Löws bester Jahrgang

Der Bundestrainer hat 2010 einen Lauf, will aber im Testspiel Mitte November gegen Schweden schon mal den nächstjüngeren Jahrgang ausprobieren - mit Holtby, Schürrle und Götze.
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Jung, jünger, Deutschland: Bei Bundestrainer Joachim Löw dürfen gerne die Jungen dran.
dpa Jung, jünger, Deutschland: Bei Bundestrainer Joachim Löw dürfen gerne die Jungen dran.

Der Bundestrainer hat 2010 einen Lauf, will aber im Testspiel Mitte November gegen Schweden schon mal den nächstjüngeren Jahrgang ausprobieren - mit Holtby, Schürrle und Götze.

ASTANA Eigentlich könnte sich Joachim Löw schon jetzt zurücklehnen: Platz drei bei der WM und ein großartiger Start in die EM-Qualifikation. Hinzu kommen Entdeckungen wie Bayern-Star Thomas Müller, internationale Aufsteiger wie Mesut Özil oder im DFB-Team wieder erstarkte Routiniers wie Miroslav Klose. Der DFB-Jahrgang 2010 ist gut und wird in den nächsten Monaten und Jahren noch reifen.

Doch zufrieden ist Löw nicht. Er strebt weitere Verfeinerungen an. „Wir haben schon eine sehr gute Basis, die hat sich in den vergangenen Monaten weiter entwickelt“, erklärte Löw, der nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres in Kasachstan (bei Redaktionsschluss nicht beendet) schon den neuen Jahrgang auf den Prüfstand schicken will.

Zum Testländerspiel am 17.November in Schweden sollen die Aufsteiger Lewis Holtby (20) und André Schürrle (19) vom Tabellenführer Mainz 05 sowie Dortmunds Talent Mario Götze (18) erstmals bei der Nationalmannschaft dabei sein.

Jung, jünger, Deutschland – das ist spätestens seit der WM in Südafrika das Markenzeichen des Löw-Teams. Mit Vehemenz hat der Baumeister aus Freiburg seine Erkenntnisse aus der EM 2008 – seinem ersten Turnier als Cheftrainer – umgesetzt: „Eine Erkenntnis war für uns, dass der Altersschnitt relativ niedrig sein muss, denn die jungen Spieler sind hoch belastbar.“

Ein Blick auf den Jahresanfang zeigt, wie rasant der Bundestrainer dieses Drehbuch umgesetzt hat. Thomas Müller (21), in Südafrika Torschützenkönig und bester Junior-Spieler, Holger Badstuber (21), Toni Kroos (20) waren noch gar nicht auf der Auswahl-Bühne, Sami Khedira war Ergänzungskraft, Manuel Neuer (24) hoffte auf die Nummer 1.

Löw nahm zehn Spieler mit zur WM, die gerade erst dem U21-Alter entwachsen waren, jetzt ist mindestens die Hälfte von ihnen zur Stammkraft aufgestiegen. Mit dem neuen Personal hat Löw Automatismen gepaukt, die selbst einen Ausfall wie den von Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger oder WM-Stabilisator Arne Friedrich nicht mehr zur Katastrophe machen.

Der verletzte Kapitän Michael Ballack, der noch im Mai als unersetzlich galt, muss sich 2011 erst einmal hinter Khedira, Schweinsteiger und Kroos anstellen. „Man sieht, dass wir Leute haben, die nachrücken können. Das haben wir gezeigt“, betonte Bayern-Star Kroos.

Perfektionist Löw hat nach einem mentalen Hänger nach der WM, als er seinen neuen Kontrakt bis 2012 besiegelte, inzwischen auch Motivation, Spaß und Ehrgeiz für den neuen Titelanlauf wiedergefunden. „Wie alle Beteiligten habe ich nach der WM fünf, sechs Wochen gebraucht“, sagte der 50-Jährige. Nun spüre er, „dass die Motivation wieder da ist, dass ich brenne, dass ich mich wieder freue auf die Spiele“. Und entsprechend spielt er dann auch, Löws bislang bester Jahrgang, jener von 2010. 2011 soll er reifen – und 2012 endlich den ersehnten Titel bei der EM holen.

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