Vorerst ausgemüllert: Löw bangt um einen seiner wichtigsten Spieler

Der Bayern-Star ist am Knie verletzt, sein Einsatz gegen Ungarn ist unwahrscheinlich. Auch ein Einsatz im Achtelfinale ist gefährdet.
| Patrick Strasser
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Gegen Portugal verletzte sich Thomas Müller am Knie.
Gegen Portugal verletzte sich Thomas Müller am Knie. © IMAGO / ULMER

München - Der Mann, der nie verletzt ist, ist verletzt. Bei einem Blick in die persönliche Statistik von Thomas Müller sieht man, dass der Bayern-Profi seit Beginn der Saison 2009/10 genau 15 Spiele verpasst hat wegen Blessuren.

Überschaubare müllerlose Zeit

Die längste Pause musste der 31-Jährige im Herbst 2017 machen - wegen eines Muskelfaserrisses ganze sieben Partien. Und sonst? Vier Spiele Zwangspause im Februar dieses Jahres nach einer Corona-Infektion. Mehr müllerlose Zeit gab's nicht.

"Radio Müller" sendet ansonsten immer. Außer jemand schaltet ihn aus. Wie Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac, der ihn im Herbst 2019 als "Notnagel" bezeichnetet und zeitweise mehrere Spieler hintereinander auf die Bank beorderte.

Löw korrigierte seinen Fehler

Oder wie Joachim Löw, der Müller, den Weltmeister von 2014, im Frühjahr 2019 aus Gründen des personellen Umbruchs und der angestrebten Verjüngungskur aus der Nationalelf verbannte.

Mit der EM-Nominierung korrigierte Löw diesen Fehler. Ausgerechnet jetzt droht der DFB-Rückkehrer für den Gruppen-Showdown am Mittwoch gegen Ungarn (21 Uhr/ZDF und MagentaTV) auszufallen.

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Der Grund: eine kurz vor Ende des 4:2 gegen Portugal erlittene Kapselverletzung im rechten Knie. Auch das Innenband soll leicht lädiert sein. Nach AZ-Infos fällt Müller, wenn kein medizinisches Wunder geschieht, für das Ungarn-Spiel aus.

Kann Müller im Achtelfinale spielen?

Eventuell sogar für das mögliche Achtelfinale - wobei es eine Rolle spielt, ob das DFB-Team im Fall der Fälle als Gruppenerster am Montag (in Bukarest), als Gruppenzweiter am Dienstag (in London) oder als einer der vier besten Gruppendritten bereits am Sonntag (in Budapest oder Sevilla) antreten muss.

Im Vormittagstraining am Montag in Herzogenaurach fehlte der Offensivspieler. Das Aus für Müller, oder was?

Der DFB hält sich noch bedeckt

Was der DFB bisher nicht bestätigen wollte. "Das ist eine Information, die uns so nicht vorliegt", sagte Sprecher Jens Grittner. Man schaue "von Tag zu Tag".

Viel Zeit ist aber nicht mehr bis zum Vorrundenfinale. Die DFB-Physios kümmern sich intensiv um Müller, um ihn doch noch fit zu bekommen. Was andererseits ein Risiko wäre.

Goretzka hat Müller noch nicht abgeschrieben

Sein Bayern-Kollege Leon Goretzka hat Müller, dessen Mitbewohner in einem der Vierer-Bungalows im deutschen Camp (zusammen mit Frankfurts Kevin Trapp und EM-Shootingstar Robin Gosens von Atalanta Bergamo), noch nicht abgeschrieben und scherzte:

"So wie er sich gerade im Pool bewegt hat, ist es nicht ausgeschlossen, dass er spielt. Ich hoffe für uns alle, dass er fit ist und spielen kann."

Antreiber, Dauerläufer und Koordinator

In den ersten beiden EM-Partien stellte Müller unter Beweis, warum er von Löw reaktiviert wurde:

als Lautsprecher und Antreiber, als Dauerläufer und Koordinator des Pressing-Systems. Lediglich mit einem Tor klappte es auch im 13. EM-Einsatz noch nicht.

Lob vom Bundestrainer

"Thomas ist der, der bei uns das Pressing aus seiner Position heraus auslöst und war gegen Portugal extrem viel unterwegs, ist unheimlich viel gelaufen, hat Räume aufgemacht und defensiv sehr viel gearbeitet und die Mannschaft mit nach vorne gezogen", lobte ihn Löw am Samstag.

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Eigentlich ist er unersetzlich, der Unverletzliche. Auch aus psychologischen Gründen braucht diese Mannschaft ihren verlängerten Arm auf dem Spielfeld.

Angeschlagen sind auch Gündogan und Hummels

Noch dazu, weil die Routiniers Ilkay Gündogan (Wadenprobleme) und Mats Hummels (Patellasehnenreizung), beide beim 4:2 gegen Portugal vorzeitig ausgewechselt, ebenfalls noch fraglich sind.

Ohne Müller könnte es definitiv zu ruhig werden auf dem Platz. Und das war eine der Schwächen der Nationalelf in den müllerlosen Jahren 2019/2020.

 

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