Schweinsteigers DFB-Abschied: Danke, Basti!

Weltmeister Bastian Schweinsteiger tritt nach einer großen Karriere aus der Nationalelf zurück: "Es war mir eine Ehre, für Euch spielen zu dürfen." Unter Mourinho droht ihm nun auch das Aus bei Manchester United.
| Maximilian Koch
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Bastian Schweinsteiger und Bundestrainer Joachim Löw verband ein vertrautes Verhältnis.
dpa Bastian Schweinsteiger und Bundestrainer Joachim Löw verband ein vertrautes Verhältnis.

München - Am 6. Juni 2004 war er plötzlich da, dieser freche Junge mit den blonden Strähnchen und dem Bravo-Lächeln, und wer ahnte schon an jenem Abend in Kaiserslautern, beim 0:2 im Test der DFB-Elf gegen Ungarn, dass Bastian Schweinsteiger so lange bleiben würde.

Mehr als zwölf Jahre war er Teil dieser Nationalmannschaft, zunächst der Lausbub und Sommermärchen-Schweini, später dann ihr Leader, ihr Gesicht, der blutende Held von Rio. Der Weltmeister.

Seit Freitag nun ist diese große Karriere vorbei. Bastian Schweinsteiger wird nie mehr für Deutschland spielen.

"Richtig und vernünftig"

"Mit dem Gewinn des Weltmeistertitels 2014 ist uns historisch und auch emotional etwas gelungen, was sich in meiner Karriere nicht mehr wiederholen lässt", schrieb Schweinsteiger in seiner Abschieds-Erklärung bei Twitter, "deshalb ist es richtig und vernünftig, nun Schluss zu machen und der Mannschaft für die Qualifikation und die WM 2018 das Allerbeste zu wünschen."

Lesen Sie hier: Schweinsteiger

Zuvor hatte er Bundestrainer Joachim Löw in dessen Sardinien-Urlaub über seinen Entschluss informiert und gebeten, ihn "nicht mehr zu berücksichtigen". Die Nationalelf sei ihm "immer eine wertvolle Familie" gewesen, betonte Schweinsteiger.

Lesen Sie hier: So verabschieden sich Poldi und Co.

Überraschend kam seine Entscheidung indes nicht mehr. Schon in den Tagen nach dem Aus im EM-Halbfinale gegen Frankreich (0:2) war mit Schweinsteigers Rücktritt gerechnet worden, trotz der Ankündigung des Kapitäns, bis zur WM 2018 in Russland weitermachen zu wollen.

Doch in den vergangenen Wochen, in denen der 31-Jährige Freundin Ana in Venedig heiratete, reifte in ihm wohl der Entschluss, dass die ganz große Motivation fehlt für weitere Schlachten. Genauso wie die körperlichen Voraussetzungen.

Zuletzt eine große Quälerei

Das EM-Turnier war für Schweinsteiger eine Quälerei, er schaffte es zwar nochmal auf ein ordentliches Niveau, half der Mannschaft in den K.o.-Spielen mit all seiner Erfahrung und Ausstrahlung, seine Bestform erreichte er aber nicht mehr.

 

 

Eigentlich nie mehr nach jener heroischen Leistung 2014 im WM-Finale. Die Nacht von Rio, die Bilder des blutenden Schweinsteiger, der sich von Krämpfen geplagt über den Platz schleppt, der als letzter Spieler den Ball berührt, der nach dem Schlusspfiff in den Armen von Bundestrainer Joachim Löw weint: Sie werden in Erinnerung bleiben.

Zweifellos verlässt Schweinsteiger das DFB-Team erhobenen Hauptes mit einer beeindruckenden Bilanz und mit 120 Einsätzen als Nummer vier der ewigen Rangliste. Ein perfektes Ende mit dem erhofften EM-Triumph war dem früheren Bayern-Spieler aber nicht vergönnt. Im Halbfinale gegen Frankreich wurde er durch sein Handspiel im eigenen Strafraum vor dem 0:1 sogar zur tragischen Figur.

Unsichere Zukunft

Den idealen Moment für den Abschied auf dem Höhepunkt hatte er aus der Sicht vieler Betrachter vor zwei Jahren verpasst. Doch im Gegensatz zu Philipp Lahm konnte sich der damals 29-Jährige noch nicht zum Rücktritt durchringen.

Wie es nun mit Schweinsteiger weitergeht? Ungewiss.

Bei Manchester United droht ihm laut englischen Medienberichten das Aus unter dem neuen Trainer José Mourinho. Paul Pogba, schon im EM-Halbfinale Schweinsteigers Gegenspieler, soll ihn bei United ablösen.

Nun wird über einen Wechsel in die USA spekuliert. Die Karriere in den Staaten ausklingen lassen wie viele DFB-Stars vor ihm? Durchaus vorstellbar. "Es war mir eine Ehre für Euch spielen zu dürfen“, heißt es am Ende des Schweinsteiger-Statements in Richtung der Fans.

Wir haben es genossen. Danke, Basti!

 

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