ordnung mit einer Viererkette zurückgegeben und das Mittelfeldzentrum mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka zum Bollwerk gemacht. Nur zwei von acht Spielern des prägenden Bayern-Blocks. Auch Innenverteidiger Niklas Süle sowie Leroy Sané haben im Vergleich zur EM dank beständig guter Leistungen ihr Standing auf das Level anerkannter Stammspieler gehoben. Flick ist Spielerversteher und Bessermacher zugleich - Timo Werner kann das bestätigen (siehe unten).

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Neuer will in Katar wieder Weltmeister werden

Doch wo steht diese Nationalelf, das Flick-Team, nun 13 Monate vor der WM? Die Prüfsteine kamen bisher eher aus der Kategorie Pflichtsiege. Rumänien war als Nummer 42 der Fifa-Weltrangliste noch am höchsten gelistet, danach kamen Island (Rang 60), Nordmazedonien (74), Armenien (89) und Liechtenstein (188).

Parallel zu den WM-Qualifikationspartien spielten mit Europameister Italien, Belgien, Spanien und Frankreich vier Schwergewichte um den nicht wirklich bedeutenden Nations-League-Titel, den Frankreich mit 2:1 im Endspiel gegen Spanien gewann, zeigten dabei qualitativ hochwertigen Fußball.

Goretzka: "Wir sollten weiterhin kleine Brötchen backen"

Ob diese DFB-Auswahl auch gegen solche Gegner bestehen könne, wurde Flick in Skopje gefragt. "Das ist schwierig zu vergleichen", meinte er, betonte jedoch: "Unsere Spieler haben auch die Qualität da zu bestehen. Ich bin sehr zuversichtlich." Manuel Neuer hatte ja ganz offensiv das Ziel formuliert, in Katar Weltmeister werden zu wollen. Flick sagte es so: "Es ist ein weiter Weg. Aber mit dieser Mentalität der Mannschaft ist einiges machbar."

Wie weit ist man noch von der Weltspitze entfernt? "Wir sollten weiterhin kleine Brötchen backen", mahnte Leon Goretzka und erklärte: "Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch einiges vor uns. Wir haben nicht mehr viel Zeit und deswegen müssen wir jedes Spiel und jedes Training nutzen, die Mannschaft weiter zusammenzuschweißen. Ich glaube, dafür gibt es kaum jemand Besseren als Hansi." Sprach's und schmunzelte.

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