Löws Kampf um England-Profis: Gespräche laufen

Kann Joachim Löw beim Start in die WM-Qualifikation auf Nationalspieler aus England bauen? Oder verhindern die Corona-Bestimmungen einen Einsatz von Gündogan und Co.? Kurz vor der Nominierung laufen Gespräche.
| dpa
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Bundestrainer Joachim Löw wird am Freitag den DFB-Kader bekanntgeben.
Bundestrainer Joachim Löw wird am Freitag den DFB-Kader bekanntgeben. © Thomas Boecker/DFB/dpa
Frankfurt/Main

Bundestrainer Joachim Löw hofft noch auf ein Last-Minute-Go für sein England-Quintett. Ilkay Gündogan würde eine Absage aus Corona-Gründen sehr bedauern.

"Ich wäre natürlich schon enttäuscht", sagte der seit Wochen in Topform spielende Profi von Manchester City in der ARD-Talkshow "maischberger.die woche" über einen drohenden Zwangsverzicht auf die anstehenden drei März-Länderspiele der Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation.

Kurz vor der Nominierung des Kaders durch Löw am Freitagmittag laufen hinter den Kulissen die Gespräche des Deutschen Fußball-Bundes mit den Gesundheitsbehörden unter Hochdruck weiter. Für Gündogan und seine ebenfalls in England beschäftigten Kollegen Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger vom FC Chelsea sowie Ersatztorwart Bernd Leno vom FC Arsenal muss eine Regelung gefunden werden.

"Der Stand war, dass sie in Deutschland nicht spielen können und es eigentlich sinnlos ist, sie einreisen zu lassen. Aber wir sind in guten Gesprächen mit dem Gesundheitsamt in Düsseldorf und Duisburg als Spielort", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff bei einem digitalen Medien-Talk des DFB am Donnerstag.

Wegen der gültigen Bestimmungen in der Corona-Pandemie müssten die fünf nach der Einreise aus England in Quarantäne und könnten in den Partien gegen Island (25. März) und Nordmazedonien (31. März) in Duisburg nicht mitwirken. Man sei aber zuversichtlich, "dass wir die Legionäre einladen können", sagte Bierhoff. Offensichtlich wird Löw die Akteure am Freitag unter Vorbehalt in sein Aufgebot berufen.

"Bis heute weiß ich noch nicht Bescheid. Mir bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten und geduldig zu sein", sagte Gündogan. "Sie wussten noch nicht ganz genau, ob sie mich nominieren können", berichtete er von Gesprächen mit Löw und Bierhoff. Grünes Licht von den Behörden wird sogar erst nach der Nominierung erwartet. "Das entscheidet sich in den nächsten ein, zwei Tagen aus den Gesprächen mit den Gesundheitsämtern", sagte Bierhoff.

Eine Verlegung der Spiele ins Ausland, um das Problem elegant zu lösen, kommt für den DFB weiterhin nicht infrage. "Die Trainer haben gesagt, wir halten uns an die Regeln. Wir ziehen es nicht in Betracht, dass wir ins Ausland gehen für ein Länderspiel, das in Deutschland ausgetragen werden soll. Und notfalls würde man auch ohne die England-Legionäre spielen", sagte Bierhoff.

Mehrere Champions-League-Partien, unter anderen die Begegnungen von RB Leipzig gegen den FC Liverpool und von Borussia Mönchengladbach gegen Gündogans Citizens waren zuletzt nach Budapest verlegt worden, um Corona-Regularien zu umgehen.

Großbritannien wird derzeit als Virusvariantengebiet gezählt. Eine Aktualisierung der Einstufungen durch das Gesundheits-, das Außen- und das Innenministerium soll es am Freitag geben, der DFB könnte schon zuvor informiert werden. Änderungen bei den Bestimmungen für Großbritannien werden aber aufgrund der Pandemielage derzeit nicht erwartet. Gündogan und Co. bräuchten also offenbar eine Ausnahmegenehmigung für die Quarantäneregelung von den örtlichen Gesundheitsbehörden.

Zwischen den Spielen in Duisburg tritt die Nationalmannschaft am 28. März in Bukarest gegen Rumänien an. Die Erwägung, die England-Profis nur für das Spiel in Bukarest einfliegen zu lassen, hat Löw verworfen. Der Länderspiel-Dreierpack bildet den Auftakt der Qualifikation für die WM 2022 in Katar.

Für Löw sind es die ersten Partien nach seiner Abschiedsankündigung für die Zeit nach der EM im Sommer. Sie sind zudem die letzte Möglichkeit für den Bundestrainer vor der EM-Kadernominierung im Mai, Personal zu testen. Definitiv ausgeschlossen hat der Bundestrainer für diesen Zeitpunkt ein Comeback der vor zwei Jahren aussortierten Mats Hummels (32), Thomas Müller (31) und Jérome Boateng (32). Im erwarteten XXL-Kader stehen werden hingegen die Teenager Jamal Musiala (18) vom FC Bayern München und Florian Wirtz (17) von Bayer Leverkusen.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-875798/3

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