Vor der dritten WM: Löws Weg zur Legende

Vor dem Quali-Spiel in Prag gegen Tschechien kitzelt der Bundestrainer seine Profis: "Ein Freiticket für die WM hat niemand, jeder muss investieren." Mit der Titelverteidigung will er Historisches schaffen.
| Patrick Strasser
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Joachim Löw möchte sich mit der Titelverteidigung bei der WM unsterblich machen.
dpa Joachim Löw möchte sich mit der Titelverteidigung bei der WM unsterblich machen.

Prag - Einen Espresso hatte sich Joachim Löw zum Termin mit den Journalisten selbst mitgebracht. Ohne geht’s nicht.

Entspannt setzte sich der Bundestrainer aufs Podium im "Conference Room" des Hotels Marriott unweit des Prager Pulverturms und fragte Nationalelf-Sprecher Jens Grittner scherzhaft: "Um was geht’s jetzt?" Explosive Fragen waren nicht zu erwarten vor dem WM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.45 Uhr, RTL live) gegen Tschechien.

Und weil Löw so entspannt war, verriet er sieben Startelf-Spieler für die Partie in der "Eden Aréna", die mit 20 000 Zuschauern ausverkauft ist. Die im Sommer während des Confed Cup urlaubenden Weltmeister Mats Hummels, Toni Kroos, Thomas Müller und Mesut Özil beginnen, als Außenverteidiger sind Joshua Kimmich und Jonas Hector dabei. Im Tor steht Marc-André ter Stegen für Manuel Neuer, der sein Aufbautraining in München fortsetzen soll. Nummer acht in der Anfangsformation dürfte Leipzigs Timo Werner sein, weil er "beim Confed Cup gut gespielt und auch gut in die Saison gekommen ist", so Löw.

Heißt: Mario Gomez darf wohl am Montag im Heimspiel gegen Norwegen in Stuttgart beginnen. Die Weltmeister von Rio 2014, erstmals seit März wieder dabei, seien "die Fixpunkte", erklärte der 57-Jährige.

Aufstellung ist kein Geheimnis

Bis auf drei Positionen – die wohl Julian Draxler, Sebastian Rudy und Antonio Rüdiger einnehmen – machte Löw kein großes Geheimnis aus seiner Aufstellung. Warum auch? Es läuft ja. Mit einem Erfolg in Prag will das DFB-Team die "weiße Weste in der Qualifikation behalten", meinte Löw. Die Ziele für diesen Herbst formulierte der Bundestrainer so: "Zu Beginn der Saison stehen wir vor der Situation, dass wir nicht ganz so eingespielt sind. Wir müssen schauen, dass wir uns finden und einspielen. Das ist ja nicht immer ganz so leicht."

Die Mischung macht’s. Hier die Weltmeister als Fixpunkte, dort die teils jungen, teils wilden Confed-Cup-Gewinner. Der ganzen Gruppe schrieb Löw ins Stammbuch: "Ein Freiticket für die WM im nächsten Jahr hat niemand. Jeder muss sich hinterfragen: Was kann ich jeden Tag tun, um ein bisschen besser zu werden? Jeder muss etwas investieren, um nächstes Jahr bereit zu sein. Das habe ich auch den Spielern gesagt." Die neue qualitative Tiefe des Kaders macht es ihm leicht. Seine Profis in Sachen Motivation etwas zu kitzeln, ist dennoch reine Routine für Löw.

Er geht in sein zwölftes Jahr als Bundestrainer, seine dritte WM steht an. Diesmal als Titelverteidiger. 2010 in Südafrika wurde Löw Dritter. Weniger als Halbfinale – nicht mit Jogi. Bei seinen drei Europameisterschaften konnte Löw ein Finale (2008) und zwei Halbfinals (2012 und 2016) verbuchen. Prag wird sein 153. Länderspiel, nur der legendäre Sepp Herberger hat mit 168 mehr. Bei der WM in Russland im kommenden könnte Löw Herberger überholen. Ein Mann auf dem Weg zur Legende.

"Wir können Historisches schaffen"

Bei einer Titelverteidigung sowieso. Er habe seit der WM in Brasilien "das Gefühl, dass die Mannschaft noch immer nicht an ihrem Limit ist", sagte Löw der "Stuttgarter Zeitung" und erklärte: "Das ist jetzt die große Herausforderung und der Reiz: den WM-Titel zu bestätigen. Wir können Historisches schaffen: Weltmeister, Confed-Cup-Sieger und noch einmal Weltmeister – das hat es noch nie gegeben."

Im Sommerurlaub ("Ruhig, entspannt") habe er losgelassen, sich "ein paar Wochen fußballfreie Zeit" gegönnt. Und Kraft getankt: "Meine Motivation hat sich in den vergangenen Jahren vielleicht sogar noch etwas gesteigert." Das kann sehr heiter werden für den DFB.

Lesen Sie hier: Löw setzt auf Weltmeister als Fixpunkte

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