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Löw wählt den Königsweg - und hinterlässt einige Probleme

Der DFB-Reporter der AZ, Maximilian Koch, über Joachim Löws Rückzug.
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Der ewige Jogi macht tatsächlich Platz, nach insgesamt 15 Jahren als Bundestrainer dankt der Weltmeister-Coach von 2014 im Sommer ab. Für die Nationalmannschaft und deren Entwicklung kommt dieser Schritt einige Jahre zu spät. Löw selbst wählt hingegen den Königsweg. Er kann sich nun voll auf das EM-Turnier konzentrieren, ein letztes Projekt ohne Rücksicht auf Verluste angehen. Und dabei auch seine eigenen Prinzipien zum Teil über Bord werfen.

Löw hat Stars wie Müller, Boateng und Hummels nie ersetzen können

Bereits in den vergangenen Wochen hat er mit öffentlichen Statements die Rückkehr von Thomas Müller ins Nationalteam vorbereitet, Mats Hummels und Jérôme Boateng könnten ebenfalls bei der EM wieder auf dem Platz stehen. Absolut richtige Entscheidungen wären das einerseits, weil alle drei Spieler aufgrund ihrer Leistungen ein Comeback verdient hätten. Andererseits würde Löw damit einräumen müssen, dass er sich gewaltig geirrt hat.

Der Umbruch nach der WM 2018, der erst mit der Ausbootung von Müller/Hummels/Boateng im Frühjahr 2019 ernsthaft und knallhart vollzogen wurde, ist auf ganzer Linie gescheitert. Löw hat die Stars von einst nie ersetzen können, vermeintliche Weltmeister-Erben enttäuschten. Dem aktuellen DFB-Team fehlen Reife, Feuer, Zusammenhalt. All diese Tugenden, die etwa bei der 0:6-Abreibung in Spanien im November vermisst wurden, könnten durch erfahrene Anführer wie Müller in die Nationalmannschaft zurückkehren.

Joachim Löw hinterlässt große Fußstapfen für seinen Nachfolger

Deshalb gibt es durchaus eine Chance, dass Löw seine Amtszeit mit dem EM-Titel triumphal abschließt. Es wäre ihm zu wünschen, denn er hat Großes für den deutschen Fußball geleistet. Klar ist aber auch: Löw hinterlässt seinem Nachfolger ein sehr schweres Erbe. Denn die vergangenen drei Jahre waren verlorene Jahre in der Entwicklung der Mannschaft.

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