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Super League: Die Verräter des Verrats liebt keiner

AZ-Sportchef Matthias Kerber über den Kollaps der Super League.
| Matthias Kerber
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"Ich liebe den Verrat, aber ich hasse den Verräter", hat der römische Feldherr Gaius Julius Cäsar (100 v. Chr. - 44. v.Chr.) postuliert. Die zwölf Vereine, die die Liga der Supergierigen ins Leben riefen, haben den Fußball, seine Werte (die im Zuge der fortschreitenden Turbokommerzialisierung sowieso ein Rückzugsgefecht austragen) verraten.

Jetzt verraten die Verräter ihren eigenen Verrat, sie wollen mit gespielter Reumut die Super League zu Grabe tragen und wieder in den Schoß der alteingebrachten Fußball-Welt zurückkehren. Doch die Verräter des Verrats, sie liebt keiner. Sie haben sich als seelenlose Wendehälse demaskiert, die nicht die Überzeugung antreibt, sondern ausschließlich die Angst vor den Konsequenzen des eigenen Tuns.

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In England wurde der Volkssport zum High-Society-Event

Eigentlich sollte der Fußball auf dem Altar des Götzen Geld geopfert werden. Lange hat sich die Öffentlichkeit, die Fans - gerade in England - viel zu viel bieten lassen. Dort wurde der Volkssport zum kaum bezahlbaren High-Society-Event degradiert. Man war gerne gesehene Klatsch-Staffage, Stimmungslieferant, damit das Produkt Fußball weiter ein gut vermarktbares Innen- und Außenleben hat, aber eben nicht mehr.

Doch jetzt haben genau diese Fans mit ihren lautstarken Protesten den Vereinen gezeigt, dass die Gier kein guter Lebensberater ist. Ihr Aufstand (und natürlich der, der nicht minder gierigen UEFA, die um ihre eigene Melkkuh Champions League bangte sowie der nationalen Verbände – und teils Regierungen) hat der Super League noch vor ihrem Entstehen die Lebensgrundlage entzogen. Ein Lehrstück in Basisdemokratie, denn der Fan ist als Zuschauer nicht nur Konsument, sondern aktiver Teil dieser Fußballwelt, die da verraten wurde.

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